Sterben die kleinen Buchläden aus?

Diese Frage stellt spiegel-online.de. Nicht von den Online-Buchhändler, sondern von den Großketten werden die kleinen Buchläden verdrängt, heißt es in dem Artikel von Hasnain Kazim.

Die kleinen Buchläden müssen mehr auf Service und Beratung setzen, aber auch Lesungen, Signierstunden und andere Veranstaltungen anbieten. Eine Zusammenarbeit mit den regionalen Künstlern und Verlagen wäre ein interessanter Schwerpunkt, den die großen Ketten nicht immer realisieren können – sage ich.

Was meint ihr? Sterben die kleinen Buchläden aus?

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7 Kommentare:

  1. Zitat von Brigitte:
    „Andere Kleine sind so vollgestopft und eng, dass da an gemütlich stöbern überhaupt nicht zu denken ist. Man wird ständig angerempelt, weil sich wieder irgendwer vorbei quetschen will.“

    Ja, so geht es mir in der Buchhandlung in meiner Kleinstadt auch. Was ich damit auch nur sagen wollte ist, dass sie sich nun schon 25 Jahre lang halten konnte, was ich beachtlich finde. Aber, wie schon erwähnt, sie hat in der Nähe auch keine Konkurrenz.

    Das Problem bei den meisten kleinen Buchläden ist, dass sich nicht spezialisieren (meine Meinung). Sie versuchen jeden Bereich abzudecken und weisen dadurch natürlich große Lücken auf. Fazit: Man findet dort nie das, was man gerade sucht.

  2. Also ich suche ja auch so einen niedlichen kleinen Buchladen, wie man ihn immer in den Kinofilmen sieht. Einen, der gemütlich eingerichtet ist und der – trotz winzig kleiner Ladenfläche und kleinst Sortiment – genau die Bücher hat, die ich gerade suche. Aber mir geht es wie Mirja: Ich hab ihn bisher noch nicht gefunden. Alles was klein und niedlich wäre, verkloppt hier meistens nur Esoterik. Andere Kleine sind so vollgestopft und eng, dass da an gemütlich stöbern überhaupt nicht zu denken ist. Man wird ständig angerempelt, weil sich wieder irgendwer vorbei quetschen will. So etwas wie eine Leseecke gibt es gleich gar nicht.
    Wenn ich in eine Buchhandlung gehe, dann ist meine erste Wahl eine kleinere Filiale einer großen Kette – dort ist es ruhig, die haben eine Leseecke und man kann zwischen den weiträumig aufgestellten Regalen und Tischen in aller Ruhe stöbern, ohne gleich von jemandem aus dem Weg geschubst zu werden, der gerade vorbei will (wenn man mal die Weihnachtszeit außen vor lässt – aber da bringt man mich eh nur mit Gewalt in Geschäfte).

  3. Mir geht es da ähnlich wie dir, Mirja, den kleinen, gemütlichen Laden habe ich auch noch nicht gefunden. Im Gegenteil: Ich ertappe mich dabei, dass ich sehr oft in der Mayerschen Buchhandlung herumstöbere, die erst seit Kurzem aufgemacht hat. Dort finden auch die Veranstaltungen statt: Die von dir erwähnte Harry Potter Nacht, Lesungen, Mangazeichenkurse, Signierstunden.
    Das gab es hier bei uns bisher nur sehr wenig. Allerdings kaufe ich meine Bücher meist online. Möglicherweise wird sich das aber auch im Laufe der nächsten Zeit ändern.

    Vermutlich gibt es gemütliche heimische Läden und gemütliche Buchläden von großen Ketten. Letztendlich kommt es ja nicht nur auf den Namen an, der über dem Eingang steht, sondern auch darauf, was die Filialleitung und die Mitarbeiter daraus machen.

  4. Das „den letzten Satz nicht ganz so unterschreiben“ bezieht sich auf Johach, nicht Sabine. Zu lange mit dem Abschicken gewartet.

