Gesehen: »Harry Potter 5 – Der Orden des Phönix«

Was schreibt man zu einem Film, den jeder gesehen oder über den jeder irgendetwas gelesen hat?

Ich erspare mir und euch den Inhalt, sondern gebe nur einmal meine Eindrücke dieses Kino-Abends wieder:

Es gab viele nette Vorfilme und so gut wie keine Werbung – das mag ich.

Doch als der Hauptfilm begann, kamen mir Ron, Hermine und Harry so schrecklich riesig vor. Das mag damit zusammenhängen, so dachte ich eine kurze Weile, weil wir in der zweiten Reihe saßen … von acht insgesamt, die es in dem kleinen Kinosaal leider nur gab. Meinem Nacken geht es verhältnismäßig gut. Vor meinen Augen flimmert es immer noch, obwohl ich bei einigen Szenen die Augen schließen musste, um nicht Gefahr zu laufen, von einer Migräneattacke heimgesucht zu werden. Ja, wir hätten nicht erst um zehn Minuten vor Filmbeginn ins Kino gehen sollen, dann hätten wir vielleicht in der achten Reihe sitzen können, in der es nur vier Plätze gab – drei hätten uns ja gereicht. Aber wer konnte auch ahnen, dass »Harry Potter« von »Transfomers« aus dem Hauptsaal vertrieben wird?

Im Film fehlten viele kleine, für mich als Leser, wichtige Details. Und Gefühl wollte bei mir nicht einmal aufkommen, als Harry Potters Pate Sirius starb. Zudem fiel es mir schwer, die Personen im Film ernst zu nehmen. Daniel Radcliff ist ein gut aussehender junger Mann, der mich ständig an die Verkörperung eines jungen Helden erinnerte, der nicht mit den britischen Telefonzellen ins Zauberministerium fuhr, sondern sich in einer amerikanischen Telefonzelle umzog. Ja, ich rede von Superman.

Seinen ersten Kuss, in »Harry Potter 5«, den er als »Feucht« bezeichnete, nahm ich ihm einfach nicht mehr ab. Überhaupt wirkten die Darsteller nicht mehr wie zu große Kinder (wie im vierten Film), sondern wie Erwachsene. Die Rollen von 14 oder 15 – jährigen Teenager passen auf die drei Hauptdarsteller nicht mehr und in jedem anderen Film würde man sie als Fehlbesetzung bezeichnen.

Es erschien mir so, als wenn nur noch der phantastische Lesestoff auf die Kinoleinwand produziert werden sollte. Aus purem Kommerz oder nur, um etwas abzuschließen.

Es war ein netter Film, aber leider auch nicht mehr, einer dem Tiefgang und Gefühl fehlte, mit Hauptdarstellern, denen ich tolle, neue Rollen wünsche und einer Ginny, die nicht ein Wort sprach, sondern nur da war und ich mich tatsächlich bis zum Ende fragte: »Wer war das? Wer war dieses nicht mehr ganz rothaarige Mädchen, das so still war und nur ab und an lächelte und ständig in der Gruppe um Harry Potter herum auftrat? Erst später fiel mir ein, dass es Ginny gewesen sein musste. Aber Ginny… meine Güte, eine Weasley und eine Person, die in Band 6 so wichtig wird, scheint im fünften Film, nicht mal eine Nebenrolle gespielt zu haben, sondern einfach nur dabei gewesen zu sein.

Natürlich gab es Action, viele Tricks und bunte Zauber, sogar ein paar Lacher waren dabei.

Aber in Erinnerung wird mir der Film leider nicht bleiben.

Interessant wurde es dann noch mal, als der Film zu Ende war, wobei, das nicht richtig ist. Man muss sich das so vorstellen … der letzte Farbklecks, das allerletzte Bildchen auf der Leinwand, kurz bevor der Abspann beginnt, das Licht geht Sekunden zu früh an und während ich noch ein wenig über die letzen Worte nachsinne, springen die Leute hinter und neben uns quasi auf und über die Sitze und verlassen fluchtartig das Kino. Wir haben uns – als Abspanngucker – gefragt, ob es für denjenigen, der zuerst das Kino verlassen hat, den Eintrittspreis zurückgab. Nun, wir haben es nicht erfahren, denn wir verließen ja als letzte den Kinosaal … ähem … das Kinosälchen. Und so konnten wir Dumbledore persönlich treffen. Oder doch zumindest seinen Bruder, ein wenig beleibter, aber vom Bart her … passend. Der Kinobetreiber hat nicht unwesentliche Ähnlichkeit mit einem weißbärtigen Zauberer. Gut, im Dezember könnte er auch der Vetter vom Weihnachtsmann sein, aber so weit im Jahr sind wir ja noch nicht vorangeschritten.

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