Gelesen: »Das wahre Kreuz« von Jörg Kastner (Achtung: mit Verlosung!)

Sein Vater war Science Fiction Fan und führte den 1962 in Minden geborenen Jörg Kastner schon in früheren Jahren an die Serie Raumschiff Orion heran, was ihm sicherlich viele Jahre später zugute kam. Nach seinem Abitur und dem Wehrdienst studierte Jörg Kastner im Jahre 1984 Jura an der Universität Bielefeld.

Obwohl er erst spät den Wunsch verspürte als Schriftsteller zu arbeiten, blickt er mittlerweile auf ein beachtliches Veröffentlichungskontingent zurück.

Seine ersten Artikel veröffentlichte er in Magazinen, unter anderem in dem viel zu früh eingestellten »Phantastische Zeiten«. Zahlreiche Kurzgeschichten folgten. 1991 erschien »Das große Raumschiff Orion Fanbuch«, und ein Jahr später »Das große Karl May Buch«.

Er schrieb jedoch auch zahlreiche Krimis unter Pseudonym, u.a. für Heftserien wie »Amerika«. Doch der große Durchbruch brachte seine vor zehn Jahren bei Bastei erschienene Germanensage.

Heute veröffentlicht er historische Romane, in denen die Phantastik nicht zu kurz kommt. Auch seine Frau Corinna schreibt phantastische Erzählungen, die bei Bastei und Rowohlt erschienen sind. Gemeinsam leben und arbeiten sie in Hannover.

Jörg Kastners aktuellen Roman »Das wahre Kreuz« brachte Ende März der Knaur Verlag heraus.

Zum Buch

Cover KastnerDer Junge Zeichner Bastien Taport gehört zu dem wissenschaftlichen Team, das Napoleon Bonaparte im Jahre 1798, geschützt von vierzigtausend Soldaten, nach Ägypten folgt. Seinem Ziehonkel Jean Cordelier, ein Priester und Historiker, hat er es zu verdanken, dass er an dieser Expedition teilnehmen kann. Und so weicht Bastien auch nicht von der Seite seines Onkels, den er wie einen Vater liebt und dem er sein Leben zu verdanken hat.

Auf Bonapartes Befehl hin beginnen sie mit den Ausgrabungen eines Tempels in Kairo, auf dem ein tödlicher Fluch lastet.

Doch die Archäologen, allen voran Jean Cordelier hören nicht auf das Geschwätz der Einheimischen und betreten den Tempel durch eine von ihnen entdeckte Luke.

Als Jean und Bastien mit einer Eskorte Soldaten die Katakomben erkunden, folgen sie den Schreien einer Frau und befreien die wunderschöne Fremde aus den Klauen von Männern, deren Gewandungen an mittelalterliche Ritter erinnern.

Bei dem Kampf gelingt es Onkel Jean, einem der Ritter ein Schwert zu entwenden, dessen besondere Beschaffenheit ihnen weitere Rätsel aufgibt, sie jedoch auch dazu veranlasst mehr über die fremdartigen Ritter herauszufinden.

Bastien verliebt sich in die schöne Unbekannte, der er zunächst kein Wort entlocken kann, die aber beruhigende Heilkräfte zu besitzen scheint. Doch nur Bastien fällt diese Gabe auf, auch ist er sicher, dass sie weitere Geheimnisse verbirgt. Sie fasst Vertrauen zu ihm und Bastien gelingt es, den Namen anhand ihres Amuletts zu erraten: Ourida – die Rose.

Des Nachts träumt Bastien immer wieder von Kämpfen, in denen er selbst als Ritter auftritt und das Leben Ouridas beschützt. Und nicht nur sie allein muss er vor seinesgleichen behüten: ein Kreuz – das für die Christen wichtigste Kreuz – muss bewahrt werden. Doch nicht jeder ist dazu befähigt.

Bastiens Träume entpuppen sich als kurze, visuelle Zeitreisen in die Vergangenheit, die er – mit Ouridas Hilfe – auch tagsüber durchlebt. Seine Liebe zu Ourida verändert ihn und zum ersten Mal belügt er seinen Onkel, nicht jedoch ohne von einem schlechten Gewissen geplagt zu werden.

