Gelesen: »Der Ehrliche ist der Dumme« von Ulrich Wickert

Cover: Ulrich WickertJahrelang war er als Tagesthemen-Sprecher bekannt, als Autor ist er jedoch nicht minder erfolgreich.

Schon 2005 brachte Ulrich Wickert sein Buch »Der Ehrliche ist der Dumme« beim Heyne Verlag heraus, indem er sich Gedanken über den Verlust der Werte in unserer Gesellschaft macht. Auf 257 Seiten kann er nur selten in die Tiefe gehen, aber das reicht auch für den Anfang, um all die durchaus nachvollziehbaren Fakten und Erklärungen zu verdauen.

Mit viel Wut, die er in seine Worte legt und mit Nachdruck legt er die Probleme unserer Gesellschaft dar. Er berichtet über politische Betrügereien und Lügen, über die Ausbeutung der Bürger durch den Staat und bringt kuriose Gedankengänge unsere Politiker auf den Tisch. Doch um über den Verlust der Werte zu philosophieren muss auch unsereins dran glauben – und so kommen wir alle gar nicht gut weg. Denn wir sind die Gesellschaft, wir sind es, die den Verlust der Werte verhindern könnten.

Schnell wird klar: Dumme Menschen kann es eigentlich nicht geben, denn ausschließlich und immer, in jeder Situation ehrlich ist niemand von uns. Und doch gibt es dumme Menschen, vielleicht weil sie meist ehrlich sind, wenn auch nicht immer, vielleicht sind es auch diejenigen, die ohne Skrupel und ohne jemals ein schlechtes Gewissen zu haben lügen und betrügen.

Nach der Lektüre dieses Buches bin ich nicht schlauer. Vielmehr weiß ich jetzt, dass ich mit meinen Gedanken über unsere Gesellschaft nicht alleine bin, doch ändern kann ich an vielen Situationen nichts – auch das macht mir »Der Ehrliche ist der Dumme« deutlich und lässt mich somit weniger nachdenklich, eher bestätigt und ein bisschen traurig zurück.

Der erste Satz: »Die Entfernung verzeichnet ein Bild ins Grobe; Feinheiten verschwimmen; nur Umrisse bleiben sichtbar; sie aber zeigen das Wesentliche.«

Webtipps:

 
Ulrich Wickert
Der Ehrliche ist der Dumme
Heyne Verlag
Taschenbuch
ISBN 978-3-453-60019-5
257 Seiten
8,95 Euro
 

© Text:Nicole Rensmann
© Cover: Heyne Verlag

Ein Kommentar:

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