Möchtegernschnösel

Kennt ihr nicht?

Erkläre ich euch gleich. Vorab: Alle netten, zuverlässigen und ehrlichen Handwerker mit Rückgrat, die hier durchaus schon Arbeiten durchgeführt haben, sind von nachfolgenden Zeilen ausgenommen.

Wer auf seiner Website eine E-Mail-Adresse angibt, muss – so meine Meinung – auch fähig sein, diese E-Mails abzurufen und sie beantworten. Handwerker (oder nur eine geringe Anzahl von ihnen)  können das nicht.

Solche Anfragen werden ignoriert.

Merke: Rufe Handwerker nur an.

Gesagt. Getan.

Für einen Ortstermin haben sie fast immer Zeit. Da kommen sie schnell, wirken kompetent bis aufgeblasen.

Während einer zwar schnell sein Angebot faxt, das aber so dermaßen schlecht aufgeschlüsselt, Beträge per Hand durchgestrichen und schlichtweg überteuert ist, schickt ein anderer erst gar keins.

Obwohl mir klar ist, dass auch nach einer Woche kein Angebot mehr kommen wird, weil die Firma zurzeit einen Großauftrag hat (sehe ich jeden Tag) und für einen Pups-Auftrag keine Zeit findet, rufe ich an und frage, ob da noch was kommt.

Ich erhalte die Antwort. „Ich erkundige mich und rufe Sie zurück.“ Meine Naivität ist schuld daran, dass ich nicht sofort nachhakte: „Wann?“

Merke: Frage grundsätzlich nach, wann das Angebot oder der Rückruf erfolgt.

Ich habe also keinen Rückruf erhalten und auch nach wie vor kein Angebot. Das kommt nicht zum ersten Mal vor.

Was mich an Handwerkern stört ist, dass sie keinen Schneid haben, so ehrlich zu sein und zu sagen, dass sie für einen Kleinauftrag im Augenblick keine Kapazitäten frei haben. Es wäre doch möglich, dass wir durchaus damit einverstanden sind, wenn der Auftrag erst in acht oder zwölf Wochen durchgeführt wird, wenn das Angebot entsprechend gut ist?

Nein, sie schreiben erst gar keins, damit der Kunde glaubt, er sei vergessen worden und unwichtig.

Nur die Herrn Handwerker vergessen, dass der Großauftrag eines Tages erledigt ist.

Aber wir wissen, dass nicht immer was Neues kommt. Dann kämen so ein paar Kleinaufträge, die durchaus auch zu Großaufträgen werden könnten,  von diesen unwichtigen Normalokunden gerade recht. Tja. Pech gehabt.

Eigentlich müsste ich jetzt Namen nennen. Aber auch für die Wahrheit kann ich wegen Geschäftsschädigung bestraft werden. Ja, so ist das. (Wobei auch hier vergessen wird: Geschäftsschädigend ist der eigene Auftritt und die Arroganz, die so mancher Handwerkerbetrieb an den Tag legt).

Intern, hier um mich herum, wird es keine Empfehlung geben, darauf können Sie sich verlassen. 

Dies ist übrigens leider kein Einzelfall, sondern nur aktuell. Aber ich bin sehr froh, dass es auch zuverlässige Handwerker gibt. Nur für diesen Zweig muss ich den jetzt erst mal noch finden.

