Der Unterschied zwischen real und virtuell liegt in der Tiefe.

Ich habe neben meiner Website und kleineren Ablegern, dieses Blog und zwei weitere Blogs, bin bei Xing und Twitter – hatte dort drei Accounts. Ich habe eine Freundeseite und eine Fanseite bei Facebook. Bei Piper-Fantasy.de habe ich ebenso einen Account wie bei lovelybooks.de. Ich war auch bei StayFriends, vor längerer Zeit.

Aber es wird Zeit, das virtuelle Leben weiter einzuschränken:

@NicolesStory auf Twitter ist beendet. @WirSchreiben ist ebenfalls beendet.

Bei Xing bin ich nur – mehr nicht. Xing hat mir noch nie irgendwelche geschäftlichen Kontakte ermöglicht. Wenn das über Xing möglich ist, dann nur, indem ich auch in den Foren aktiv bin. Aber wann soll ich dann möglichen Geschäftskontakten die Aufträge erfüllen?

Bei Twitter zwitschere ich weniger. Meine Freundesseite auf Facebook wird jetzt gekillt. Warum?

Ich habe 377 Freunde auf Facebook und täglich kommen neue dazu, ich erhalte täglich mehreren Einladungen zu Seiten, Institutionen und Veranstaltungen. Ich kann keine davon besuchen. Nun, ich könnte vielleicht, wenn ich durch die halbe Welt reisen wollte, aber wann soll ich dann schreiben? Was wird dann aus meiner Familie, meinen Kindern, den Tieren?

Ich war noch nie ein Partygirl und mische mich auch nur aus beruflichen Gründen unter viele Menschen. Oberflächlichkeit ist mir ein Gräuel. Tralala ist nicht meins.

„377 Freunde“. Das ist doch Blödsinn. Ich weiß, dass ich nur auf einen Freund von diesen 377 Freunden zählen könnte, wenn hier die Bude brennt. Und diesen Kontakt habe ich seit mehr als zwanzig Jahren im Real Life.

Es fehlt mir die Zeit und die Übersicht alle Einträge der 377 „Freunde“ zu lesen.

Aber Freundschaft – wahre Freundschaft – ist wichtig. Sie muss gepflegt und gehegt werden – und doch benötigte sie weder das Eine noch das Andere, weil wahre Freundschaft auch besteht, wenn man sich nicht jede Woche in der Kneipe namens „web“ trifft oder jeden Tag zwei, drei Zeilen austauscht. Freundschaft funktioniert nicht zwischen 140 Zeichen und Freund 221 und 222.

Es ist unfair, denn ich kann nicht für 377 Freunde da sein – sicher, sie verlangen es nicht, und doch wünscht sich jeder Aufmerksamkeit, sonst hätte das Social Media nicht diesen Erfolg.

Bei Twitter verfolge ich 350 User und mich verfolgen über 1100. Das ist toll, dafür bin ich dankbar. Aber melde ich mich mal zwei Tage nicht, fällt das nicht mehr auf, meine Abstinenz geht unter – meine Person ist unwichtig, weil auch diese Kontakte zwar oft schön, interessant, witzig, lehrreich, nett, informativ und liebenswert – aber auf Dauer oberflächlich sind. Und umgekehrt ist es genauso: Wichtige Einträge ziehen an mir vorbei, es bleibt nicht die Zeit auf jeden einzugehen und Freundschaften aufzubauen – wahre Freundschaft. Und das ist schade, denn das vielbesprochene Social Web schlidderte auf eine Oberflächlichkeit zu, die für Kommunikation und Freundschaft nur schädlich sein kann.

Ich hatte viele Bekannte, als ich noch in Foren unterwegs und Administrator war. Als ich diese Foren verließ, verlor ich alle Bekanntschaften auf einen Schlag. Ich entschied mich gegen das Medium, nicht aber gegen die Menschen – und dennoch: eine E-Mail benötigt mehr Zeit, als eine PN oder DM mit wenigen Zeilen.

Bekannte kommen und gehen, aber Freunde bleiben für immer.

