Blaze

Eben brachte der Paketdienst ein amazon-Päkchen, das u.a. »Blaze« von Richard Bachman enthielt. Stephen King, der das Vorwort dazu geschrieben hat, steht aber – aus gutem Grund natürlich – deutlicher größer auf dem Cover. Denn schließlich ist Mr. Bachman niemand anderer als Mr. King himself. Die Copyright-Hinweise verschweigen den wahren Autoren dann auch nicht mehr und auch das Porträt auf dem Umschlag gibt über Bachmans Identität Klarheit.

Interessant ist der Hinweis auf bereits erschienene Bachman-Books:

The Long Walk

Roadwork

The Running Man

Thinner

The Regulators


Wer sich mit den Kingschen/Bachmanschen – Werken auskennt, weiß sofort, dass »Rage« fehlt.

Aufgrund der sich wiederholenden Attentate an Schulen, hat Stephen King den Roman vom Markt nehmen lassen. Ich finde, dass Stephen King sich hier durchaus verantwortungsbewusst verhalten hat, obwohl ich nicht glaube, dass ein Buch, ein Film, ein Spiel alleine daran schuld ist oder der alleinige Auslöser sein kann, wenn Jugendliche zum Mörder werden.

9 Kommentare:

  1. @Oliver – Ich kann Marcels Meinung auch verstehen, nachvollziehen und finde sie sogar richtig. Ich sehe aber auch die andere Seite.

    Roadworld – lustig … das war ein freudscher Vertipperle!, den ich geändert habe. Danke für den Hinweis. 😉

  2. Ein kurzer Besuch bei Amazon zeigt, dass „Amok“ auch bei uns jetzt fünf Jahre nicht aufgelegt wurde, aber noch reichtlich antiquarisch zu bekommen ist. Die deutsche Situation muss ja auch nicht mit Kings Rücknahme im Zusammenhang stehen, vielleicht wird das Buch morgen neu aufgelegt. Und wenn nicht, da sehe ich auch keine wilden Preise in Zukunft, weil das Buch ja schon häufig mal in hoher Auflage gedruckt wurde.

    Nebenbei: Einige werden den Roman ja kennen, ich fand den auch wirklich „nicht ohne“.

    Ich habe ja eigentlich gar nicht so viel Verständnis für alles und jeden ;o) , bei dem obigen Disput habe ich aber sowohl für Nicoles, als auch für Marcels Standpunkt Verständnis. Ich denke persönlich auch, das ist schlicht Selbstschutz von King. Aus diesem Grund hat er ja auch den Attentäter in „Dead Zone“ nicht direkt abdrücken lassen, das kann ich verstehen.

    Ist „Roadworld“ eigentlich Dein Fehler oder kommt der schon im Buch vor, Nicole? 😉

  3. Ich frage mich gerade wieviele Bibliothekare das Werk jetzt als Bachmann katalogisieren werden. Nun ja, es IST halt so dass das was auf der Haupttitelseite steht bindend ist. Weswegen man Wolfgang Hohlbeins Hexer auch schon mal unter dem Namen Craven im Katalog findet… 😉
    Ad Astra

  4. @Marcel – Ich vermute, dass es nicht das Thema ist, sondern – wie erwähnt – das Gewissen, das einen quälen könnte. Wenn ich als Autor wüsste, dass einige fehlgeleitete Individuen meine Bücher als Anleitung für kriminelle Handlungen oder als Alibi verwenden würden, könnte ich dauerhaft auch nicht mehr ruhig schlafen. Und einem Stephen King ist es doch scheißegal, ob er ein Buch mehr oder weniger auf dem Markt hat – da zählt der ruhige Schlaf vermutlich mehr. 😉

  5. Ertappt!

    Nein, ernsthaft: ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass man sich solchen Themen nicht aus Angst vor Nachahmern verweigern darf. Man muss sich damit sogar auseinandersetzen, heutzutage mehr denn je. Politiker verschließen ja gerne die Augen davor, schwafeln herum, suchen Ausflüchte, ist ja alles gar nicht so schlimm …

    Und dann regen sie sich auf über Filme wie „Wut“ (nicht zu verwechseln mit meinem Roman) oder „Guten Morgen, Herr Grothe“, die beide Jugendgewalt an Schulen thematisierten. Oder über einen Film wie „Bloch“, der sich dem Thema Pädophilie nähert.