7 Kommentare:

  1. Niemand ist perfekt, wir machen alle Fehler, jeder vergisst mal etwas. Das ist vollkommen klar.
    Manchmal muss eine Frau oder eine Sekretärin oder ein guter Freund auch mal sagen: „Hey, Alter. Bis hierhin und nicht weiter, das schaffst du nicht.“
    Denn ganz klar, wenn du dir zu viel auf die Schulter packst, brichst du irgendwann unter der Last zusammen. Kennt ja jeder, in unterschiedlichen Bereichen.
    „Nein“- sagen lernen, muss auch geübt werden. Das wäre vielleicht ein Seminar für deinen Ex-Chef gewesen! 😉

    Wenn er es dann doch noch macht, muss er mit den Konsequenzen leben. Und für mich ist es nun einmal so, dass ich mir dann jemand anderen suche.
    Weißt du, als Kunde muss ich nicht hinter einem Handwerker herlaufen. Mehr als nachfragen kann ich nicht, so viele Chancen habe ich der Firma ja gegeben.
    Die hat sie nicht genutzt. Und wie gesagt, ich glaube nicht, dass es mit einem Terminproblem zusammenhing.

    Aber es schön, dass du versuchst eine Erklärung zu finden, die anders aussieht als meine. Ich will das auch gar nicht abstreiten, nur wenn gewisse Erlebnisse mehrfach mit unterschiedlichen Personen auftreten, und von verschiedenen Seiten an einen herangetragen werden, dann klingt das erst mal nicht, als wenn 80% der Handwerker ihre Termin nicht auf die Reihe bekommen.
    Und wenn das wirklich so ist, dann wundere ich mich, dass sie in ihrer Selbstständigkeit überhaupt ein Stück voran gekommen sind.

    Das ist eine handwerkskammerliche Chaostherorie mit der ich nicht arbeiten kann! 🙂

  2. Wow, easy, so wie es aussieht, sitzt der Stachel tief, darum vielleicht etwas verständlicher.
    Ich bin ein Mann, und bei Männern ist das Folgendermaßen!
    Es gibt da Freunde, die man eben so kennt, von früher noch, mit denen man sich ab und zu trifft, und die man eben hin und wieder auch zum Grillen oder was auch immer einlädt.
    Und dann gibt es die, ja wie soll ich sie nennen, vielleicht Tag und Nacht Freunde. Wann immer, wo immer, ich bin da, keine Frage, keine Problem.
    Von denen war eben nicht die Rede gewesen, und nun zurück zu den Handwerkern.
    Ich hatte mal einen Chef, auf den folgendes zutraf. Er war nett, äußerst. Hilfsbereit, unglaublich. Zuvorkommend, freundlich, intelligent, gebildet und hatte in seinem Job mehr drauf als viele andere, denen ich im Laufe meines Arbeitslebens begegnet bin.
    Aber aus irgendeinem Grund, den ich niemals verstehen konnte, in den drei Jahren die ich für ihn gearbeitet habe, hat er es niemals wirklich geschafft, seine Termine auf die Reihe und in die richtige Reihenfolge zu bekommen.
    Trotz Kalender, technischer Hilfmittel, Frau, Sekretärin, uns in der Werkstatt, er hat es nicht gebacken bekommen, und ich habe nie wirklich verstanden warum das so gewesen ist. Das war keine Arroganz, keine böswillige Absicht, es war nur so, dass er zuweilen versucht hat es jedem Recht zu machen, und dadurch hat er es niemandem Recht machen können.
    Und manchmal versucht man eben alles unter einen Hut zu bekommen, aber es funktioniert nicht, und wenn derjenige der es verbockt hat, dann nicht die Eier in der Hose hat und sich bei dem „geschädigten“ meldet, dann bleibt dieser eben auf der Strecke.
    Und wenn man ein bisschen Lehrgeld bezahlt hat, dann kommt man doch immer wieder auch ml an einen guten Handwerker, und bei diesem bleibt man dann eben auch.

  3. Das kann ich nicht bestätigen, da ich Freunde habe, die sich auf Mails immer melden und das meist sogar per Telefon. Meine Freunde sind zuverlässig und erreichbar, deshalb sind es auch meine Freunde. Umgekehrt ist das genauso: Ich bin erreichbar und melde mich auch – sowohl im Privaten als auch im Geschäftlichen.