Mit Hilfe von Maruf ibn Saad, einem Einheimischen, der die europäischen Gepflogenheiten kennt und teilweise auch lebt, versuchen sie mehr über die Kreuzritter, die in dem Tempel lebten, zu erfahren. Bei ihrem Besuch lernen sie Afhal – die Tochter des Maruf ibn Saad – kennen. Und Bastien ist fasziniert von der rebellischen Schönheit. Dann lernt er Bonaparte persönlich kennen. Dieser hegt großes Interesse an Ourida und bittet Bastien, ihr französisch zu lehren.

Hin und hergerissen zwischen den beiden Frauen, entscheidet sich Bastien jedoch rasch für Ourida – verbindet die Zwei doch so viel mehr. Ihre junge Liebe droht jedoch erkannt zu werden: Bonaparte schickt Bastien zu seinem Onkel und zurück zu den Ausgrabungen des Tempels, bei dem alles begann.

Bastien lüftet ein weiteres Geheimnis des Tempels. Und fortan schwebt er in Lebensgefahr und durchlebt seine eigene Historie erneut. Nicht nur seine Träume tragen nun dazu bei, dass er erkennt, wer er wirklich ist und welche Aufgabe ihm und auch Ourida zuteil geworden ist. Zahlreiche neue Menschen tragen zu seinem besseren Verständnis bei – doch sie alle schweben in höchster Gefahr …

»Das wahre Kreuz« ist eine aus Bastiens Sicht in der Ichform geschriebene Erzählung. Die Gedanken des Bastien Taport sind jedoch nicht immer nachvollziehbar, oft scheinen sie in einem Abschnitt abzureißen. Ein paar mehr Sätze und Ausführungen hätten dem Roman sicherlich nicht geschadet. Die teilweise, aber nicht immer, auf etwas altertümlich getrimmte Sprache wirkt eher gestelzt und unsicher. Auch sind die Dialoge und speziell Bastiens Gedanken um seine große Liebe Ourida ein wenig pubertär.

Dennoch war eindeutig das Zwiegespräch zwischen dem Autor Jörg Kastner und seinem Hauptcharakter Bastien herauszulesen. Jörg Kastner muss sich somit sehr in seine Figur hineingefunden und dessen Weg miterlebt haben, was sehr für seine Art zu Schreiben spricht. Mir selbst ist es jedoch leider nicht gelungen mit Bastien mitzufühlen, er blieb mir bis zuletzt fremd.

Der unerbittlich und blutig dargestellte Kampf der Religionsanhänger, die Worte und Gedanken Bastiens zu dem auch heute noch aktuellen Thema und die daraus resultierende Mahnung gegen Glaubenskriege geben dem Roman einen durchaus angenehmen, aber nicht zu schwerfälligen, politischen Touch.

Das Buch selbst ist als Hardcover mit Schutzumschlag und Landkarten im Inneren sowie Bildern zu den drei großen Teilabschnitten schön gestaltet. Ausführliche historische Daten geben noch einmal die Zeiten der Kreuzzüge und Bonapartes Leben wieder. Überrascht nahm ich allerdings die alte Rechtschreibung wahr, in der das Buch gedruckt wurde.

Zur Verlosung

Wer sich lieber selbst einen Eindruck von »Das wahre Kreuz« von Jörg Kastner verschaffen möchte, der sollte sich an der Verlosung beteiligen, die »Das Memorial« parallel mit der Literaturseite »Schreib-lust.de« veranstaltet.

Wer gewinnen möchte, muss eine Frage beantworten. Für denjenigen, der den obigen Text gelesen hat, sollte die Beantwortung allerdings keine Probleme darstellen.

Unter allen richtigen Einsendungen werden drei Exemplare verlost.

Einsendeschluss ist heute in zwei Wochen, am Samstag, den 28.04.2007.

In diesem Zusammenhang ein großes Dankeschön an den Knaur Verlag!


Die Frage:

Was bedeutet der Name Ourida?

Antworten bitte an VerlosungKastner@nicole-rensmann.de


Jörg Kastner
Das wahre Kreuz
Historischer Roman
Knaur Verlag, März 2007
426 Seiten
ISBN 978-3-426-66198-7
18,90 Euro

Webtipps:

© Text: Nicole Rensmann
© Cover: Knaur Verlag

Diese Rezension steht auch auf folgenden Webseiten:

www.schreib-lust.de

 

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