Wie man mit rechter Lektüre in den Spiegel kommt

Hätte ich geahnt, dass man mit rechter Literatur, zudem noch mit schlecht geschriebener (Zitat:  „Sonderlich großen Hunger verspürte er nicht, Dr. Krings‘ Leiche lag ihm immer noch im Magen.“), eine Chance hat, in den Spiegel zu kommen, ja, dann, dann hätte ich … nein hätte ich nicht, weil ich morgens noch in meinem Spiegel „Hallo“ sagen möchte.

Für Autoren aus Kleinerlagen ist es ein Schlag ins Gesicht, dass der Spiegel in seinem Artikel „Wacker an die Stahlfront“ über die gleichnamigen Romane „Stahlfront“, eines hier nicht weiter genannten Autoren, berichtet. Der Autor ist fragwürdig, genauso wie der Inhalt der Bücher, die bereits indiziert wurden. Zudem hätte ich dem Autor des glücklicherweise kritischen und negativen Artikels empfohlen, sich zum Thema  in der Kleinverlagsszene umzuhören. Da gibt es einige, die zum Thema – und zum Autor – etwas zu sagen hätten.

Webtipps zum Thema:

  • Dirk van den Boom zu Stahlfront

5 Kommentare:

  1. Rainer Innreiter

    Ich finde es doch ein wenig erstaunlich, wenn ausgerechnet ein Magazin, das ohne A.H.-Cover und zig Berichte zum Thema kaum vorstellbar wäre, sich moralisch über das Interesse an „rechter“ Literatur entrüstet. Die vorgestellte Serie kenne ich nicht, aber ich gehe mit Dirk d’accord: Verbote stellen einen Reiz dar und beflügeln das „Märtyrer-Gen“. Zudem finde ich es heuchlerisch, zwar ständig die berechtigte Abscheu gegenüber den rechten Faschismus zu äußern, gleichzeitig jedoch mit Stalin & Co. kein Problem zu haben. In Wien steht übrigens seit kurzem eine – natürlich aus Steuergeldern finanzierte! – Büste des Mörders Che Guevara … sehr geschmackvoll, oder?

  2. Aber schlechte Presse ist auch Werbung.

  3. Nun ja, „große Presse“ ist nicht gleich „gute Presse“ – zu Recht!

  4. Dann können sich Verlag und Autor ja richtig freuen über die große Presse. Ich dachte immer rechte Schriften wären an sich verboten, aber gut…

  5. In der letzten „Zitty“ – Stadtmagazin in Berlin, Heft 11/2009 – war im Rahmen einer Reportage zum Thema rechte Szene Berlin ebenfalls ein großer, aufschlußreicher Bericht über die Stahlfront-Serie und den Verlag …

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