Verlagsreaktionen

Wer sein Manuskript in einem Verlag unterbringen will, kennt diese Ungewissheit:

Welche Leseprobe nehme ich? Ist das Exposé richtig aufgebaut? Habe ich auch bloß keinen Tippfehler gemacht? Ist die Zusammenfassung aussagekräftig? Ist das Anschreiben zu kurz? Oder zu lang? Passt das Thema meines Buches zum Verlag?

Fragen über die sich jeder Autor – mehr oder weniger – Gedanken machen muss.

Seit diesem Jahr verschicke ich auch wieder fleißig Exposés und ich stelle mir obige Fragen (und noch ein paar mehr) jedes Mal.

Natürlich richte ich mich auf eine Wartezeit ein. Ich weiß, dass es dauern kann, bis das Lektorat den Text geprüft hat. Zwei Jahre war wohl die längste Prüfungszeit, die ein Verlag benötigte eines meiner Manuskripte zu lesen, dabei war das eine Novelle. Und am Ende war es keine Absage, ich nahm mein Angebot nur zurück, weil mir dazu geraten wurde. Eine Entscheidung, die ich heute bereue. Denn ich hätte im Nachhinein gerne gewusst, was wäre wenn …

Aber das ist gut und gerne neun oder zehn Jahre her.

In dieser Zeit habe ich schon einiges erlebt und einen dicken Leitz-Ordner Absagen gesammelt. Ärgerlich sind dabei nicht die Formschreiben, das ist ein notwendiges Übel der Verlage. Wie sollen sie auch persönlich auf jede Absage eingehen? Nein, ärgerlich ist es vielmehr dann, wenn eine Absage innerhalb von wenigen Tagen erfolgt und eindeutig ersichtlich ist, dass das Exposé nicht mal ausgepackt wurde. Das habe ich zwar noch nicht oft erlebt, ist aber auch schon vorgekommen. Da grübele ich dann darüber nach, ob es an meinem Name gelegen hat, ich die Farbe des Umschlags nicht richtig gewählt oder ob ich die Adresse schon falsch geschrieben habe. Oder was sonst zu dieser umgehenden Rücksendung geführt haben kann.

Natürlich könnte ich die Antwort durch einen Anruf herausfinden, doch längst steht nicht mehr auf allen Verlagsbriefbögen die Telefonnummer dabei – vermutlich aus gutem Grund. Auch ein notwendiges Übel, das ich von Verlagsseite verstehen kann, als Autor juckt es mich dann doch in den Fingern. Bisher habe ich es bei ein bisschen Frustschieben belassen, den Telefonhörer dort gelassen, wo er hingehört und ein neues Anschreiben an einen anderen Verlag verfasst.

Was ich noch seltener erhalte, in den letzten Wochen aber gleich zwei mal, ist eine Eingangsbestätigung. Kürzlich per E-Mail, heute per Post. Das finde ich richtig toll! Natürlich ist das keine Bestätigung dafür, dass mein Exposé gut ist oder die Geschichte veröffentlicht werden soll. Aber so weiß ich, der Brief ist nicht verloren gegangen und dort – im Verlag – sitzt jemand, der sich nicht nur die Mühe macht mir über den Eingang Bescheid zu geben, sondern sich gewiss auch die Zeit nimmt, das Exposé zu lesen. Auch wenn es ein paar Wochen oder möglicherweise Monate in Anspruch nehmen wird.

Find ich super!

4 Kommentare:

  1. Vielen Dank, Manuela! Das ist sehr lieb von dir!

    Herzliche Grüße, Nicole

  2. Liebe Nicole,

    ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg für deine Manuskripte …

    Manuela

  3. Das ist doch bei allen Sachen so: Frage 10 Leute und du erhältst 11 Meinungen. Jeder muss das für sich am Sinnvollsten heraussuchen. Was anderes geht leider nicht.

    Und natürlich sind Eingangsbestätigungen aufwändig. Das ist ganz klar, aber weil sie nicht oft kommen, stechen sie positiv hervor. Und das muss ja schließlich auch mal gesagt werden. 🙂

  4. Über die Philosophie, ob man telefonisch nachhaken soll, da streiten sich die Gelehrten kräftig drum, in jeder Karriere-Sonderbeilage steht was anderes.

    Eingangsbestätigungen sind halt aufwendig und teuer – aber auf jeden Fall sehr schön und aufmerksam, das finde ich auch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.