Das Krankenkassenkarussell

Die Krankenkassen verlangen Zusatzzahlungen? Warum sparen sie nicht mal an anderer Stelle? Damit meine ich keinen Jobabbau.

Wir sind sehr zufrieden mit unserer Krankenkasse, das vorab.  Und wir haben auch noch keine Mitteilung über eine Erhöhung erhalten. Dennoch: Sparen kann ja nicht schaden und so frage ich mich manchmal, ob die zahlreichen Briefe, die hier für jedes Mitglied (4) wiederholt eintrudeln, nicht eingespart werden könnten. Wenn ich überlege, dass so eine große Krankenkasse vielleicht 1 Millionen Mitglieder hat und 1 Millionen Mitglieder darüber unterrichtet werden, dass die Bearbeitung des Bonusheftes noch eine Weile dauert und dann wieder darüber unterrichtet werden, dass die Bonusgutschrift nun erfolgt und dann wieder ein Brief kommt, in dem das neue Bonusheft zugesandt wird – beginnt mein Gehirn zu rauchen, denn DAS kann ich ohne Taschenrechner gar nicht mehr ausrechnen.

1 Millionen Briefe = 1 Millionen DIN A4 Papier, 1 Millionen Briefumschläge und 1 Millionen mal 0,55 Cent Porto.

Natürlich, das ist ein Informationsservice. Auf der einen Seite ist das toll, aber sicherlich ließe sich einiges virtuell davon erledigen und somit sparen und die Umwelt weniger belasten. Mir ist klar: Das ist nicht bei allen Versicherten möglich, die älteren Patienten verfügen häufig nicht über einen Computer und sind auf Briefe angewiesen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Einsparungen nicht unerheblich sind, wenn zumindest die Möglichkeit besteht, seine Unterlagen, Briefe und Infos per E-Mail zu erhalten. Aber das ist eigentlich nicht das Problem:

Vor kurzem wurde mir von einer internen Stelle gesagt, dass die großen Krankenkassen sehr wohl Gewinne machen, die sie dann an die kleinen Kassen weitergeben müssen.

Das verstehe ich nicht. Warum dürfen die Kassen ihre Gewinne nicht an ihre Kunden weitergeben?

Warum erhöhen große Kassen, die Beiträge, nur um dann noch mehr Gewinne an noch mehr kleine Kassen weiterzugeben, die aber auch ihre Beiträge erhöhen?

Das erschließt sich mir nicht, scheint mir sogar ausgesprochen unlogisch und ich frage mich, ob es sich hier um eine Art Scheinerhöhung handelt, damit das Geld anschließend – ja an wen weitergegeben wird? Zurück an den Staat? Ab er der behauptet doch auch, dass diese Erhöhungen unsozial sind. Was geschieht dann mit dem „Noch-Mehr-Gewinnen“?

2 Kommentare:

  1. Heiko Bernhörster

    Seltsam finde ich auch immer diese „Clubhefte“, die von den Krankenkassen verschickt werden: Schaut da jemand wirklich rein? Kann man die auf ePaper umstellen, wie man es beim ADAC kann?

    Könnte man auch sparen…

    Heiko

  2. Das wirkliche Übel sind nicht die Krankenkassen, sondern die Pharmaunternehmen und Apotheken. Gerade Apotheker haben eine unglaubliche Gewinnspanne. Verschreibungspflichtige Medikamente, die im Einkauf wenige Cent bis 10 Euro kosten, werden Krankenkassen mit 100 Euro berechnet. Dagegen sollte die Politik noch wesentlich mehr tun. Dieses Monopol muss einfach weg, in anderen Ländern geht es auch.

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