    Da fällt mir ein: Sabine Thiesler hat ihren „Kindersammler“ ja auch nicht vom Markt genommen, nur weil das Thema Pädophilie so heikel ist und es Nachahmer hervorrufen könnte … Nee, das wurde 150.000 Mal verkauft und immer wieder nachgedruckt.

    🙂

  6. 🙂 Ja, das ist ein interessanter Aspekt, an den hat King sicherlich nicht gedacht. Gib es zu, du wolltest eh nur Werbung für dein Buch machen! Aber du darfst das!

  7. Yep, ich wollte deine Ausführungen nicht kritisieren oder in Abrede stellen. Es stimmt ja alles, was du sagst.

    Allerdings wird er damit freilich auch die Schwarzmarktpreise für „Rage“ deutlich in die Höhe treiben. Und wenn dann ein King-Fan Amok läuft, weil er das begehrte Buch nicht bekommt, na dann möchte ich mal sehen, was los ist … 🙂

  8. @Marcel – Dass du dich in deinem neuen Roman mit der Thematik beschäftigst, spricht für dich und den Roman, auch wenn ich jetzt noch nicht weiß, wie du das gemacht hast. Dennoch muss doch jeder für sich selbst entscheiden dürfen, ob und wie er Gewalt in sein Werk einbringt. Und nach über fünfundzwanzig Jahren kann es bei einem Autor schon mal vorkommen, dass er aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zu seinen Erstlingswerken steht.
    Ich denke, dass King durchaus auf seine Weise verantwortungsbewusst gehandelt hat. Vielleicht nicht nur das, er wollte sich mit dieser Aktion der negativen Publicity entziehen. Denn seine Bücher sind ja nicht das erste Mal bei Attentätern gefunden worden – laut Presse. Ich kann sein Handeln somit sehr gut verstehen. Das ist vielleicht eine Gewissensfrage, was aber wiederum nicht heißt, dass du dich oder sonst wer, nicht mit solchen Thematiken auseinander setzen solltest oder kein Gewissen hättest. Auf keinen Fall!
    Es ist wichtig, dass es Bücher zu brisanten Themen gibt.
    Und wie du ja auch gelesen hast, glaube auch ich nicht, dass Bücher, Filme etc. kriminelle Handlungen unterstützen oder auslösen – da gehört schon mehr dazu.
    Dennoch muss jeder Autor diese Entscheidung für sich fällen und King hat sich nun mal gegen »Rage« entschieden.

  9. Jetzt muss ich mich doch noch mal zu Wort melden – ich weiß nicht, ob das jetzt wirklich „verantwortungsbewusst“ ist, wenn King einen Roman wie „Rage“ vom Markt nehmen lässt, nur weil es zunehmend reale Attentate an Schulen gibt. Darüber lässt sich freilich herrlich streiten, und natürlich werden viele (wie in der Killerspiel-Debatte) behaupten, bloß weg mit derartigen Büchern, Filmen, Spielen, bevor es noch mehr Leute auf dumme Gedanken bringt …

    Falsch!

    In diesem Zusammenhang möchte ich daher auf meinen neuen Roman verweisen, der augenblicklich für Goldmann entsteht. Wie bereits in WUT thematisiere ich erneut soziale Misstände, und diesmal greife ich auch das Problem Gewalt an Schulen/Gewalt gegen Lehrer auf. Verhalte ich mich damit weniger verantwortungsbewusst? Nein, ich versuche nur, die Hintergründe für solche Entwicklungen zu „begreifen“.

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