Der Sonntag

So wie heute darf von mir aus das Wetter bis nächstes Jahr im Frühjahr sein. Ich weiß, das wird nichts, aber wünschen darf ich mir das trotzdem. An so einem sonnigen Herbsttag haben wir das gemacht, was ich schon als Kind immer geliebt habe: Wir waren im Wald Kastanien und Eicheln sammeln.

Danach haben wir »Der Herr der Diebe« auf DVD angesehen – sehr schöne Aufnahmen von Venedig, aber es fehlten viele Szenen aus dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke.

Und ab und an saß ich natürlich am Rechner. Ich suche nämlich ein Wort. Ein ganz bestimmtes Wort, einen Ausdruck. Bisher bin ich nicht fündig geworden oder weiß jemand von euch: Wie früher die Fensterladenfeststeller, Feststeller, Ladenhalter oder Ladenfeststeller genannt wurden?

Nicht? Ich habe es befürchtet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man vor hundert Jahren gesagt hat: „Schatzi, klapp doch mal den Fensterladenfeststeller runter!“ oder „Alter, der Feststeller ist kaputt.“

Mein letzter Weg ist also das Archiv. Örgs, die Leute werden mich dort hassen. Vielleicht sollte ich einfach ins Stadtarchiv ziehen? Das würde Zeit, Wege und Telefonate ersparen. Seit ich für »Firnis« recherchiert habe, weiß ich, dass das Internet nicht die Quelle aller Quellen ist und ich träume von einem umfassenden Archiv im Zimmer neben an.

Nun gut. Ich horche morgen mal ein wenig herum, ansonsten erfinde ich eben einen Namen. Das macht gar nichts. Ist ja nur für »Mein Märchen«. Und in einem Märchen muss ja nicht immer die Wahrheit stehen – nicht wahr?! 😉

6 Kommentare:

  1. Das ist auch eine nette Bezeichnung. An so was hatte ich gedacht. Das klingt doch viel schöner als „Fensterladenfeststeller“! 🙂 Danke

  2. Solche Teile hatten wir bis auch an meinem Elternhaus, bis es 1971 umgebaut wurde (Rollläden brauchen sowas nicht).

    Bei uns hießen sie „Räuber“, aber das war in Unterfranken. Warscheinlich sind die Bezeichnungen regional verschieden.

  3. Nein, das sind sie nicht. Das sind die Scharniere der Fensterläden.

    Ich suche eine altertümliche Bezeichnung hierfür:
    http://www.historische-tueren.de/beschlaege/LK_1007.html
    Wenn du den Fensterladen aufklappst, muss du ihn ja an der Wand festhalten und dafür sind diese Herrn (oder auch Damen und andere Wesen) da.

  4. Dann hab ich da vielleicht was für dich:

    „Kloben sind senkrecht stehende Bolzen mit Halterung, die paarweise – unten und oben – an Türstock, Fensterrahmen oder Zarge befestigt werden. Somit können das Türblatt bzw. der Fensterladen in die Kloben eingehängt werden. Man unterscheidet nach der Form einfache Winkelkloben und Stützkloben, nach dem Material der Anbringung Holzkloben und Steinkloben, die unterschiedlich als Einschlagkloben oder Plattenkloben befestigt werden. Weitere Bezeichnungen für Kloben sind Angelzapfen, Angel, Kegel, Haspen, Haspe oder Hespe.“

    Wenn das nicht ein Haufen Begriffe sind, mit denen keiner was anfangen kann. Kloben, oder Haspen finde ich, klingen zieeeemlich alt….

  5. Doch, die Bezeichnung hätte ich gern oder ich erfinde eine – wie gesagt. Es geht nicht um einen Dialog, den gibt es nicht – das war ja nur ein Beispiel. Das ist … ähem … nein, das kann ich jetzt hier an dieser Stelle leider nicht verraten! 😉 Aber trotzdem danke für deine Vorschläge.

  6. Wie wäre es mit „Schatzi, die Klemme hält nicht!“ oder „Mach den Fensterladen fest“?

    Ich würde mich an dem einen Wort nicht aufhängen. Das kannst du doch prima umschreiben. Das Ding mit dem man den Laden fest macht. Nein! So war das nicht gemeint. Aber du kannst doch deinen Dialog oder deine Beschreibung so umstellen, dass du das Kind nicht unbedingt beim Namen nennen musst. Der Laden ließ sich nicht befestigen …
    Sowas in der Art halt.

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