    Wer von mir nicht innerhalb 24 Stunden etwas hört, musst davon ausgehen, dass die Mail nicht angekommen ist oder mir was passiert ist. Ich erwarte nicht von allen nach 24 Stunden eine Antwort, aber von einem Betrieb sollte es spät. am Wochenende möglich sein, die Mails zu beantworten.

    Und … ich bin genauso selbstständig wie mein Mann. Wir handhaben das beide so. Alles andere ist schlechter Service und den kann sich unsereins nicht leisten, egal wie die Zeiten sind.

    Vergessen werden kann immer etwas, das ist richtig, aber wenn ich anrufe und nachfrage, sollte es doch wohl möglich sein DANN daran zudenken. Nee, sorry. Sowas ist mir schon häufig passiert, es sind keine Einzelfälle.
    Die Gründe sind mir auch egal, ich nehme eben einen anderen oder mache es selbst.

    Abgesehen davon: Es gibt ja gute Handwerker. Ich habe mich da heute mit unserem Haus- und Hofinstallateur unterhalten. Sehr gute – aber kleine – Firma.

    Gruß, Nicole

  4. Liegt das wirklich nur an den „Handwürgern“ an sich, oder ist dass nicht auch etwas, was man überall und täglich beobachten kann?
    Schreibt man 10 Leuten eine Mail, und fragt, ob man sich hier oder dort am Samstag zum Grillen treffen möchte, hat man schon wirklich großes Glück, wenn man von der Hälfte der Angeschriebenen eine Antwort erhält, oder?
    Und wenn es darum geht, mal den einen oder anderen Ausflug zu planen, dann haben dieselben Individuen ihren Terminkalender nicht dabei, kommen aber auch nicht auf die Idee, unaufgefordert Zuhause nachzusehen wann sie denn Zeit hätten, und dieses der Allgemeinheit mitzuteilen!
    Und genau so ist es mit Handwerkern in der heutigen Zeit! Sie können nicht anders als jedem eventuellen Auftrag nachzugehen, nur arbeitet bei den meisten kleinen Betrieben der Chef noch mit, geht dann nach der Arbeit ausmessen, Angebote schreiben, und zwischendurch noch telefonieren und planen, und dann wird das eine oder andere eben vergessen!
    Und trotz heutiger Technik ist es ihnen scheinbar nicht möglich Termine zu planen und zu koordinieren.
    Das war aber schon immer so gewesen, und darum gibt es die Handwerker und die Handwürger, und die wahre Kunst dabei ist eben schon beim ersten Telefonat herauszufinden, welchen der beiden man da an der Strippe hat!

  5. Nee, der, der jetzt im Dreck steht, ist schon wieder ein anderer, denn das Fenster ist ja schon drin. 😀 Dafür ist er dank zweier leicht verwirrter Chefs zwei Tage zu spät dran … Aber sehr fleißig. 🙂

    So langsam wird es warm hier …

  6. Knietief im Dreck zu stehen, rechtfertigt auch nicht den Service und die Zuverlässigkeit zu vernachlässigen, aber recht geschieht es ihm! 😉

    Und ein Schokoladeneis kriegt auch schon mal nicht, ist ja wohl klar! 🙂

  7. Ja ja, das kennen wir leider auch. Unserem neuen Badfenster haben wir wochenlang hinterhertelefoniert. Rückrufe wurden zwar versprochen, aber irgendwie war es wohl äußerst schwierig, die richtige Telefonnummer zu wählen. Nun denn, das neue Fenster ist drin, was lange währt usw.

    Und im Moment klopft und hämmert es wieder in unserem Haus, nachdem die Baustelle zwei Tage lang wegen verpatzter Absprache zwischen zwei Firmen still ruhte. Nun steht ein Handwerker knietief im Dreck, während ich es mir hier gemütlich machen kann. 🙂

    Merke: Alles wird gut!

    P.S.: Ich bin immer noch für ein grooooßes Schokoeis. Soll wieder heiß werden heute …

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