Gelesen: »Blutvertrag« von Dean Koontz

Cover: Dean Koontz, BlutvertragErster Satz: »Wenn eine Eintagsfliege über einen Tümpel gleitet, hinterlässt sie nur eine kurze Spur im Wasser fein wie Spinnweben.«

Timothy Carrier – Tim – ist Maurer, er hat keine Frau, aber zwei sehr gute Freunde: den Barkeeper Liam und seine Frau Michelle.

Jeden Abend trinkt Tim ein Bier in Liams Bar. An einem dieser Abende kommt ein nervöser Mann auf ihn zu, überreicht ihm einen Umschlag, erklärt, dass es die zweite Hälfte gibt, wenn sie erledigt ist und verschwindet.

Tim findet schnell heraus, was diese Übergabe bedeutet, nicht zuletzt, weil kurz darauf der Killer – der sich auf den ersten Blick als Polizist entpuppt – auftaucht. Doch Tim behauptet er sei der Auftraggeber und zieht die Ermordung an Linda Paquette, wie ihm ein Foto ihm Umschlag mitteilte, zurück.

Er ahnt, dass das nicht ohne Folgen bleiben wird. Tim warnt Liam und Michelle vor und bittet sie nichts von ihm zusagen. Dann sucht er die Frau auf, die ermordet werden soll, und erzählt ihr, was passiert ist. Linda Paquette, eine Schriftstellerin, ist nicht überrascht, obwohl sie nicht weiß, warum jemand sie ermorden möchte.

Tim erhält einen Anruf von Liam und kurz darauf vom Killer persönlich.

Sie flüchten, doch er ist ihnen auf den Fersen.

Der Killer – mit den Initialen RK – ist ein Psychopath erster Klasse. Systematisch durchsucht er Lindas Wohnung und was er dabei zu erzählen weiß, klingt nach emotionslosen Wahnsinn. Nur der Tod ist es, der ihn anmacht – und er mag es, wenn dieser nicht zu schnell eintritt. Er freut sich darauf, Linda und Tim in die Finger zu kriegen. Doch Tim stellt sich bei der Flucht ausgesprochen schlau für einen Maurer an. So wie Linda und Tim, hegt auch der Killer ein Geheimnis, die alle drei erst mit der Zeit – und letztendlich im Showdown – gelüftet werden.

»Blutvertrag« ist eine Mischung aus Dean Koontz’ Werken »Dunkle Flüsse des Herzens« und »Mr. Murder«. Besser als letzterer, aber schlechter als der erstgenannte Roman.

Aber der Roman reiht sich dennoch in die spannenden Thriller gekonnt ein.

Zahlreiche Geheimnisse, einige Verschwörungstheorien, ein Cop (der Gute), ein Mann (der noch bessere), eine Frau (die Interessante), ein Hund (Der Schüchterne) und ein total durchgeknallter Killer (der Angst einflößende) machen »Blutvertrag« zu einem typischen Koontz-Roman.

Ein paar übertriebene und unlogische Szenen werden schnell verziehen, denn der Roman ist ein Actionthriller und Action ist – das wissen wir aus den Filmen – selten immer logisch.

»Blutvertrag« ist Spannung, gewürzt mit purem Wahnsinn und einer Prise Liebe.

Fazit: Sehr lesenswerte Kost für zwischendurch!

Dean Koontz
Blutvertrag
Originaltitel: »A Good Guy«
Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt
Hardcover mit Schutzumschlag
Weltbild Verlag, 08/2009
400 Seiten
ISBN 9783828994898
10,95 €

Der Roman ist zurzeit nur bei Weltbild.de erhältlich.

2 Kommentare:

  1. Ja, ich mag seine Stil auch und habe nicht umsonst alle seine Werke hier (auch die uralten, unter Pseudonym).
    Diese kleinen, versteckten, poetischen Sätze hat er auch er hier wieder drin. Das ist schon am Ersten Satz ersichtlich!

    Viel Spaß beim Lesen!

    Nicole

  2. Wow – klingt nach einem Buch, das ich unbedingt auch haben muss. Habe schon einiges von Dean Koonz gelesen und finde seinen Stil klasse.

    Klingt aber in der Tat ganz schön abgefahren die Story – aber dafür ist der Autor ja bekannt. Danke für diese Rezension Nicole und

    liebe Grüße
    Irene

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