Gelesen: »Landesbühne« von Siegfried Lenz

Sigfried Lenz "Landesbuehne" bei amazonErster Satz: »Schau dir das an, Professor«, sagte mein Zellengenosse, »komm her und schau dir das an.«

Die erzählende Ich-Person – der Professor – beschreibt sein Leben im Knast, vor allem aber das seines Mitinsassen Hannes. Beide sitzen wegen kleinerer Delikte im Gefängnis. Als ein Bus mit der Schauspieltruppe der »Landesbühne« in den Hof des Gefängnisses einfährt, verändert sich das Leben zahlreicher Insassen schlagartig, denn sie tauschen ihr Leben und somit ihre Strafe, mit dem der Schauspieler, besteigen den Bus und fahren geradewegs in die Freiheit und somit in das kleine Dörfchen Grünau, wo sie für Aufsehen und Begeisterung sorgen und dem Ort Leben, Kultur und neue Ideen schenken.

Doch wie lange werden Hannes, der Professor und ihre Kumpanen unentdeckt bleiben?

Auf der »Landesbühne« wird ein teils ernstes, teils heiteres und ironisches Stück über Wahrheit und Betrug aufgeführt. Siegfried Lenz erzählt von einem Rollentausch, der missglücken muss, alles andere wäre nahezu unpassend. Aus den Geschehnissen und Begebenheiten ziehen die Protagonisten ihre Lehren, die als beginnende Weisheit bezeichnet werden könnte.

Das Gefühl der Freiheit und  die Angst, entdeckt zu werden, bewegen sich jedoch nur an der Oberfläche und so fehlt es der Geschichte an intensiveren, ausgeprägten Momenten, die eine Novelle von Siegfried Lenz ausmacht.

Dennoch: Eine stellenweise tiefgründige Lektüre, die zum Nachdenken anregt – über die Leichtigkeit des Betrugs und den Sinn sich in Geduld zu üben.

Besonderes Zitat (S. 52) : »Phantasie an die Macht!«

Siegfried Lenz
Landesbühne
Hoffmann und Campe
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-455-04282-5
120 Seiten
17.00 €

Der Roman ist auch für 20,- € als Audiobuch erhältlich.

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