Machen sich Autoren durch Abwesenheit interessanter?

Machen sich Autoren interessanter, wenn Sie nicht öffentlich auftreten oder unerreichbar sind? Sind wir neugieriger auf Walter Moers oder Patrick Süßkind, weil sie kaum bis keine Interviews geben und öffentliche Auftritte meiden? Oder werden sie – trotz ihrer herausragenden Werke – deshalb schneller in Vergessenheit geraten?

Werden Autoren, die bloggen, in Foren schreiben, sich „unters Volk“ und die Leser mischen zu sehr einer von ihnen – den Lesern – und sind sie darum unwichtiger, uninteressanter oder zu gewöhnlich? Wollen Leser zu den Autoren aufsehen, sie als (fast) unerreichbares Mysterium betrachten?

Fragen über Fragen, auf die ihr vielleicht Antworten wisst. Ich bin gespannt.

7 Kommentare:

  1. Böse. Sehr Böse, Herr Dirk!

  2. Klaus-Peter Hünnerscheidt

    Vor Jahren bin ich zufällig auf der Webseite von W. K. Giesa gelandet, von dort ging es per Link zum Hary Verlag. Dadurch auf Star Gate gestoßen und ein Abo dieser Serie getätigt und so nach 20 Jahren Abstinenz wieder in die SF-Szene eingestiegen…
    Weiter ging es zum Marburg Con 2008, dort viele Leute aus der Szene kennen gelernt, dadurch auf die Blogs von Rößler, v. d. Boom, Rensmann, usw., gestoßen.
    Gut, dass es heutzutage diese Möglichkeiten gibt. Auf Distanz gehen doch erst die ganz Erfolgreichen.

  3. Dan Simmons, Kai Meyer, Thomas R. P. Mielke, Markus Heitz, Andreas Eschbach – durchaus Autoren, die in der oberen Liga spielen. Aber sie führen entweder ein eigenes Blog, gestalten ihre News oder ihre Webseite selbst.
    Viele amerikanische Autoren wie Neil Gaiman, Joe Hill oder Jonathan Carroll twittern und bloggen. Und auch diese drei gehören nicht unbedingt zu den Newcomern oder „kleinen“ Autoren. Und das sind nur ein paar wenige Beispiele von präsenten und erfolgreichen Autoren.
    Aber die unterschiedlichen Meinungen sind schon sehr interessant.

  4. Autoren, die zu präsent sind, interessieren mich in der Tat weniger. Hohlbein macht Lesungen, ja. Aber er gestaltet weder seine HP selbst noch einen Blog etc. Das finde ich ganz gut. Alles andere wirkt auf mich leider oft – sorry – ein bisschen amateurhaft, und die meisten AUtoren, die das machen, spielen ja auch eher in unteren Liegen.

  5. Ich finde, es sollte immer das Werk im Vordergrund stehen und nicht der Autor/ die Autorin. Es gefällt mir in letzter Zeit so gar nicht, dass Autoren, die „Modelqualitäten“ haben, vorgezogen werden, da sie „besser vermarktbar“ sind. (Die Bücher werden deswegen nicht besser, sind manchmal sogar richtig mies.)
    Allerdings lese ich gerne Interviews mit verschiedenen Autoren und wenn ich eine Lesung besuche, dann begrüße ich es, wenn ich danach noch etwas mit dem Autor/ Autorin reden kann. Einigeln kann ich nicht verstehen (außer in Extremfällen wie Dan Brown), aber viele Autoren haben sicher schlichtweg keine Zeit, sich in diversen Foren zu tummeln oder gar einen Blog zu betreiben. Manche Autoren lassen sogar ihre Website vom Verlag betreuen…
    Aber klar, Schreiben ist ein Geschäft und der Markt ist groß.

  6. Aber ist Wolfgang Hohlbein präsent? Er macht zwar Lesungen und ist auf der Buchmesse, aber ein Blog hat er nicht und auch in Foren ist er eher nicht zu finden. Er wahrt also schon eine gewisse Distanz zu seinen Lesern.

  7. Mir waren und sind immer Autoren sympathisch, die fest mit beiden Füßen in der Realität verwurzelt sind. Max von der Grün, Sabine Deitmer, Wolfgang Hohlbein – Leute, mit denen man „ganz normal“ reden konnte und kann. Mir ist Kunst im Elfenbeinturm suspekt.

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