Wenns mal nicht so läuft

Stephen King schreibt nicht nur gute Bücher, er kennt auch einige Anekdoten, die sich lohnen weiter zu erzählen.

In »Das Leben und das Schreiben« erzählt er über den Autor James Joyce. Dabei betont er, dass es sich bei dieser Geschichte möglicherweise eher um einen erfundenen Bericht, als um die Wahrheit handelt.

„Angeblich kam ihn eines Tages ein Freund besuchen, der den großen Dichter tief verzweifelt auf seinem Schreibtisch liegen sah.

»James, was ist los?«, fragte der Freund. »Ist es die Arbeit?«

Ohne den Kopf zu heben und den Freund anzusehen, stimmte Joyce zu. Natürlich die Arbeit; ist es doch immer, oder?

»Wie viele Wörter hast du heute geschafft?«

Joyce (immer noch verzweifelt, das Gesicht immer noch auf dem Tisch): »Sieben.«

»Sieben? Aber, James…. Das ist doch gut, bei dir wenigstens!«

»Ja«, sagte Joyce und blickte schließlich auf. »Wahrscheinlich schon … aber ich weiß nicht, in welcher Reihenfolge!«“

Diese Geschichte muss es Stephen King auf jeden Fall angetan haben, denn er erzählte sie auch in:

  • „The Politics of Limited Editions,“ in „Castle Rock Newsletter“, Juni-Juli 1985
  • „Turning the Thumbscrews on the Reader,“ in „Book-of-the-Month Club News“, 1987
  • „On Writing,“ 2000

Quellen

Zitat aus Stephen King »Das Leben und das Schreiben«, Heyne Verlag 2000, S. 166

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Aktualisiert (aufgehübscht): 08.10.2016

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Ein Kommentar:

  1. Klaus-Peter Hünnerscheidt

    Irgendwie passt das auch zu James Joyce.
    ‚Ulysses‘ habe ich vor fünf Jahren bis Seite 50 geschafft, dann vor einem Jahr immerhin bis 220. Das ist kein Lesen mehr sondern geistige Schwerarbeit. Ich werde es ein drittes Mal versuchen – aber mit der kommentierten Ausgabe.

    W. Kimball Kinnison

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