Meine Freundesseite bei Facebook werde ich darum abschalten. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr mich auf der Fanseite – besser noch hier in meinem Blog – weiter begleitet. Natürlich, das ist nicht das Gleiche, ich kann euch nicht zurückverfolgen, bin nur eine Seite von vielen und kein Freund. Und ich verstehe, wenn sich nun einige meiner „Freunde“ abwenden.

Es fällt mir nicht leicht, die Freundesseite zu schließen und während ich das hier schreibe, denke ich: »Ach, ist doch egal!« Damit unterwerfe ich mich dem Zwang des Sozialen Internets. Früher waren es die Kreditkarten die fächerartig aus dem Portemonniae fielen, heute sind es die Links zu den eigenen Social Media Seiten, die ein bisschen angeberisch wirken.

Aber ich will mich keinen Zwängen unterwerfen, dem Sog der sozialen Webplattformen entziehen und weigere mich dieser Droge freien Eintritt zu gewähren. Es geht nicht ohne Internet. Alle meine beruflichen Kontakte sind über das Internet entstanden, aber um überhaupt noch Zeit zum Arbeiten zu finden, muss ich manche virtuellen Bereiche schließen. Ich möchte nicht an der Oberfläche der virtuellen Welt leben, und eintauchen könnte ich nur, wenn ich mein wirkliches Leben auf ein Minimum reduzieren würde.

Und das will ich nicht!

Internet – Fluch und Segen!

Es gibt also viele Gründe, warum ich mit meiner Freundesseite bei Facebook offline gehen und die Fanseite ausbauen werde. Auf jeden Fall bleibt noch genug von mir im Internet. Noch.

36 Kommentare:

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  4. Hallo Nicole,
    ich finde es sehr sehr gut, dass man solche Seite (wie z.B bei dir)gründet.
    Auch ich spreche aus eigene bzw. zu letzt sehr schelchte Erfahrung wegen Facebook. Ich bin dabei, mein Account zu löschen in Kürze, nach ca. 3 Jahren.
    Anfangs fand ich es sehr spannend, viele Freunde zu sammeln. Auch eine Umschulung, dass ich vor gut 2 Jahren begonnen habe, war es Gang und Gebe die Kollegen/innen auf meiner Liste zu setzen.
    Der Knall fing dann an, als eine Schülerin die wohl damit nicht klar kam, dass ich ihr Aufmerksamkeit schenkte mich auf Facebook blossstellte. Diese ging es soweit, dass mit der Zeit, dass war als ich kurz vor einer körperliche und mentale Erkrankung stand, ich es aber nicht selber nicht ahnte von weitere bestimmte Kandidaten auch übers facebook gemobbt wurden. Seit der Diagnose, worüber die ehemaligen Kollegschaft mehr oder weniger erfahren haben, wollten sie versuchen, sich bei mir zu entschuldigen. Jedoch habe ich bei die sog. „Kollegen“, die mir in den Rücken rein fielen es abgelehnt. Selbst seitdem, fühle ich mich nicht mehr wohl, u.a. auf Facebook. Dies hat sich bemerkbar gemacht, dass wenn die sog. Kandidaten, Komments oder Likes geben, ich total vermeide in deren Nähe auch was dazu beizutragen.

    Generell bin ich jemand, der mit echten Leute im REALEN leben, telefoniert und auch treffen tut. Denn aus meiner Sicht hält man auch nur so eine wahre soziale Kontakt (abgesehen von den berufliche und privaten Einschränkungen)
    Alles andere, ist mir zu oberflächlich, insbesondere virtuell. Nach meiner gesundheitliche Zusammenbruch, wurde mir auch bewusst, dass mir nur die Leute die persönlich und auch guter Umgang zu mir haben, auch gut tun. Gott sei dank habe ich meine guten. Bis auf (leider) zu einem Freund: Auch er gehöre normalerweise in meiner engen Freundeskreis leider kam durch euin ziemliches teilweise dummer Vorfall die gesamte Situation ins Wanken. durch seine zusätzliche gesunheitliche Erkrankung beschloss ich vorerst, dass der kontakt abgebrochen wird. Dennoch hoffe ich, dass nach Jahre(zehnte) genau der Tag kommen wird, wo wir wieder zueinander finden werden/können.
    Nicht zuletzt, weil ich wegen meiner mentale Einschränkung, sehr auf dem Hut sein muss!!!

