Mit der Faust in der Tasche

Von Frühling keine Spur; die Kälte, die sich durch die Fensterritzen schlängelt, friert meine Kreativität ein und macht meine Finger steif. Das 3. Kapitel von »Romanicus« geht darum nur schleppend voran. Irgendeine Zutat fehlt, ich habe sie aber noch nicht finden können. Trotzdem schreibe ich, ein wenig zäh vielleicht, aber es muss weiter gehen, irgendwann läuft es auch wieder reibungsloser.

Ihr kennt sicherlich alle die berühmte Faust in der Tasche. Nein, das ist kein Reclam-Heftchen der gekürzten Faust Ausgabe von Goethe.

Ich laufe in letzter Zeit schon mal öfters damit durch die Gegend und boxe in das Innenfutter meines Mantels. Warum ich nicht Klartext rede? Manche fänden das sicherlich durchaus interessant, es könnte aber einigen schaden, darum lasse ich es.

Ich schreibe dies hier heute nur, damit ihr seht, dass es nicht immer wunderbar läuft, es nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen-Projekte gibt und man sich auch nicht mit jedem aus der Branche versteht. Unprofessionell wird es dann, wenn sich jemand in einem öffentlichen Forum gegen eine Person ausspricht, mit der er eigentlich zusammenarbeitet. Oder quasi Jedem, der es wissen will oder nicht, seinen Unmut über eine Person auf die Nase bindet, nur weil Meinungen auch schon mal auseinanderdriften können und es sich einmal nicht um ein Friede-Freude-Eierkuchen-Projekt handelt.

Wir haben alle unsere Vertrauten, das ist gut so, mit denen darf und sollte man über seine Wut, seinen Frust reden – das mache ich auch. Aber vor zu großer Streuung sollte gewarnt werden, das ist unfair, zeigt die eigene Hilflosigkeit und wirkt eher unprofessionell.

Aber auch das ist wohl ein Lernprozess, den vermutlich jeder – mehr oder weniger ausgeprägt – durchmachen muss.

Nun, nach diesem melancholischen Wort zum Mittwoch, eine Info, die ich eben dem Newsletter der Federwelt von Titus Müller entnahm. Laut diesem soll es demnächst einen Oscar für Literatur geben.

Zitat:

Nach dem Vorbild der Oscars für Filmschaffende soll es künftig eine Literaturauszeichnung geben, die ein vergleichbares weltweites Echo hervorruft, meldet die FAZ. Hierfür hat sich die Quills Literacy Foundation, die von einem Zeitschriftenverlag getragen wird, mit vierzehn Sendern der Fernsehgesellschaft NBC zusammengetan. Die NBC-Senderfamilie soll im kommenden Oktober die erste Preisverleihung übertragen. Die Auszeichnungen werden in zahlreichen Kategorien vergeben: das „beste Buch des Jahres“, das beste literarische Debüt, die Sieger der Sparten Kinderbuch, Thriller, Romance, Religion, Politik und etliche weitere. Außerdem gibt es einen Ehrenpreis für das Lebenswerk eines Autors. Über die Mehrzahl der Preise stimmen die Leser ab, nachdem etwa 6.000 Buchhändler und Bibliothekare eine Nominierungsliste aufgestellt haben. Der Name es neuen Preises: Quill Award.

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