Pfingsten = Trödel

Das Pfingstwochenende steht bei uns schon seit Jahren im Zeichen des Trödelmarktes. Wir sind immer schon gern früh morgens über den Markt marschiert, um Schnäppchen (meist Bücher) zu finden, doch es gab auch zwei/drei Jahre, in denen wir an Pfingsten selbst um sechs Uhr unseren Stand aufbauten und Kellerkram verkauften. Irgendwann entdeckte ich ebay und für den konventionellen Trödel blieb nicht genug übrig (abgesehen davon, dass auch Zeit und Lust schrumpften). Dieses Jahr wollte meine Tochter beim Kindertrödel mitmachen und natürlich blieb es nicht aus, dass wir mit am Stand blieben und zwischendurch über den nicht wirklich kleinen Markt eilten.
Jetzt bin ich groggy.
Schön finde ich es bei solchen Veranstaltungen, nur da zu stehen (oder zu sitzen) und die vorbeiziehenden Passanten zu betrachten; die Art der Besucher verändert sich im Laufe des Tages von „interessiert suchend und kaufen wollend“ in „wo gibt es Nahrung, in jeglicher Form?“

Kleine Anekdötchen gefällig?

In einer Kiste lagen John Sinclair Hefte und ich hörte wie eine Frau ihren Mann lachend darauf hinwies, der wissend antwortete: »So Groschendings!«
Groschendings, also. Ahja
Groschen sind nach meiner Erkenntnis schon länger aus und einen Groschen kosten die John Sinclair – Hefte noch viel länger nicht mehr. Und Dings? Kenn ich schon mal gar nicht. Von nix ne Ahnung der Mann.

Schön war es auch zu sehen, wer in den Ehen den Ton angibt.
Er betrachtet sehr interessiert einen fast neuen Handstaubsauger, fragt nach dem Preis.
Sie redet auf ihn ein. Er sagt kein Ton und betrachtet die Technik des Saugers. Sie redet auf ihn ein. Seine Mimik emotionslos. Er legt den Handstaubsauger weg. Sie gehen von dannen.

Ein schreiendes Kind, fest angeschnallt in seinem Buggy, zeigt auf alles, was irgendwo zum Verkauf präsentiert wird: Bücher, Spielzeug, Stofftiere.
Die Mutter guckt sich alles an, kauft hier und da etwas, ignoriert dabei das Schreien des Kindes. Das div. Spielzeug packt sie unter den Wagen, damit das in der Zwischenzeit rot angelaufene Kind nicht heran kommt. Das nenne ich familiäre Hartnäckigkeit. Den Dickkopf wird das Kind auf jeden Fall von seiner Mutter geerbt haben.

Penetrant würde ich die Duftnote der dünnen Exkremente eines Schäferhundes bezeichnen, der von seinem Frauchen mittig über eine der Nebenstraßen gezogen wurde, exakt die Straße, in der die Kinder mit ihren Decken lagen oder kleineren Tischen standen.
Jegliches Hungergefühl verlor sich schlagartig. 😉

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