Warum eine Geschichte in Englisch? Warum auf Twitter?

Als ich die Idee zu @NicolesStory hatte, ahnte ich nicht, dass sich die Geschichte selbst und die Geschichte drumherum so entwicklen würde. Da war nur diese Idee zu einer Story rund um Twitter. Ich dachte darüber nach, welchem Magazin ich diese Geschichte zusenden könnte, noch bevor ich überhaupt zu schreiben begann.

Mir fiel keins ein, außer Twitter selbst. Da gibt es zwar kein Geld, aber Resonanz.

Doch auf Deutsch? Würde das funktionieren? Gibt es in Deutschland genügend Twitterer, die diese Form der Literatur annehmen? Ich las oft die Tweets meines  Mannes, der nur in Englisch schreibt. Der Ton war anders. Ich beschloss also @NicolesStory in Englisch zu verfassen.

Oh Gott, dachte ich. So gut bin ich doch nie. Aber ich wollte immer in Englisch lesen, schreiben, sprechen. Das war die Chance mich selbst zu treten. Und ich trat. Jeden Tag. Einen Monat lang. Und mithilfe meines Mannes, der meine Texte lektorierte.

Es gab keine Resonanzen von außen. Nur die Verfolger auf Twitter – vier stets die Gleichen (Danke an @grizzybz, @MrsSnaff, @carocade und @NilsAJohnson) – fragten, forderten, litten mit dem Protagonisten und brachten mich auf einen gänzlich anderen Weg als ich ihn vorherbestimmt hatte. Und das war okay, genau das war es, was mir Spaß machte.

Die Verfolgerzahl wuchs, die meisten lasen, meine interaktiven Mitbestimmer blieben die Gleichen.

Wer braucht schon ein Millionenpublikum, wenn er eine kleine, beständige Fangemeinde hat?

Ich schrieb diese Geschichte nicht in einem durch, sondern jeden Tag ein paar Sätze, denn ich wollte auf die interaktiven Inputs der Verfolger eingehen. Und ich wollte selbst mitlesen und mich vom Tag inspirieren lassen. Eine fertig geschriebene Geschichte hätte nie diese Wandlung durchmachen können.

So ergab sich auch erst im Laufe der Zeit, dass der Protagonist Nick heißt – ja heißen muss, denn „N. Rensmann’s Story“ ist seine Geschichte, die er schreibt. Ich helfe ihm nur ein bisschen unter einem Pseudonym @NicolesStory.

Dann musste ich zum Ende kommen. Ich brauchte eine Pause und die Verfolger auch. Das Lesen auf Twitter ist schwieriger, die Zusammenhänge kompliziert zur verfolgen, so ist eine komplexe Beschreibung der Orte auch kaum machbar. Wichtig ist es, die Leser zu behalten, sie zu animieren, ihnen Lust zu machen auch am nächsten Tag weiter zu lesen. Ich brauchte jeden Tag einen Cliffhanger, und das war nicht immer einfach.

Doch mir war klar, ich musste diese Geschichte weiter schreiben, Nick und mir eine weitere Chance und eine neue Herausforderung geben.

@carocade fragte mich, ob es meine Website auch in Englisch gäbe. Natürlich. Daran hatte ich nie gedacht.

Die Verfolger wollten und sollten wissen, warum ich @NicolesStory schreibe und wer sie jeden Tag mit neuem Lesestoff versorgt.

Und nun liegt meine Vita und dieser Text in Englisch vor. 

Danke fürs Mitmachen, Mitfiebern, für neue Ideen und diese feinen interaktiven Streuungen.

 

 

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