    • Hallo Nana!
      Meine Seite ist nichts weiter als mein Blog, in dem ich meine Erfahrungen etc. poste … für jeden zugänglich natürlich. Darum ist es schön, dass du dein Schicksal hier und somit auch mit mir und anderen teilst.
      Wichtig ist doch nur eins: Dass du deinen Weg findest, um glücklich zu sein, ohne dir selbst (oder anderen natürlich) zu schaden. Facebook & Co. ist anstrengend und belastet. Das ist leider so, manchmal sollte man dann einfach die Reißleine ziehen und sich überlegen, ob die Sozialen Medien einen im Leben weiter bringen und wirklich bereichern.
      Ich wünsch dir alles Gute.

      Beste Grüße, Nicole

  5. Pingback: Freundschaft in den Zeiten sozialer Medien

  6. Hallo Herr Heinrich,

    vielen Dank für Ihren freundlichen Hinweis. Ich habe den Link geprüft und konnte keinen Fehler feststellen, vielleicht gab es kurzzeitige Probleme mit dem Server.
    Dennoch bin ich über solche Hinweise immer dankbar, denn wer kann schon alles ständig abchecken.

    „Dahergelaufene Freunde“ sind mir übrigens willkommen! 🙂

    Herzliche Grüße, Nicole Rensmann

  7. Liebe Nicole Rennsmann,
    auf meiner Reise durch die unergründlichen Tiefen und Weiten des Cyberspaces bin ich auch auf Ihrer Homepage gelandet. Dort haben Sie in der blindengerechten Navigation auch einen Link zu Ihrem Blog, der allerdings defekt ist.

    Vielleicht ist Ihnen das noch nicht aufgefallen, oder sind das die ersten Maßnahmen, weitere ‚dahergelaufene Freunde‘ zu verhindern? 😉 scnr

    mit wohlgemeinten Grüßen
    Heinrich

  8. Was hat das mit Virtuell zu tun?

  9. Pingback: Ich liebe das Netz - Schreibtäter

  10. Pingback: Freunde? Kontakte? Follower? « Texteundtee Blog

  11. Das musst du aber nicht, alles ist gut 😉
    Mir war immer bewusst, dass diese ganzen Communitys kaum mehr sind als Oberflächlichkeiten. Sicher eine Weile unterhaltsam und lustig, doch wenn sie beginnen, einen einzuengen, wird es Zeit zu gehen.
    Man mag selbst glauben, etwas zu verpassen, doch der Einzelne ist hier weniger wichtig als die Masse selbst. Man kann einfach nicht jedem, allem oder sich selbst dabei noch gerecht werden. Im realen Leben gibt es vielleicht eine Hand voller Freunde, um die man sich kümmert – im I-Net sind es bisweilen Hunderte, meist Fremde. Geht gar nicht, muss auch nicht gehen.
    Weblog ist gut, da sind wir noch die Gastgeber und die Leser und Kommentatoren kommen freiwillig. 😉

  12. So ist es, Sabine! Ich finds aber schade, dass du nicht mehr auf Twitter bist, aber … es fiel mir auch erst jetzt auf, nachdem ich deinen Eintrag hier las. Ist das nicht grausam? Ich finde es schlimm und schäme mich dafür.

    Liebe Grüße, Nicole

  13. Ich antworte mal mit einem Zitat aus dem Pudhys-Song „Wenn ein Mensch lebt“:

    Jegliches hat seine Zeit,
    Steine sammeln, Steine zerstreu’n,
    Bäume pflanzen, Bäume abhau’n,
    Leben und Sterben und Streit.

    Video dazu im Blog 😉

    Dankeschön für den tollen Beitrag. Er bestärkt mich nur, richtig gehandelt zu haben.

  14. Ich springe vom Artikel Anfang ans Ende und steige hier ein.

    Internet – Fluch und Segen!

