Gelesen: »Das Buch von der Zukunft« von Andreas Eschbach

Cover Buch von der Zukunft Eschb achEbenfalls schon älter, ist die Rezension zu »Das Buch von der Zukunft«, die in einer Ausgabe von phantastisch! abgedruckt wurde.

Die Zukunft ist hier!

Ein Bericht von Nicole Rensmann über »Das Buch von der Zukunft« von Andreas Eschbach

Schon immer hatte er den Wunsch gehegt, Schriftsteller zu werden, doch er brauchte Jahre, um sich dies einzugestehen und so suchte er zunächst nach anderen Wirkungskreisen. Obwohl der am 15. September 1959 in Ulm geborene Andreas Eschbach sich bereits in der Grundschule als Comicautor versuchte und mit zwölf Jahren erste Erzählungen schrieb, dauerte es noch etliche Jahre, bis er seinen Wunsch mit dem nötigen Enthusiasmus zu verfolgen begann. Heute gehört er zu den bekanntesten deutschen Phantastik-Autoren, nach dessen mehrfach ausgezeichneten Romanen sogar in Shows wie »Wer wird Millionär?« gefragt wird. Seit 2003 lebt er mit seiner Frau Marianne in Frankreich.
Mit seinem aktuellen Werk schlägt Andreas Eschbach einen neuen Weg seiner schriftstellerischen Laufbahn ein.
»Das Buch von der Zukunft« liest sich wie ein Schulbuch des Faches Gesellschaftslehre, für das sich der Autor mächtig ins Zeug legt, um den Schülern die Zukunft – und die Gegenwart – anschaulich näher zu bringen.
Was hat Andreas Eschbach bewogen dieses Buch zuschreiben? Darauf antwortet er: »Ganz einfach, weil man mich gefragt hat!«
Vereinzelt eingestreute Sätze, in denen Andreas Eschbach erwähnt, wie ein Autor an seine Ideen gelangt, lassen den Leser zu Beginn kurzfristig darüber spekulieren, »Das Buch von der Zukunft« könnte ein Buch über das Schreiben sein. Aber schließlich entpuppt sich die Lektüre als Vision, Erinnerung, Erklärung und Mahnung.

Obwohl Andreas Eschbach im ersten Kapitel von Menschen spricht, die sich mit Vorhersagen für die Zukunft blamierten, scheut er sich nicht davor, selbst Analysen anzustellen.
Er zitiert und skizziert unzählige verstorbene oder noch lebende Persönlichkeiten, darunter Nostradamus und dem Physiknobelpreisträger Richard Feynmann, Philipp K. Dick, Gutenberg, aber auch Darryl F. Zanuck, Chef der 20th Century Fox, der 1946 behauptete: »Das Fernsehen wird keine sechs Monate am Markt halten …«. In vielen Kapiteln kommen weitere Wissenschaftler und Gelehrte zu Wort, was Andreas Eschbach für eine Diskussion über die Zukunft zum Anlass nimmt oder seine eigenen Vermutungen damit unterstreicht.
So spricht er über das nicht mehr weg zu denkende Internet, über Roboter und künstliche Intelligenz, und stellt die These auf, dass die Behauptung, Computer werden eines Tages intelligenter sein als Menschen, nicht eintreten wird.
Sehr interessant gestaltet sich der Abschnitt über Nanotechnologie und Gentechnik.
Sein Studium in Luft- und Raumfahrttechnik dürfte ihn bei folgenden Kapiteln eine Hilfe gewesen sein: So widmet er sich ausführlich der Raumfahrt, dem Leben auf dem Mond, erzählt von Träumen der Menschheit und Aliens, von Raumstationen, Inseln im All, der Erdumlaufbahn sowie unserem Planeten – und Sonnensystem.
Weiter spricht Andreas Eschbach über die Möglichkeiten der Energiegewinnung, den Klimawandel und die Bevölkerungsentwicklung, sogar die Rolle der Frau in der Gesellschaft kommt nicht zu kurz. Er spekuliert über Kriege und die Politik der Zukunft.
Ob Andreas Eschbachs Aussagen und Hypothesen über die Zukunft zutreffen oder eines Tages widerlegt werden? Ob wir die Befürchtungen oder Hoffnungen des Autors – so wie unsere eigenen im Bezug auf die Zukunft – tatsächlich noch erleben werden?

Niemand wird das beantworten können, aber eines ist – spätestens nach der Lektüre – klar:

Die Zukunft ist schon längst da!

Andreas Eschbach
DAS BUCH VON DER ZUKUNFT
Ein Reiseführer
Rowohlt Verlag
ISBN 3871344761
16,90 Euro

Webtipps:

Print-Tipps

Immer wieder lesenswert: Andreas Eschbachs Kolumne im Magazin phantastisch!

© Text: Nicole Rensmann


Ein Kommentar:

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