Bienen im Kopf

Ersparen möchte ich euch weiteres Gerede um den Papst, denn fast nirgends wird über ein anderes Thema berichtet, als sein Tod und die Nachfolge. Ich kenne mich zu wenig über seine Leben, seine Arbeit aus, als dass ich darüber urteilen könnte. Natürlich sind mir die konservativen Ansichten über Abtreibung, Verhütung und Homosexualität in Erinnerung geblieben, doch der Papst muss auch positive Eigenschaften besessen haben, ansonsten wäre er nicht so beliebt gewesen.
Was ich sagen möchte ist heute, dass mich die Medien mal wieder erschrecken: Es stirbt ein Kirchenoberhaupt in einem durchaus gesegneten Alter ohne Fremdeinwirkung.
Andere Verstorbene in diesem Jahr werden nur kurz erwähnt oder sogar vollkommen vergessen. Von dem neuen Erdbeben in dem Tsunami-Katastrophengebiet wird kaum noch ein Wort gesprochen, dabei sind dort 2.000 Menschen gestorben. Weihnachten waren es 200.000. Täglich sterben Menschen überall auf dieser Welt, wer gedenkt ihrer? Wer unterstützt die Hinterbliebenen, nimmt sie in den Arm, tröstet sie oder spendet Blumen?
Ich werde heute Abend eine Kerze anzünden, die für alle Verstorbenen brennen wird, egal ob arm oder reich!

Worüber ich sonst noch nachdenke? Können manche Autoren auch die Zukunft vorhersehen?
Ich werde jetzt nicht Jules Verne beleuchten oder alle mir bekannten Bücher analysieren, sondern nur kurz auf zwei aktuelle Romane eingehen und zwei Beispiele aus der Vergangenheit aufführen. Die Inhalte sprechen schon für sich.
Nicht nur Frank Schätzing schien mit »Der Schwarm« eine schreckliche Katastrophe vorhergesehen oder – provokant formuliert – herbei geschrieben zu haben. Auch Dan Browns »Illuminati« ist eine so eben eingetretene Zukunftsvision, die – soweit ich unterricht bin, denn das Buch liegt noch ungelesen neben meinem Bett – über den Vatikan und die Zeit berichtet, nach dem der Papst gestorben ist.
Ich erinnere mich auch, dass Stephen King nicht selten Bücher verfasste, die auf eine gewisse Art Wirklichkeit wurden. So schrieb er als Richard Bachman »Rage (Amok)«, ein Roman in dem ein Schüler in der Schule Amok läuft. Ich muss nicht erzählen, wie oft dies leider schon grausame Realität geworden ist. Und an Kings »Menschenjagd (Running Man)« sind wir schon viel zu nahe dran. Worum es geht? In der mit Arnold Schwarzenegger verfilmten Geschichte, spielt der Protagonist bei einem sensationslüsternen Fernsehspiel mit. Er ist Freiwild und wer ihn fängt, gewinnt. Hält er sich über einen gewissen Zeitraum über Wasser, bekommt er einen Haufen Knete.

Sind viele Autoren mehr als hervorragende Unterhalter? Ist es ihnen gegeben die Zukunft vorherzusehen? Oder liegt es nur an der spekulativen »Was wäre wenn…« – Theorie?
Dienen ihre Bücher nicht ausschließlich zur Unterhaltung des Lesers, sondern dürfen auch als Warnung an die Gesellschaft angesehen werden? Aber erkennen wir diese Botschaft? Wollen wir diese möglicherweise gefährliche, traurige oder triste Zukunftsvision überhaupt wahrnehmen?
Ich werde darüber nachdenken, auch in Bezug auf meine eigenen Werke…

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