  5. Den letzten Satz mag ich nicht ganz so unterschreiben. Ich denke, die Bedeutung von großem/kleinen Buchladen ist von Stadt zu Stadt, von Filiale zu Filiale, von Angebot zu Angebot unterschiedlich. In der Stadt, in der ich jetzt seit knapp zwei Jahren hausiere, habe ich noch keinen kleinen Buchladen gefunden, der, ja, zu mir passt, in dem ich mich wohl fühle, der in meinen Augen gemütlich ist. Sie sind mir zu sehr spezialisiert, auf Esoterik-, Religion- oder Kinderbücher. Und wirken auf mich „kalt“ statt „gemütlich“. Ich beneide immer diejenigen, die „ihren“ kleinen Buchladen gefunden haben und von „meiner“/“meinem“ Buchhändler(in) sprechen können. Als ich kürzlich in einer anderen Stadt war, habe ich auf Anhieb einen kleinen Laden gefunden, der „meiner“ hätte werden können. Hier bin ich denn doch meist in den Läden der beiden Ketten, die hier vertreten sind. Die allerdings, erstaunlich für Ketten, eine recht angenehme Atmosphäre haben. Keine hastenden Menschen, oder eher selten; viele sitzen dort und lesen, und es ist relativ ruhig. Bis auf den Gemüsehändler von der gegenüberliegenden Straßenseite, der so gerne röhrend „Feldsalat! Feldsalat!“ anpreist. Nach 2 Minuten im Eingangsbereich möchte man ihn erschlagen. Online kaufe ich Bücher allerdings so gut wie nie. Die zwei-, drei Male, die ich das gemacht habe, waren es Sachbücher, die online unkomplizierter zu bekommen sind. Bei allen anderen Arten von Büchern lasse ich mir das Stöbern nicht nehmen. Fazit: Daran, dass eher die großen Ketten als die Online-Buchhändler die kleinen Läden verdrängen, ist sicher etwas dran.

  6. Hm, ich sehe es mittlerweile auch immer öfter, dass die großen Ketten die Plätze der kleinen Buchläden einnehmen. Bestes Beispiel dafür ist der „Laden um die Ecke“ im Film „E-Mail für dich“. 😉

    Kleinere Buchläden haben oft eine gewisse Stammkundschaft, die den Laden meistens „am Leben erhält“. Denn, wenn jemand nur ein Mal nach einem bestimmten Buch sucht, weil er sonst nicht viel liest oder nur übers Internet bestellt und solche Dinge, wird er zum nächstbesten Buchladen gehen… und die bekannten sind eben die großen.

    Ich denke, kleine Buchläden können sich durchaus halten, wenn es ihnen möglich ist, viele Veranstaltungen zu organisieren (z.B. eine Harry-Potter-Nacht im Buchladen in meiner Kleinstadt) oder, wenn sie nicht viel oder gar keine Konkurrenz in der Stadt besitzen (siehe der Buchladen in meiner Kleinstadt). Ich hoffe, dass kleine Buchläden niemals aussterben, da sie einfach persönlicher und gemütlicher sind als ihre großen Brüder.

    Liebe Grüße,
    Sabine

  7. Solange wir uns nicht dazu verführen lassen, vom Sessel aus nur die großen Ketten zu bedienen und nicht den Weg hin zum Buch scheuen, werden die kleinen leben. Zumindest überleben. Aber die kleinen müssen auch die Gratwanderung zwischen Kommerz und Anderssein schaffen. Die Bestseller auszulegen reicht nicht mehr. Die kriegt man überall in den Sitzspaltglobus geschoben, sogar im Supermarkt. „Meine“ Buchhändlerin hat eine große Kinderbuchabteilung auf ihrer kleinen Fläche. Resultat: Oft kommt man kaum in den Laden, weil Kinderwagen den Eingang versperren. Ich würde sagen, das funktioniert. Welches Kind (und welche Eltern) fühlt sich nicht wohler in einem kleinen, gemütlichen Raum als in einer großen Halle voller Regale und hastender Menschen, die nur die Auslagen abgrasen, „weil sie ein Buch verschenken müssen.“ Buchläden sind für Leser, Ketten für Konsumenten.

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