Kunde zweiter Klasse

Heute musste ich unbedingt ins Reformhaus. Da gibt es sehr leckere Nuggets – rein vegetarisch natürlich.

An der Kasse war jedoch vor mir noch eine Frau. Ich weiß nicht, was sie bezahlte und wie hoch der Betrag war, denn ich war mit meinen Gedanken woanders und unterhielt mich zwischendurch mit meiner besseren Hälfte. Ich hörte jedoch, dass die Kassiererin der Frau mehrfach die kleinen Brote anbot, die dort an der Kasse standen: vegetarischer Kräuteraufstrich auf Dinkelbrot.

»Und bitte probieren Sie doch!« 

Dann kamen wir an die Reihe. Ich legte also meine Packungen vegetarische Nahrungsmittel auf die Theke. Ich bezahlte. Wir gingen.

Natürlich hätte ich einfach zugreifen können, aber das fand ich unhöflich. Und irgendwie hatte ich wohl erwartet, dass auch uns die kleinen Probierhäppchen angeboten wurden.

War aber nicht.

Tja, anscheinend gehören wir zu den Kunden zweiter Klasse, waren nicht hübsch oder nicht alt genug, vielleicht hätte ich auch noch mehr kaufen sollen oder sollte nicht in schwarz gekleidet einkaufen gehen?

Wie auch immer, soll sie doch ihren vegetarischen Kräuteraufstrich auf Dinkelbrot selbst essen. So.

2 Kommentare:

  1. Muss wohl auch in deinen Genen liegen … 😉

  2. Mach dir nichts draus. Wenn ich durch die Stadt gehe, werde ich oft schief angeguckt. Was kann ich denn dafür, dass ich schwarz und Nieten allem anderen vorziehe? 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.