Von Autoren auf der Couch, verbotenen Büchern und der Rechtschreibung

Heute erreichte mich der Federwelt Newsletter Nr. 73, herausgegeben von Titus Müller. Informationen, die ich jedem Autor und jeder Autorin durchaus ans Herz legen kann.

Auf drei News möchte ich gern eingehen:

Seinen Lieblingsautor zu Hause besuchen — in Berlin ist das jetzt möglich. „Wohnraumlesung“ nennt Veranstaltungsagentin Petra Köster-Weschke das Konzept. Maximal sieben Teilnehmer lauschen bekannten oder noch unveröffentlichten Texten der Autoren und dürfen im „intimen Rahmen“ Fragen zu Werk und Mensch stellen. Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser öffnet zuerst seine Wohnung, es folgen Tom Liehr („Radio Nights„, „Idiotentest“) und Marcel Magis („Mein Leben mit Mitsu„). Kostenpunkt: 139 €, inklusive Wein und Imbiß.


NR: Interessante Idee, die ich jedoch mit gemischten Gefühlen aufnehme. Was ist, wenn ich meinen Lieblingsautor zu Hause besuche und bemerke, dass er völlig anders ist, als ich ihn mir vorgestellt habe? Dann sehe ich seine Geschichten vielleicht mit anderen Augen, vielleicht unterhalten sie mich dann nicht mehr.
Und was wäre, wenn sich die freundlichen Leser am Ende der Veranstaltung als lästiger Besuch entpuppt, der partout nicht gehen möchte?
Wein und Imbiss? Gäbe es bei mir nicht, sondern eine Bergische Kaffeetafel oder ein Sparziergang durch den Stadtpark, als Wegzehrung gibt es dann belegte Brötchen oder Bergischen Zwieback auf der Faust.
Natürlich würde ich dafür sorgen, dass Kinder mitgebracht werden können. Schließlich sollte so was auch für Familien möglich sein. Der Kostenpunkt? Naja, da müssen wir dann noch mal durch rechnen.

Doch was wäre wenn ….

Aber ich lebe ja nicht in Berlin.

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Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben beschlossen, die vom Rat für deutsche Rechtschreibung vorgelegten Korrekturen an der Rechtschreibreform rechtsgültig werden zu lassen. Damit wird die revidierte Rechtschreibreform ab 1. August in allen Schulen und Behörden eingesetzt. Innerhalb einer Übergangszeit von einem Jahr werden fehlerhafte Schreibungen nicht gewertet.

NR: Jetzt muss ich also meinen Rechtschreibduden wegschmeißen und mir im August eine Neuauflage zulegen. Toll. Und was ist mit der CD von Duden? Gibt es da eine Updateversion oder muss auch hier was Neues her? Wäre ich bösartig, könnte ich glatt meinen, das Theater um die Rechtschreibreform ist Geldmacherei. Aber ich bin ja nicht bösartig. Ich doch nicht.

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Nachdem Horst Eckert den Streit um die LTU-Arena in einem satirischen Krimi verarbeitete, verbot das Büro des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin die seit langem geplante Premierenlesung Eckerts in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei. Die Flyer der Stadtbücherei waren schon gedruckt. Entrüstet über diese Zensur einer Kulturveranstaltung berichteten bundesweit die Medien über den Vorfall. Eckerts Ausweichlesungen in nicht-städtischen Gebäuden waren daraufhin einem Ansturm von Besuchern ausgesetzt, die den verbotenen Krimi hören wollten.

NR: Tja, da ging die Negativwerbung mal wieder nach hinten los. Ob sich Herr Eckert schon bei Herrn Erwin bedankt hat? Nein, ich bin nicht bösartig, sagte ich ja schon, oder vermutet ihr etwas anderes? 😉

Quellen:
www.federwelt.de
www.titusmueller.de

Mach es wie die Gebrüder Grimm: Erzähl es weiter.

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