Der Tag des Tages

Gestern war Tag des Buches und des Urheberrechts, morgen haben wir den Tag des geistigen Eigentums.
Längst sind das nicht alle Tage die in irgendeiner Form mit dem Schreiben zusammenhängen.
Da gäbe es noch den Internationalen Tag des Kinderbuches am 02.03. und den Welttag der Poesie am 21.03.. Am 02.04. wird erneut das Kinderbuch international gehuldigt (na, wenn da mal kein Fehler in der Liste ist).
Am 03.05. gehört der Tag der Pressefreiheit. Ich überlege mir schon, was ich dann für grausige Wahrheiten an diesem Tag offenbaren werde.
Interessant der 15.11. – Tag der inhaftierten AutorInnen.

Am 21.11. wird weltweit rund um die Uhr Fernsehen geschaut. Nur am 08.12., dem Internationalen Fernseh-Kindertag, sitzen die Kids alleine vor der Glotze.
Zum Schreien finde ich den Bayerischen Tag der Milch am 15.05. oder den 01.06. – Internationaler Tag der Milch.
Am 06.07. darf pausenlos geknutscht werden, da ist nämlich Tag des Kusses.
Und den 05.09. sollte niemand wörtlich nehmen, denn dann gehört der Tag dem Kopfschmerz.
Auch den 30.04. möchte ich nicht so ernst genommen wissen, nur die Ohropax-Industrie wird am Tag des Lärms ihre Freude finden.

Ich meine mich erinnern zu können, einmal etwas über den Tag des Butterbrotes gehört zu haben, diesen finde ich jetzt leider nicht in der Liste.
Allerdings scheint die Auflistung auch nicht vollständig zu sein. Was bitteschön ist am 29.04.? Oder am 17.03.? Da wäre doch noch Platz für den Ostfriesischen Tag des Tees oder für den Tag des Blödsinns.

Natürlich gibt es auch wichtige Nennungen, wie Tag der Menschenrechte am 10.12. oder der Weltkindertag am 20.11.
Doch mir scheint es so, als sei demjenigen, der all diese Tagesbezeichnungen erfunden hat, ziemlich langweilig gewesen.

Abgesehen davon: Sollten wir nicht immer die Menschenrechte wahren und an die Kinder denken? Ist es tatsächlich notwendig einen Muttertag und einen Vatertag zu feiern? (Betrinken kann man(n) sich auch sonst.) Müssen wir daran erinnert werden, Eltern zu sein oder Eltern zu haben?
Oder, um noch einmal zum Anfang zurückzukommen: Ist es nicht selbstverständlich das Urheberrecht des Anderen unangetastet zu lassen?

Links zum Thema:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.