Ein Besuch beim Zahnarzt

Ich weiß nicht, wie das so bei euch ist: Ich hasse Zahnarztbesuche. Ich hasse eigentlich jede Art von Arztbesuch, aber Zahnarzt steht in meiner Arztbesuch-Hassliste ganz oben.  Da kann der (Zahn-) Arzt noch so nett sein. Letztens war es mal wieder soweit. Der halbjährliche Routinebesuch war es nicht, vielmehr war mir ein Stück von einer Füllung abgebrochen, was ich nicht sonderlich witzig fand. Ob ich nun wollte oder nicht, ich musste.

Und so lag ich dort in diesem Stuhl, dem Arzt ausgeliefert.

Mein Gehirn produziert Zahnarzt-Horrorbilder, all die, die ich in meinem Leben in TV und Kino gesehen habe und die nur dann aufpoppen, wenn ich sie nicht gebrauchen kann – dann, wenn der Zahnarzt mit seinem Bohrer kommt. Und der Zahnarzt redet im Takt des Bohrers mit mir.

Am Schönsten sind die Fragen: »Tuts weh?«

In der linken Seite den Absauger, der sich an meiner Zunge festgesaugt hat und rechts bohrt der Meister. Wie soll ich da antworten?

Nicken oder Kopf schütteln kann unangenehme Folgen haben.

Mir bliebe nur ein unverständliches: »Hoäahhhammnäooh.« Das der Zahnarzt aber sicher als positive Zustimmung seiner Arbeit verstehen würde.

Also bleibe ich ruhig, hoffe, warte ab, vertraue, höre dieses ständige Surren und Summen und verdränge Horrorszenarien mit Bildern von Blumenwiesen, laufenden Hunden, schnurrenden Katzen, prall gefüllten Bücherregalen. Und ich überlege, warum man Zahnarzt wird? Vielleicht, weil man keine Widerworte bekommt und auch keine Diskussionen – zumindest nicht während der Arbeit?

Auf jeden Fall bin ich unendlich froh, wenn ich die Praxis wieder verlassen kann – ohne Blutflecken, mit einem frisch gefüllten Zahn, einer Rechnung in der Tasche und einer tauben Wange, die beim Trinken und Essen zumindest für eine Weile für allgemeine Erheiterung sorgt.

Wie mag das nur sein, wenn ich heute örtliche Betäubungen in die Beine bekomme, weil mir ein Stück Haut herausgeschnitten wird – einmal links, einmal rechts? Nur gut, dass meine Beine nicht sabbern können! 😉

 

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