Gelesen: Brigitte Melzer »Vampyr«

© Brigitte Melzer

© Brigitte Melzer

Als gelernte Einzelhandelskauffrau schulte Brigitte Melzer zunächst auf Bankkauffrau um und absolvierte ihren Fachwirt. Heute arbeitet sie bei einer Bank. Mit ihrem Mann lebt sie in ihrer Geburtsstadt München.

Nach Umwegen über Fantasy und Rollenspiele, entdeckte die am 08. August 1971 geborene Brigitte Melzer ihre Vorliebe zum Schreiben. Mit ihrem ersten Manuskript bewarb sie sich für den Wolfgang-Hohlbein-Preis 2002. Obwohl sie nicht gewann, entdeckte der Ueberreuter Verlag ihr Talent und publizierte ihren Roman »Whisper – Königin der Diebe« im Jahre 2004. Bereits ein Jahr später erschien »Im Schatten des Dämons«. Ihre Vorliebe für Schottland bindet die Autorin gekonnt in ihre Geschichten ein, so auch in »Der Schwur des MacKenzie-Clans«, der im Frühjahr 2006 unter ihrem Pseudonym Morgan Grey ebenfalls bei Ueberreuter erschien.

Mit ihrem nun vorliegenden Roman »Vampyr« entführt sie den Leser in das schottische 18. Jahrhundert, bedient sich zwar einigen Klischees, dies aber mit so viel Spannung und Romantik, dass es schwer fällt, den Roman zur Seite zu legen.

Zum Buch

Catherine warnt Earl Martáinn vor einem Attentat und wird beinahe selbst zum Opfer. Mehr als einen Schatten erkennt sie nicht von ihrem Retter, der jedoch rasch verschwindet, als die Wachen eintreffen. Sie führen Catherine zum Hauptmann, der die junge Frau sofort wieder erkennt.

Einst verließ sie Glen Beag, weil ihre Familie große Schuld auf sich lud. Jeder spricht sie von den väterlichen Schandtaten frei, dennoch bittet sie den Hauptmann niemandem zu erzählen, dass sie wieder zurück sei. Als Diener des Hauptmanns findet sie ein Versteck und soll so helfen den Attentäter zu finden. Lange bleibt ihr Geheimnis jedoch nicht unentdeckt. Sie trifft einen Toten, leidet unter seltsamen physischen wie psychischen Veränderungen und wird in die mystische Sage der einst auf dem Scheiterhaufen und ihren Peinigern Rache geschworenen Hexe Ushana hineingezogen. Zusammen mit dem ihr zur Seite stehenden Daeron kämpft sie gegen Untote und einen unausweichlichen Fluch.

CoverEinige Szenen und die Umgebung Schottlands im 18. Jahrhundert hätte ich mir noch ausführlicher gewünscht. Doch unter detaillierten, visuellen Beschreibungen hätte unter Umständen die Sogwirkung gelitten. Und so konzentriert sich Brigitte Melzer auf den spannenden Kern, der intensiver und bildlicher nicht hätte sein können. Ohne Gnade zerrt sie den Leser durch die Geschichte und hält ihn in »Vampyr« bis zum Ende gefangen.

Fazit: Empfehlenswert für alle, die romantische und spannende Geschichten in einer historischen Kulisse mögen. Vampyreske Saugwirkung von der ersten bis zur letzten Seite, gebaut auf einem stilistisch sicheren Fundament! Toll!


Für die phantastisch! Ausgabe 22 (2/2006) befragte ich Brigitte Melzer zum Thema Wolfgang-Hohlbein-Preis. Anlässlich des aktuellen Romans, gibt es ihre Antwort im Anschluss zu lesen:

»Ich habe erst etwa ein Jahr vor der Ausschreibung mit dem Schreiben begonnen und bis dahin weder etwas veröffentlicht, noch überhaupt an einen Verlag geschickt. Das war auch noch die Zeit, in der ich kaum jemandem erzählt habe, was ich da stundenlang vor meinem PC mache (es ist ja jetzt noch ein komisches Gefühl, sich hinzustellen und zu sagen: Hey, ich schreibe Bücher!). Mir haben die skeptischen »Das-wird-doch-nie-was« -Blicke von denen, die es wussten schon gereicht. Als ich dann im Münchner Literaturblatt über die Ausschreibung gestolpert bin, wollte ich es einfach wissen. Ich fand, dass so ein Wettbewerb die beste Möglichkeit wäre, herauszufinden, ob das mit dem Schreiben mehr sein könnte, als nur ein Freizeitvergnügen. Die Geschichte an der ich damals gearbeitet – und wegen der ich mit dem Schreiben begonnen habe – war allerdings schon viel zu lang, um auch nur annähernd noch in die Ausschreibungskriterien zu passen. Also musste was Neues her. Weil ich aber so gar keine Vorstellung hatte, was das sein sollte, hab ich mir erstmal einen Zeitplan gesteckt. Ist ja immer gut, sich erstmal unter Druck zu setzen … Zwei wochenlang ist mir dann zur Strafe auch prompt überhaupt nichts eingefallen. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Eines Morgens bin ich aufgewacht und hatte einen Satz im Kopf (der es nicht mal in die fertige Manuskriptfassung geschafft hat). Innerhalb einer halben Stunde hatte ich einen kompletten Plot nebst Protagonisten dazu, und etwa vier Wochen später war die erste Fassung fertig. Wirkliche Hoffnungen hab ich mir nicht gemacht, dazu hatte ich von zu vielen Leuten gehört, wie aussichtslos es doch für unbekannte Schriftsteller ist, überhaupt Beachtung bei einem Verlag zu finden. Da nun im Gegensatz zu mir auch noch jeder Schreibende schon sein ganzes Leben lang zu schreiben scheint, habe ich mein Manuskript eher mit einem „mal sehen, was draus wird“ abgeschickt. Auch wenn ich mir keine großen Hoffnungen gemacht habe, wäre es geschwindelt, wenn ich behaupten würde, nicht immer mal wieder von diesen „was wäre wenn“-Gedanken heimgesucht worden zu sein. Allerdings habe ich mich jedes Mal gezwungen, ganz schnell wieder damit aufzuhören, damit die Enttäuschung hinterher nicht zu groß ist. Mir war allerdings von Anfang an klar, dass ich mit dem Schreiben auch weitermachen würde, wenn ich den Preis nicht erhalten und auch sonst keinerlei Resonanz auf meinen Beitrag bekommen würde. Dazu hatte ich längst viel zu viel Spaß am Geschichten erfinden. Als dann die Nachricht kam, dass ich in der Endrunde sei, war das für mich ein Hammer! Allein darüber hab ich mich schon riesig gefreut. Dass ich den Preis nicht gewonnen habe, finde ich nicht enttäuschend. Immerhin war es mein erster Versuch und ich war riesig glücklich, es damit unter die ersten Drei geschafft zu haben. Und mit Nina hat eine Kollegin gewonnen, die mir auf Anhieb sympathisch war, und der ich den Preis von Herzen gönne! Zum Glück wurde ich, nachdem der Preis vergeben war, nicht länger vom Verlag auf die Folter gespannt und habe sofort erfahren, dass sie „Whisper“ ebenfalls veröffentlichen wollten. Nach dieser Nachricht habe ich erstmal völliges Neuland betreten. Verlagsvertrag, Lektorat, Druckfahnen, Cover und Titelfindung. Eine Menge spannender Dinge, von denen ich so gar keine Ahnung hatte. Zum Glück hat meine Lektorin, Susanne Evans, all meine Fragen tapfer ertragen und geduldig beantwortet. Ende 2003 war es dann endlich soweit: Meine Belegexemplare kamen. Ich hatte tatsächlich mein erstes Buch in Händen! Das war einfach großartig! Inzwischen bin ich mit den Abläufen im Verlag ein wenig vertrauter und habe – hoffentlich – auch einiges dazu gelernt, was z.B. das Überarbeiten von Manuskripten angeht. Seit »Whisper« habe ich nicht mehr aufgehört zu schreiben. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das auch gar nicht mehr geht, weil mir der Schädel platzen würde, wenn ich die Ideen nicht irgendwo raus lassen könnte.«

Brigitte Melzer
Vampyr
Hardcover
Ueberreuter Verlag
ISBN-13 978-3800052684
272 Seiten
14,95 Euro


Print-Tipps:

Interview mit Brigitte Melzer in der phantstisch! Ausgabe 25 von Nicole Rensmann

Webtipps:

 

© Text: Nicole Rensmann
© Cover: Ueberreuter Verlag
© Foto: Brigitte Melzer

8 Kommentare:

  1. Ich finde das Buch „Der Geist, der mich liebte am besten aber „Vampyr“ ist auch nicht schlecht. Ich bin bereits ein kleiner FAN von Ihren Büchern. Halte am Donnerstag ein Referat über „Der Geist, der mich liebte“ . Echt gelungen und einfach nur sehr flüssig zum Lesen.

    lg Patrizia

  2. Hallo Nathalie!

    Dann schreib Brigitte Melzer doch mal, sie freut sich bestimmt darüber zu hören!

    Beste Grüße, Nicole

  3. Ich finnde das buch kein kuss für finn echt toll ich halte sogar emin referat drüber

  4. Die Bücher von ihnen finde ich richtig gut.Mir persönlich gefallen alle Vampirbücher,aber dieses ist wirklich atemberaubend.Ich freue mich schon sehr auf den dritten Band Von der Serie „Vampyr“.
    Gruß Jessica

  5. Pingback: Nicole Rensmann schreibt … » Blog Archive » Querschnitt-Weltbild

  6. Ich finde das Buch richtig gut. Ich kann nur sagen, dass ist eins meiner Lieblinge. Ein Buch, dass ich 1000 mal lese. Kurz gesagt, ich liebe das Buch. Das ist wirklich toll und ich empfehle es allen Leseratten.
    Gruß Lena

  7. Pingback: Das Memorial - Nicole Rensmann schreibt über … » Blog Archive » Interview Brigitte Melzer 2007

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