Meine erste SF-Story

Habe ich schon einmal von meiner ersten Science Fiction Geschichte erzählt? Ich weiß es schlicht und ergreifend nicht und falls ich mich somit wiederholen sollte, schiebe ich das

a) auf eine Nacht mit Schüttelfrost und Hitzewallungen (ja, ich geh gleich wieder ins Bett und trinke auch schon die zweite Kanne Tee, aber ich kann ja nicht den ganzen Tag liegen).

b) auf mein voranschreitendes Alter, denn mit 30 geht es abwärts, heißt es, und die habe ich deutlich überschritten.

c) auf a) + b) = eine Mischung, die den geistigen Verfall eindeutig beschleunigt.

Meine erste, mir bewusst in Erinnerung gebliebene, SF-Story schrieb ich in der 10. Klasse. Meine Aufsätze waren meinem Deutschlehrer meist zu verworren, zu seltsam zu … was auch immer – nicht mehr Wert als eine Drei, wenn überhaupt. Das lag sicherlich auch oft am Thema und den extremen Richtlinien, die Aufsätzen in der Schule unterliegen.

Dann bekamen wir eine Vertretungslehrerin. Wir Schüler haben uns damals über sie lustig gemacht, denn sie war Amerikanerin, sprach nicht flüssig deutsch und unterrichtete uns in Deutsch. Das erschien uns – logischerweise – paradox. Auch sonst war sie sehr seltsam, ziemlich aggressiv, oft schrie sie rum und warf auch schon mal mit Büchern nach uns. Nun, später erfuhr ich, dass sie immense Probleme hatte, aber das darf keine Entschuldigung sein. Doch darum geht es auch nicht.

Bei ihr schrieben wir einen Aufsatz. Thema: Science Fiction.

Wenn ich zurückdenke, habe ich da wohl meine Leidenschaft am Schreiben entdeckt. Und noch mehr: Ideen. Kein Schema, keine Vorgaben. Und so schrieb ich über eine Welt, in der es keine Bücher mehr gab (mit denen Lehrer nach Schülern werfen konnten) und alles nur noch virtuell vonstatten ging. Einiges, was ich damals so beschrieb, erinnert mich an den heutigen Alltag, allerdings bin ich froh, dass es nach wie vor noch Bücher gibt.

Wie dem auch sei: Die Tatsache, dass ich meinen Ideen freien Lauf lassen konnte, brachte mir mit die beste Arbeit der Klasse ein.

Danach habe ich mich aber wieder in mein Schneckenhaus zurückgezogen und es dauerte noch einige Jahre, bis ich mich traute meine Ideen aufs Papier und anschließend an die Öffentlichkeit zu bringen.

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