Rezension zu Mister Zed auf fantasyguide.de

Christel Scheja rezensiert »Mister Zed« auf fantasyguide.de und meint:

„Man merkt, dass sich das Ende des ersten Zyklus von „Rettungskreuzer Ikarus“ mit Riesenschritten nähert, denn die Ereignisse werden sprunghaft voran getrieben.

Nach Monaten der Sorge, eine Waffe zu finden, mit der man der Bedrohung der Outsider ein für alle Mal ein Ende bereiten kann, hat man diese jetzt gefunden. Die Crew der Ikarus reiste in die Zeit vor der großen Stille zurück, um dort heraus zu finden, was die Feinde damals davon abhielt, auch diese Galaxis zu übernehmen. Captain Sentenza und seine Crew versuchten so umsichtig wie möglich zu agieren, doch sie mussten erfahren, dass man bereits auf sie wartete und ihr Erscheinen nur einen Kreis von Ereignissen schloss.

Sie erfuhren von der Existenz der ultimativen Waffe. Doch um an die Pläne für die sogenannte „Hyperbombe“ zu gelangen, müssen sie den Erfinder selbst aufsuchen, der zurückgezogen auf einer Forschungsstation lebt: „Mister Zed“.

Dort angekommen stellen Sentenza und seine Begleiter fest, dass Wahnsinn und Genialität Hand in Hand gehen. Eigentlich interessiert sich Mister Zed gar nicht mehr für das Schicksal anderer, sondern lebt in einer eigenen Welt, in der er der Herr über Leben und Schicksal seiner Untergebenen ist, mögen sie nun Menschen, Klone oder Cyborgs sein. Seine Freundlichkeit ist nur Maskerade.

Vor allem Sonja di Mersi bekommt dies zu spüren – vielleicht weil sie die ganze Zeit ein ungutes Gefühl hat und ahnt, dass er nicht ehrlich zu ihnen ist? Noch kann sie keine zufriedenstellende Antwort finden.

Mister Zed scheint ein besonderes Interesse an der Chefingenieurin der Ikarus zu haben und stellt ihr auf recht derbe Art und Weise nach. Doch es bleibt sowohl ihr als auch Sentenza zunächst nichts anderes übrig, als seinen Launen nachzugeben, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Bis zu dem Moment, in dem er ihnen seine wahren Absichten und ein grausames Geheimnis enthüllt.

Anders als seine Vorgänger ist „Mister Zed“ nicht von einem Stamm- sondern einem Gastautoren geschrieben worden. Zum ersten Mal bewegt sich Nicole Rensmann im Universum des Rettungskreuzers Ikarus. Durch die abgeschiedene Welt der Raumstation und die geringen inhaltlichen Vorgaben hatte sie große Freiheiten bei der Gestaltung der Geschichte und musste nur auf eine glaubwürdige Darstellung der Charaktere achten.

Um es sich einfacher zu machen, verzichtet sie darauf, alle Charaktere einzubringen und schildert sie große Teile aus der Sicht von Sonja DiMersi und gibt der Chefingenieurin ein Seelenleben, das weit über das übliche Maß hinaus geht.

Sie scheut sich auch nicht, das zu thematisieren, was die anderen Autoren bisher weitestgehend ausgelassen haben – ihre Rolle als Mutter zu thematisieren, die seelischen und körperlichen Probleme, die es mit sich bringt, sein Kind nicht bis zum Ende, sondern von einer künstlichen Gebärmutter austragen zu lassen.

Nichtsdestoweniger bekommt man einiges geboten, was zu einer richtigen Space Opera gehört, einen durchgeknallten Wissenschaftler, der an den Bösewicht in „Lost in Space“ erinnert, seine abgedrehte Welt bevölkert von willenlosen Sklaven und Cyborgs, die viel von ihrem Schöpfer angenommen haben.

Sie jagt die Helden in einer Tour de Force durch die Forschungsstation und lässt sie mehr als einmal ins Schwitzen kommen und es gibt auch einiges an Verlusten zu beklagen.

Es ist zwar ungewohnt, etwas mehr an Gefühlen als sonst von Sonja DiMersi mit zu bekommen, aber insgesamt macht Nicole Rensmann ihre Sache sehr gut. Der Roman ist spannend, abgedreht und unterhaltsam. Er fügt sich nahtlos in den Zyklus ein und wirkt ganz und gar nicht wie ein Füllband.

„Mister Zed“ ist zwar kein Schlüsselroman der Reihe, bietet aber dennoch spannende Unterhaltung und durchweg intelligente, abenteuerliche Space Opera, die immer mit einem Augenzwinkern erzählt wird.“

Quelle: fantasyguide.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.