Vor meinem Fenster …

… hockt eine stetig wachsende Spinne. So eine mit weißen Streifen überall am Körper. Als ich sie das erste Mal traf, baumelte sie mir direkt vor der Nase und versperrte mir den Weg zur Tür. Allerdings muss sie sich genauso erschrocken haben wie ich, denn sie krabbelte rasch an ihrem Faden nach oben. Seit dem weicht sie nicht von meiner Seite – ist das nun gut oder schlecht? Meine Oma sagte früher immer: »Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen, Spinne am Abend – erquickend und labend.«
Demnach sollte ich nur abends nach ihr sehen, leider kam sie heute Morgen schon aus ihrem Versteck gekrabbelt, als ich das Rollo hochzog. Jetzt – vermute ich mal, hat sie wieder Stellung auf ihrem riesigen Netz bezogen und wartet. Wartet auf Fliegen, Mücken, neugierige Falter und unvorsichtige Bienen, die sich an den Blumen laben möchte.
Ich schau mal eben …

… sie flickt ihr Netz. Und Annika – so nenne ich sie ab sofort – scheint auch schon gefrühstückt zu haben, so wie ich auch. Allerdings bestand meine Mahlzeit nicht aus tierischem Protein.
Ich mag Spinnen nicht, ich finde ihr Netzwerk grandios, aber ich muss sie nicht unbedingt in meiner Wohnung haben (außer die Stoffspinnen, die bei uns im Schlafzimmer hängen oder liegen, zusammen mit einem Rudel Feldermäuse).
Vor dem Fenster darf Annika aber ruhig für Ordnung sorgen.

Mach es wie die Gebrüder Grimm: Erzähl es weiter.

4 Kommentare:

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  3. Jetzt, wo du es sagst … stimmt, hab ich auch schon gehört. Klingt ja auch durchaus logischer.
    Spinnenphobie – wer hat die nicht. Diese Entstehung soll ja sehr weit zurückliegen und damit zusammenhängen, dass unsere Vorfahren auf dem Boden schliefen und die Spinnentierchen ab und an dann auch mal in diverse Körperöffnungen krabbelten. Stoff für eine Horrorstory – soll aber stimmen. Soll… ob es wahr ist … wäre was für GENIAL DANEBEN. Mal recherchieren.

  4. Dir ist aber bekannt, daß das Sprichwort mit Spinnen (Tieren) nun gar nichts zu tun hat, sondern sich auf die Tätigkeit am Spinnrad bezieht?
    Hintergrund: Arme haben sich früher ihr kärgliches Geld durch Spinnen verdient, mußten also bereits morgens am Spinnrad sitzen, wohingegen Reiche das Spinnen zur Entspannung nutzen, was gemeinhin abends geschah…

    Du darfst deine Spinne also auch ruhig morgens betrachten… (ich mit meiner Spinnenphobie würde mich allerdings nicht darum reißen…) ;-)))

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