Bücher kostenlos zum Download?

Wer für Bücher nichts bezahlen will, sie gerne auf dem PC, PDA oder sonst einem E-Gerät lesen möchte, der weiß, wie er seinen Wunschroman kostenlos im Internet herunterladen kann, denn die Dateien gibt es im virtuellen Wald an jeder Ecke – illegal natürlich. Was bei der Musikindustrie auf Gegenwehr stößt, wird im Reich der Literatur noch schleppend behandelt.

Nun gibt es eine Webseite, gegen die u.a. auch Thomas R. P. Mielke protestiert:

„Es geht um unseren Protest gegen die Internetseite [Link wird nicht genannt] mit inzwischen (nach eigenen Angaben) 14.343 widerrechtlich zum Download angebotenen Buchtiteln.“

In Zeiten, in denen es heißt, das E-Book holt das richtige Buch ein (woran ich allerdings nicht glaube), ist diese Sammlung für Leser interessant, für Autoren aber unerfreulich. Denn wir werden in der Regal nach Buchverkauf bezahlt. Bei regulären kostenlosen Downloads wie z.B. bei Jokers.de ist dies ein Service für den Leser, die Leistung des Autos wird jedoch mit einem Festhonorar honoriert. Völlig legal somit.

Letztendlich glaube ich jedoch nicht, dass  sich daraus ein sehr großer finanzieller Nachteil ergibt. Legale Leser gibt es mehr. Außerdem entdeckt jemand möglicherweise so seinen neuen Lieblingsautor und kauft sich dann ein Buch von ihm. So wie es auch beim Musikdownload häufig der Fall sein dürfte.

Trotzdem ist es illegal, aber anscheinend nicht gravierend genug, um etwas dagegen zu unternehmen, oder?

4 Kommentare:

  1. ich habe sogar eine Klo-Bibliothek und ich habe nicht Dich gemeint, mit den Autoren..

    und eBooks haben nur als Vertriebsweg etwas mit Internet zu tun.

    aber nun gut..

  2. Hallo Mikel, danke für deine Sichtweise und die Erläuterungen. Ich finde das Thema sehr spannend und interessant.

    Naja, ich glaube nicht, dass die Autoren das Netz nicht verstehen.
    Das verstehen wir sehr wohl, aber wir schreiben Bücher, keine Textverarbeitungsprogramme. Ich glaube nicht, dass sich das E-Book nicht durchsetzen wird, weil ich nicht ans Internet glaube – das wohl kaum, sondern weil ein Buch eine Art Fundament ist, etwas, an dem ich mich festhalten kann, das in der Hand wiegt. Ein Artefakt aus einer altern Zeit, dass die Menschheit unzählige Jahrhunderte begleitet. Es muss immer Zeit für Neues sein, aber das Alte brauch deswegen nicht immer und grundsätzlich schlecht sein und verdrängt werden.

    Natürlich kann ich nur für mich sprechen, aber wir haben einen Raum, in dem nur Regale stehen, bestückt mit weit über 2000 Büchern, zudem gibt es in fast allen Räumen Regale mit Büchern, spezifisch zum Raum passend (Küche = Kochbücher etc). Wie sähe das aus, wenn da nur EINE CD drin stünde? Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Mensch ohne Seele!
    Und doch arbeite ich – wie du siehst – sehr viel am PC, ich schreibe daran, ich lebe damit. Es gibt für mich kein „nur“, es muss ein „Beides“ geben.

    Dann kann auch das Buch überleben und das E-Book kommen.

    Online-Verlage gibt es bereits sehr viele. DAS wird aber das Problem des illegalen Downloads nicht verhindern.

    Meinen Sonntag hast du nicht versaut. Warum auch? Ich stelle mich beidem: Ich veröffentliche im Print und zwischenzeitlich auch online – die Mischung aus beidem macht es – meiner Meinung nach.

    Beste Grüße, Nicole

  3. Hallo Nicole!

    Doch, Autoren werden es merken. Auch finanziell. Es is das gleiche, wie bei Filmen und Musik. Es gibt Jazzer, die keine CD’s mehr machen, weil sich der Verkauf nicht mehr rentiert. Hollywood Filme sind z.T. schneller im Netz, als im Kino.

    Und täusche Dich nicht, wenn es denn dereinst günstige und komfortable Hardware gibt und sie wird es bald geben, dann werden solche Seiten boomen. Wenn man etwas dagegn unternimmt, dann wandert das alles in die Ukraine oder die Seychellen, jenseits des deutsche und EU-Rechts. Wahrscheinlich wird es aber wie bei der Musik peer-2-peer Netze wie einst Napster und heute eDonkey geben. Und all der Kopierschutz, den Amazone & Co da mit drauf geben wird gehackt werden. Bei Texten ist das sogar sehr einfach. Was im Bildschirmspeicher steht kann auch von dort gelesen werden. Notfalls eben per Macro Copy&Paste.

    Das Problem ist seit Jahren bekannt, nur die Verlage tun so, als ob es das nicht gäbe.

    Es gibt kein offensives Konzept. Keine wirklich GÜNSTIGEN, nicht kostenlosen, Möglichkeiten des downloads mit EINFACHER Bezahlabwicklung. Könnte man nicht das eingesparte Geld (Print, Vertrieb, Versand fällt weg) zwischen Leser und Autor aufteilen?

    Sobald die Hardware da ist wollen die Besitzer auch Bücher und sie werden sie finden, so oder so.

    Es hat auch noch niemand an ein funktionierendes Bibliotheks-Konzept gedacht.

    Jokers wird sterben, weil es keine dritt-verwertbaren Remittenden mehr gibt 😉

    Und die Autoren? Nun, die meisten Autoren sind froh zu kapiren, wie ihr Email-Client funktioniert, beherrschen ihre Textverarbeitung nur rudimentär.. seufz, wie sollen sie das Netz verstehen?

    Eigentlich wäre es auch eine Chance für Autoren. Ein Autorenzusammenschluss, der ein „Online-Verlag“ betreibt, sowas…

    Aber die meisten Autoren glauben einfach, dass eBooks sich nicht durchsetzen werden 😉

    ach so ja, Zeitungen. Mit den Dingern wird man sehr komfortabel auch Zeitungen lesen können. Die Bild wird es als erstes legal ganz billig auf dem eBook geben. Seufz.

    trotzdem schönen Sonntag wünsch ich Dir

    mikel

  4. Schon okay und schon klar, aber hier kann ich ja nur für mich sprechen, wie gesagt! 🙂

    Eine Klo-Bibliothek… interessant! Mit welcher Buchauswahl? 🙂

    Gruß, Nicole

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