Chaos im Kopf

Kennt ihr das? Viel zu viele Gedanken und Ideen belagern das Gehirn, purzeln über – und durcheinander, das eine klare Linie nicht denkbar ist, viel zu viele Türen sich öffnen und andere verschlossen bleiben.

Mir geht es derzeit bei FIRNIS so. Das Buch fasziniert mich, fordert mich heraus, presst mich gegen die Wand und tritt mich mit Gewalt über meine Grenzen. Ich möchte erzählen, doch FIRNIS lässt mich nicht – nicht kontinuierlich. Immer wieder stolpere ich über kleine historische Steine, rutsche auf den morastigen Wegen aus und lasse mich von dem penetranten Geruch der damaligen Rinnsteine in die Recherche vertreiben. Dann flehe ich um Informationen und von irgendwo kommt eine Hand, die mir aufhilft oder mir einen Schubs gibt. Es sind Historiker oder Künstler, Bücher oder CDs, die mir meine Wissenslücken schließen. Alles will ich wissen. Alles. Ein bisschen reicht mir nicht mehr. Und doch ahne ich, dass sich mir ein Teil der damaligen Verhältnisse nicht erschließen wird. Ich kann nur hoffen, dass ihr – die Leser – mir verzeiht, sollte ich den einen oder anderen Fakten zu früh oder zu spät in die Handlung einbringen.

Ich wusste, dass ich akribisch bin, aber nicht, mit welch ekelhafter Penetranz, die vermutlich einige Leute nicht mehr ertragen können. Mitarbeiter des Remscheider Archivs zum Beispiel kriegen sicherlich schon Schreikrämpfe, wenn sie meinen Namen lesen.

Meine Aufzählung, wem ich ein Belegexemplar als Dankeschön zusende, wächst und meine Dankesliste, die am Ende des Buches stehen wird, nimmt ebenfalls kontinuierlich zu. Dort wird es auch ein ausführliches Quellverzeichnis geben. Außerdem ein Nachwort zur Entstehung des Buches und eine ausgearbeitete Vita des Malers Ferdinand Moritz.

Geplant ist auch ein Wort des Verlegers an die Leser. Aber soweit sind wir noch nicht, ab und an, lasse ich meine Gedanken jedoch kreisen und stelle die Fakten zusammen – so als erarbeite ich ein Interview für phantastisch! – und feile an dem Porträt herum.

Nun aber setze ich mich wieder an den Küchentisch, neben Ferdinand – der versteht nämlich die Welt nicht mehr.

Mach es wie die Gebrüder Grimm: Erzähl es weiter.

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