Gesehen: »Lady in the water – Das Mädchen aus dem Wasser«

Schon die Ausschnitte machten diesen Film für mich interessant, der leider in den Kinos floppte und gleich zwei mal mit der goldenen Himbeere ausgezeichnet wurde.

Doch trotz zahlreicher negativer Stimmen konnte mich bisher nichts davon abbringen. Als Gutenachtgeschichte wird »Das Mädchen aus dem Wasser« angepriesen – und wer bei M. Night Shyamalan einen fantastischen Horrorthriller erwartet, wird tatsächlich enttäuscht.

Denn die Geschichte über eine Blaue Welt, seltsame Kreaturen, die sich im Gras tarnen, um im richtigen Zeitpunkt zum Sprung ansetzen zu können und die zukünftige Königen dieser Welt zu töten, ist alles andere als Horror – es ist ein Märchen. Ein Märchen von einer bezaubernden Nymphe, die den Hausmeister – gespielt von Paul Giamatti –  vor dem Ertrinken rettet. Und der sie nicht nur deshalb, sondern einfach, weil er ein netter Typ ist, im Gegenzug vor den Monstern ihrer Welt retten will. Doch dafür muss er erst einmal hinter ihr Geheimnis kommen und die Mythologie entziffern, aus der „Story“ – die Nymphe – entstiegen ist.

In dem Film gibt es  so viele mythologische Andeutungen, so viel Witz aber auch Tränen, so viel Wahrheit, was unsere Welt betrifft und so viele interessante Charaktere, von denen schon allein vier mir so bekannt vorkamen, als ob ich sie schon ewig kennen würde – nicht zuletzt, weil ich mich mit ihnen identifizieren konnte oder glaubte darin jemanden wiederzuerkennen: Der knallharte, resignierte Film- und Buchkritiker, der davon überzeugt ist, dass es keine guten Einfälle mehr gibt und am Ende eine eigene Horrorstory erlebt, die aber einen anderen Ausgang nimmt, als er vorgesehen hat.

Die alte Dame, die schon vor zwanzig Jahren einen einzigen Roman veröffentlicht hat und sich um herrenlose Tiere kümmert. Der junge Mann – ein Inder –, der sich mit seiner Schwester eine Wohnung in dieser Wohnanlage teilt und schon seit einem halben Jahr an einem Roman schreibt, aber frustriert keine weitere Zeile mehr schreiben kann. Und natürlich der Hausmeister, der für jeden da ist, sich aber doch versteckt, denn er hat seine Familie durch ein schweres Schicksal verloren. Und da wäre noch die Gruppe aus mehreren, perspektivlosen Leuten, die gerne trinken, rauchen und erst vor einer Woche noch über ein wichtiges Thema gesprochen zu haben glauben.

Nicht zu vergessen die beiden Asiaten, Mutter und Tochter, die dafür sorgen, dass die Mythologie überhaupt erst einmal zur Sprache kommt – und zwar in zwei Sprachen. Beide sorgen für herrliche Szenen.

Ich war begeistert, ja ergriffen und werde noch lange an die Geschichte über »Das Mädchen aus dem Wasser« denken.

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