    Ohne Übertreibung gibt es viele Gründe um pro oder contra zu argumentieren. Besucher dieses Blogs können im Selbsttest feststellen, dass es keine Schwierigkeit bereitet, an verschiedenen Tagen völlig konträre Positionen einzunehmen und zu verteidigen. Es hat mit der persönlichen Stimmung zu tun und dann natürlich ob gerade „Fluch“ oder „Segen“ unsere Gedanken zum Internet beherrschen. Sucht man Informationen ist effizientes Suchen ohne Suchmaschinen praktisch nicht mehr vorstellbar. Und trotz Suchmaschinen ist das Internet ein dermassen grosser Informationsdschungel, dass es den Zufall braucht, um auf diesem Blog bei diesem Artikel zu landen. Beim heutigen Besuch vom Zappadong Blog bin ich am Titel „Sich ins reale Leben ausklinken“ hängen geblieben.

    Mein Biorhythmus befindet sich morgens in der Aufwärmphase, den selbst steuerbaren Druck lasse ich dann noch nicht zu und der Artikel war kurz, alles Voraussetzungen, um die angebotenen Links anzuklicken. Weshalb ich dies so genau ausführe! Ja, auch die Informationshungrigen haben nur 24 Stunden zur Verfügung und wenn diese Zeit nicht reicht, wird ja bekanntermassen noch die Nacht dazu genommen. Der Zeitdruck ist allgegenwärtig, auch wenn es um freiwillige Aktivitäten geht, weil die schiere Auswahl an jederzeit möglichen und interessant erscheinenden Klicks, zu einer Art Möchtegern-Stress und der damit einhergehenden banalen Erkenntnis führt: Zeitmanagement ist auch für Autoren, Künstler und freie Blogger unverzichtbar. Tendenziell bin ich abgeneigt alle Links anzuklicken, die in Blog Postings angeboten werden. Für Recherchen und Studien ist dies Okay, aber nicht um sich etwas Gedankenfutter rein zu ziehen.

    Der interessante Aufhänger, der kurze Überblick und „nur“ zwei Links haben mich animiert die Story genauer anzusehen und ich bin froh es gemacht zu haben. Denn wer kennt diese Gedanken nicht. Lohnt sich das Surfen? Lohnt sich die Auseinandersetzung mit den Gedanken fremder Menschen? Die Antwort kann immer wieder unterschiedlich ausfallen. Natürlich nur bei jenem Teil der Menschen, die zumindest am Lesen interessiert sind. Was glücklicherweise doch einen rechten Teil der Gebildeten ausmacht. Dagegen sind von den 100 Prozent Besuchern, letztlich nur ganz wenige Prozent interessiert und willig sich zu äussern, also einen Kommentar zu verfassen. Geschweige denn einen eigenen Blog zu betreiben. Weitaus grösser ist der prozentuale Umfang an Menschen, die mit Blogs nichts anfangen können und in Sozialen Netzwerken – vermutlich – die Nutzer Mehrheit repräsentieren, die nur an Spass ohne Ende und Partnerschaftstraumlösung interessiert sind.

    Zwischen einem Burn-out (Eigendiagnose) und Null-Bock-Stimmung, habe ich im Herbst 2007 auf der News Plattform Facts 2.0 angefangen zu kommentieren, bis ich dann zusammen mit ca. 20 anderen heavy Usern von der Plattform geflogen bin, weil 19 User gegen die ungerechtfertigte öffentliche Abwatschung einer korrekt argumentierenden Nutzerin protestiert haben. Facts 2.0 hat sich von diesem Geniestreich nie erholt und fristet seit Sommer 2008 ein profilloses me-too -Dasein.

    Wichtig ist, es war die Null-Bock-Stimmung, die mich zum Mitmachen im Internet gebracht hat. Es hat geholfen Abstand zu den Problemen zu finden, die scharfsinnig analysiert und definiert und letztlich doch nicht behoben werden können, wenn die Lösung nicht mit eigenem Tun herbeigeführt werden kann. In diesem Segment von Internet Usern herrscht reges Kommen und Gehen. Bei steigender Tendenz aus meiner Sicht. Aus dieser Gruppe kommen auch die Besucher und Fans von Blogs, die es verstehen die Leser mit Sprache und Themen abzuholen. Darunter befinden sich potenzielle Käufer von jenen Büchern, die auch einen Blog betreiben. Es ist nicht so, wie es Kommentatorin und Buchautorin Jutta festhält, dass der Blog-Unterhalt nichts bringt. Dagegen ist sicher, dass nichts Machen, sicher nichts Bringt.

