Tatort: Discounter

Der Mord des gestrigen Tatorts mit Ulrike Folkerts hat mich nicht so sehr geschockt, wie der Umgangston in den Discountern. Die Mitarbeiter wurden schikaniert, schlecht bezahlt, gedemütigt. Mir war klar, dass die Mitarbeiter bei Aldi, Lidl & Co. keine Reichtümer scheffeln. Und ja, die Mitarbeiter beim netto, sehen irgendwie immer schlecht gelaunt aus. Aber die Chefin arbeitet dort mit und ist sehr freundlich.

Dennoch: Wir wissen, ein Tatort bringt die Wahrheit oft zur Sprache. So lernte ich, dass die Discounter die Lebensmittelzulieferer dazu gezwungen haben sollen, den Barstrichcode rundherum ums Produkt zu drucken, damit es schnell, ohne Zeitverlust, über die Kasse gezogen werden kann. Als ich heute ein Aldi-Produkt aus dem Kühlschrank nahm, entdeckte ich den Barcode rundherum ums Produkt gedruckt. Das sehe ich tatsächlich noch als Arbeitserleichterung, doch wenn dieser Punkt stimmt und wir wissen, dass auch über Bespitzelungen bei verschiedenen Discountern in den Medien berichtet wurde, muss ich davon ausgehen, dass auch die Mitarbeiter so schlecht behandelt werden. Das schockt zwar auf der einen Seite, im Grunde ist es aber nichts Neues. Leider.

Dieses Phänomen wird in vielen großen oder kleinen Firmen, nicht nur Discountern, ausgeübt. Dabei vergessen die Damen und Herren der oberen Riege, dass Mitarbeitermotivation nicht über Druck, Wut und Demütigung funktioniert. Schade, dass demnach bei vielen Führungskräfte die Menschlichkeit, die Logik und das Verständnis beim Aufstieg irgendwo auf den Stufen liegen bleibt und zertrampelt wird.

Ich weiß, den Schuh ziehen sich diejenigen, die angesprochen werden, eh nicht an. All denjenigen, die jedoch auf der anderen Seite stehen und ein bisschen Menschlichkeit im Job vergeblich suchen, kann ich nur raten: Nicht aufgeben! Irgendwann kriegt jeder das, was er verdient.

Auch stern.de geht mit einem Interview auf das Thema ein.

Ein Kommentar:

  1. Ja, die Wirklichkeit holt so oft die erfundenen / erschriebenen Geschichten ein. Leider merkt die wenigsten, dass die Personal-Fluktuation nix Gutes hat …

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