Gelesen: »Vampire! Vampire!« von Markus Heitz

Cover: Vampire! Vampire!Es ist schon einige Jahre her; damals gewann Christoph Marzi den Deutschen Phantstik Preis und bekam ihn von Markus Heitz auf dem BuchmesseCon in Frankfurt überreicht. Vor dieser Verleihung hatte ich das Vergnügen mich mit Markus Heitz über Vampire zu unterhalten. »Ciara« befand sich in der Entstehungsphase. Und ich erinnere mich, dass ich sehr viel über Vampire recherchiert hatte und die Entstehung des Vampirmythos als einfach Erklärung darlegen konnte, ebenso wie Markus Heitz, der als Historiker und Journalist allerdings mit viel mehr Wissen aufwarten konnte.

Aus seinen Worten leitete ich einen Herzenswunsch ab: Ein Buch über Vampire, beleuchtet auf wissenschaftlicher Ebene.

Ob er sich das in Form von »Vampire! Vampire!« vorgestellt hat, kann nur er beantworten. Denn in diesem 220 Seiten Taschenbuch, das im aktuell bei Piper erschien, nimmt er sich dem Thema an – wissenschaftlich und auf humorvolle Weise.

Ein Sachbuch über das populärste Wesen der Literatur.

Und so beginnt Markus Heitz in der Zeit, als Vampire das erste Mal wahrgenommen wurden: Am Anfang des 17. Jahrhunderts. Wir lernen die verschiedenen volkstümlichen Ansichten über Vampire, unterschiedliche Bezeichnungen und Schreibweisen und somit die Entstehung des Mythos Vampir kennen. Wer es vorher noch nicht wusste, erfährt, dass es den Vampir in der uns bekannten Form nie gegeben hat, sondern dieser Mythos aus Urängsten und Unwissenheit der Menschen entstand.

Gespickt mit Eigenwerbung, Zitaten und einer großen Portion Sarkasmus wird »Vampir! Vampir!« zu einem zwar interessanten Werk, in dem die Aufzählungen der auftretenden Vampiraufzeichnungen und somit das teilweise trockene Thema mit Humor transportiert werden sollte. Doch diese Form der Präsentation erscheint fehl am Platz.

Somit ein nicht ganz überzeugendes sekundäres Werk.

Der Literaturnachweis im Anhang ist beachtlich und zeigt, dass Markus Heitz in diesem Sachbuch mit seinem Wissen prahlen hätte dürfen – ganz ohne Eigenwerbung und Ironie.

Fakt ist: Vampire, wie sie in Büchern und Filmen dargestellt werden, gibt es nur in unserer Phantasie. Aber das sollte auch schon vorher klar gewesen sein! 😉

Wer mehr über die Entstehung des Vampirs wissen möchten, der sich an Humor in einem Sachbuch nicht stört, dürfte mit »Vampire! Vampire!« gut bedient sein.

 

Markus Heitz

Vampire! Vampire!          
Taschenbuch
Piper Verlag
ISBN 9783492291811
7,95 €


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Diese Rezension steht auch auf www.schreib-lust.de

 

4 Kommentare:

  1. Pingback: Markus Heitz liest in Remscheid – ein Revue meinerseits aus vielen Jahren Fandom – Nicole Rensmann

  2. Pingback: Nicole Rensmann » Markus Heitz liest in Remscheid – ein Revue meinerseits aus vielen Jahren Fandom

  3. Hallo Markus!

    Danke für deine Erklärung. Mit Humor ist es eben immer schwer, der eine mag ihn, der andere nicht. Der eine versteht ihn, der andere findet ihn nur doof, albern, schlichtweg bescheuert.
    Bei mir ist es eher so, dass ich das Thema spannend finde, nicht an Vampire glaube, aber es dennoch sehr ernst betrachten kann. Dann spinn ich eben, macht ja nix.
    Ich glaube dir sofort, wenn du die „Werbung“ nicht als diese bewusst eingebaut hast und deinen Lesern nur die Bezüge zu deinen Roman aufzeigen wolltest, aber wer die Romane nicht kennt oder nicht gelesen hat, kann das schnell als „Seitenhieb“ sehen.

    Ein Sachbuch im und für das phantastische Genre zu gestalten, haben schon viele versucht, aber es ist noch keinem gelungen, jeden Leser zu überzeugen. Von daher, gräme dich nicht, nur weil ich nicht 100% zufrieden war – ich bins doch eh nie! 😉

    Beste Grüße,

    Nicole

  4. Hallo, Nicole!
    Danke für das überwiegende Lob – ich fasse es mal so auf. :o)

    Da ich das Buch ja geschrieben habe, nur eine kleine Anmerkung zum Humoristischen im Werk:
    Es ist eine Gradwanderung, wenn man einer breiten Leserschaft etwas rein Historisches unterbreiten möchte. Die Leserschaft besteht nun mal zum geringsten Teil aus Historikern, die mir einer nüchtern-wissenschaftlichen Art eines Buch leben können.
    Doch das Buch soll auch diejenigen packen, die neben Infos auch unterhalten werden möchten. Dazu gehört für mich außer einem lockeren Tonfall auch der Humor.
    Um zu zeigen, dass ich das Thema extrem spannend finde, ich aber nicht an Vampire als real existierende Kreaturen glaube, brauche ich die Ironie, um Distanz zu schaffen. Ansonsten haben wir Fantasy-Schriftsteller gleich wieder das Prädikat „Spinner“ auf der Stirn kleben. :o)
    Was die Eigenwerbung angeht: Es geht nicht nur um Werbung. Es zeigt die Verbindung, wie aus einer Recherche ein Roman werden kann und wie sich einzelne Segmente der Historie einfügen lassen. Aber Werbung, sicher, ist es auch. ;o)

    Das war es auch schon an Hintergrundinfo.
    Viele Grüße
    Markus Heitz

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