The Tempest und die historischen Lesungen

Im heutigen  „The Tempest“ – Ausgabe 11 – 11 – November 2009 (Teil 1 von 2) erschien ein Bericht von mir über historische Lesungen. Eigentlich hatte ich damals nur auf einen Aufruf reagiert, indem über die eigenen Lesungen erzählt werden sollte. Nun ist nachfolgender Bericht erschienen. Bilder zu den historischen Lesungen gibt es in „The Tempest“ nicht, aber auf meiner Website.

„Historische Lesungen“
von Nicole Rensmann

Die Berichte in „The Tempest“ haben mir gut gefallen, und ich kann verstehen, warum Leser lieber zu einer Lesung gehen, bei denen ihnen  etwas geboten wird. Als Autor muss ich den Leser somit mehr als nur  ein paar Textstellen aus meinem Buch bieten.

Dennoch bin ich der Meinung, dass ich als Leser den Autor selbst hören und ich als Autor meinem Text meine eigene Stimme geben möchte.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist für mich unerlässlich, dabei ist es mir  egal, ob ich vor Kindern oder Erwachsenen lese. Beide Zielgruppen sollen von mir so gut wie möglich unterhalten werden, dabei lerne ich nach jeder Lesung dazu.

Die Auswahl der Textstelle nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, ebenso die Suche nach einem geeigneten Musiker, den Leseorten und dem möglichen Rahmenprogramm, das nicht immer – aufgrund unterschiedlicher Bestimmungen in den Räumlichkeiten – gleich ausfallen kann. Besonders wer  in historischen Gebäuden liest, muss damit rechnen, dass z. B. Kerzen oder eine anschließende Kaffee-/Sekt-Runde nicht immer erlaubt sind.

Ich übe! Ich übe viel, laut und lang. Ich übe die Betonungen, mache  mir u. U. Notizen, wenn ich merke, dass ich mich an einer Stelle häufiger verhasple. Manchmal streiche ich auch Sätze, die für die Lesung unwichtig sind, oder füge Details hinzu, zum besseren Verständnis  des Zuhörers.

Die Lesung

Die Handlung meines Romans „Firnis“ spielt im Bergischen Land, die Charaktere gelangen durch ein Gemälde von der Gegenwart in die Vergangenheit. Eine wichtige Rolle spielt der Maler Ferdinand Hermann Moritz, der im 19. Jahrhundert gelebt hat. Aus seinen Bildern erfand ich eine Collage, die im Roman detailliert beschrieben wird.
Bei den Lesungen war es mir somit wichtig, dass ich in historischen Räumen oder an historischen Orten lese. So fand eine Lesung im Deutschen Werkzeugmuseum statt, direkt neben Haus Cleff, das aus dem  19. Jahrhundert stammt und zum Roman passt. Dort konnte ich auch auf  einige der von Moritz gemalten Bilder zurückgreifen. Der Aha-Effekt  der Leser war eindeutig, als sie die Beschreibung der Collage hörten
und die tatsächlichen Bilder sahen.
Zudem spielte der Maler zu Lebzeiten Gitarre, und natürlich musste bei  dieser Lesung ein Gitarrist dabei sein, der die spannenden Stellen mit  seiner Musik unterstrich. Er unterhielt die Leser auch in der kleinen Pause, in der ich mich umzog, die Lichter heruntergefahren und die  Kerzen angezündet wurden. Denn die Reise in die Vergangenheit sollte  auch optisch und atmosphärisch dargestellt werden. Und so kehrte ich  mit einer Kerze in der Hand und in einer Kluft aus dem 19. Jahrhundert
zurück, um ein Stück aus dem historischen Teil zu lesen.
Am Ende der Lesung pustete ich die Kerze aus. Die Zuhörer wussten, die  Lesung ist vorbei. Anschließend saßen oder standen wir noch alle lange  beieinander, denn es gab zu diesem Anlass Kaffee, Saft und Bergische Waffeln. Die Resonanz war durchweg positiv.

Besondere Orte

Besondere Leseorte in meiner unmittelbaren Umgebung sind Schloss Burg,  aber auch das Rotationscafé in Remscheid-Lennep, das für Lesungen eine  gemütliche Stimmung verbreitet, und ebenso das Deutsche Röntgen Museum, in dem ich bereits zweimal lesen durfte:
– http://www.schloßburg.de
– http://www.roentgenmuseum.de/

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