    Unbestritten richtig ist jedoch, sich immer wieder zu fragen, wo man dabei sein sollte, wo passiv und wo aktiv, mit welchem Zeitaufwand und mit welcher Kadenz und selbstverständlich mit welchem Ziel. So bin ich in verschiedenen Netzwerken dabei, weil ich mir a) angeregt durch Medienberichte einen persönlichen Eindruck verschaffen wollte – auch im Hinblick auf die Gründung meiner eigenen Community – und da und dort wird man einfach Mitglied, weil man intensiv gebeten wird, man möge doch der Einladung von realen Freunden folgen.

    So bin ich auf der Adressbuchplattform Plaxo dabei, die mich mit ihrem Stil eher nervt und die ich eigentlich nicht brauche, weil ich meine Adressen nicht auf einer Community verwalte. Dass ich mal aus Versehen den falschen Knopf gedrückt habe und anschliessend mein halbes Adressbuch abgesaugt wurde, ärgert mich bis heute. Anschliessend erhielten diese Leute einen Plaxogruss und den Satz, ich würde mich freuen, wenn sie sich bei Plaxo registrieren würden. Blödsinn.

    Dabei bin ich bei Xing und Linkedin und von beiden werde ich mit – freiwillig – abonnierten Newslettern aus Gruppenaktivitäten zu gedeckt. Letzte Woche habe ich mal wieder rund 400 nicht geöffnete Newsletter gelöscht. War hinterher ein tolles Gefühl, mit wenigen Klicks soviel Produktivität ausgelöst zu haben. Bei w-k-w habe ich mich mal aus Neugierde registriert, auch mit dem Hintergedanken, eventuell an Jahrgangs- und Lehrzeitkontakte zu kommen. Dass es nicht dazu gekommen ist, liegt an mir. Damit man mich findet, müsste ich ja zuerst Persönliches eingeben und diese Hürde ist mir zu hoch. Auch weil es mir ja nicht an realen Kontakten fehlt. Alle vier Verbindungen könnte ich kappen und man würde weder mich vermissen, noch würde ich etwas vermissen. Im Gegenteil, bemüht man sich nicht um neue Kontakte, bleibt also bei seiner Kontaktanzahl stehen, in einer Umgebung wo die Kontaktanzahl die Währung für …. was? ist!, hat es auch eine Abstrahlung von fehlender Attraktivität. Virtuell eventuell, real definitiv nicht. Im realen Leben, bei F & F (Familie und Freunde, inklusiv die Formulierung Biz befreundet – ist nicht gleich F – ) erzähle ich nichts bzw. nichts mehr, von meinem virtuellen Leben. Zugehört wird nur aus Höflichkeit, Interesse besteht nicht und Verständnis noch weniger. Erfolgreiche Blogger könne gar nicht glauben, dass intelligente Otto Normalo, mit Blog, Blogger, Posting, Thread etc. rein gar nichts anfangen können.

    Ja, ich bin bei Facebook dabei, aber nur unter meinem Pseudonym. Meine Einstellung zu Facebook deckt sich mit der von Nicole Rensmann und Twitter habe ich noch nie ausprobiert. Bei Twitter war bei mir schon immer mehr das Geschäftsmann-Unverständnis vorhanden. Was interessieren mich 140 Zeichen von fremden Leuten.

    Jetzt ist der Beitrag schon elend lang und ich komme besser zum Schluss. Ich verstehe den Rückzug aus den reinen Kontakt-Plattformen. Auch die Aufgabe von einer Multi-Channel-Strategie für verschiedene Identitäten im Internet macht Sinn. Eine totale Abstinenz von Blogbeiträgen wäre schade bei Nicole Rensmann und bei Jutta Wilke. Und Autoren haben doch dem Gedankenfutter-Suchenden etwas zu bieten und da ist das Internet eine kostengünstige und wirksame Schiene „Samen“ zu verteilen. Wie bekannt ist, kann es dann lange gehen, bis Sichtbares unübersehbar wird. Doch es kann geschehen.

    Zum Schluss eine Bemerkung in eigener Sache. Die News Plattform und Community http://www.mycomfor.de freut sich über neue Besucher und insbesondere über aktive Teilnahme durch Verfassen von Kommentaren. Auch Einzelbeiträge und das Verlinken von News mit Eigenkommentar sind möglich. Die Freude am Schreiben und an Kommunikation mit Niveau, bilden die tragenden Säulen für dieses Soziale Netzwerk. Es ist eine Möglichkeit, aktiv am Informationsaustausch in einer News Community mitzumachen, ohne täglich fehlende Zeit für die aktive Gestaltung des eigenen Blogs aufbringen zu müssen.

  15. @Petra – ich finde, das hast du sehr treffend formuliert.

  16. Lieber Herr Carla,

    weniger ist mehr – genau das meine ich, denn ich ziehe mich ja nicht völlig zurück. Ich glaube, DAS könnte ich noch nicht, aber ich kann es mir für später, unter bestimmten Umständen, durchaus vorstellen.

    Herzliche Grüße, Nicole Rensmann

  17. Hallo,

    Respekt vor Ihrer Entscheidung. Ich denke, auch das kann eine Lehre sein, die wir aus der schönen neuen Social Media Welt ziehen: Weniger kann deutlich mehr sein!

    Natürlich ist ein Freund aus dem Netz nicht immer gleichzusetzen mit einem Freund aus der realen Welt, oder einer Freundin ;-).

    Für mich entscheidend ist aber, das ich so Menschen kennenlerne, die ich im realen Leben vielleicht nie getroffen hätte.

    Wichtig ist dann aber ein weiterer Schritt: Nämlich der vom virtuellen Kennen hin zum tatsächlichen Treffen.

    Gruß Mario Carla

  18. Wow, Jutta! Sehr radikal – das finde ich mutig, ich traue mich das noch nicht.
    Xing, Twitter, Facebook Fanseite – irgendwann ja.

    Lovelybooks und Piper Fantasy läuft eh nur nebenher. Aber dieses Blog würde ich wohl nicht schließen. Obwohl: Du hast natürlich recht, wer Kontakt halten will, kann das auf verschiedene Art und Weise. Und wer es nicht will, soll es halt sein lassen und das werden vermutlich mehr sein, als man im Augenblick meint. Seis drum! Deine Leser werden dir sicherlich dennoch erhalten bleiben.

    Liebe Grüße und viel freie Schreib-Zeit!

    Nicole

  19. @Heiko – Danke! 🙂 Dieser Aspekt ist natürlich richtig – das Kontakthalten mit „alten“ Bekanntschaften geht so natürlich viel viel besser als im realen Leben, auch weil es nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Und dennoch kann ich dich bei Facebook nie lesen, weil ich dann ALLES lesen müsste und wäre dann den ganzen Tag dran.

    @Petra – Ich hoffe sehr, dass wir uns mal „in echt“ treffen. Auf irgendeinem Con oder der Buchmesse ganz bestimmt.
    Ansonsten: Ich bin ja noch auf Twitter. Ich bin nicht weg und die Fanseite bei Facebook bleibt ja, auch wenn das natürlich eher egomanisch funktioniert.

  20. Liebe Nicole,
    dein Blogbeitrag hat mich gestern noch eine ganze Weile beschäftigt, weil er mich in die Richtung angestupst hat, in die ich ohnehin schon seit ein paar Tagen gedacht habe. Ich habe den Schnitt dann gestern Abend noch recht radikal vollzogen (http://juttawilke.blogspot.com) und freue mich auf viel freie Schreibzeit und auf Zeit für Freunde, die man nicht einfach an- und ausknipsen kann wie den Computer.

    Danke für diesen (Denk)anstoß!

    Jutta

  21. Liebe Nicole,
    du hast ja sooo recht … Ich habe inzwischen schon einige Freunde (und damit meine ich wirklich Freunde) beim Ausstieg aus Facebook erlebt und konnte jedesmal nur nicken und zustimmen.
    Freundschaften entstehen nicht durch einen Mausklick. Es kann ein Anfang sein, aber es braucht mehr, entweder einen Anker im realen Leben oder zumindest einen Austausch in Forendiskussionen oder ähnliches. Ich habe tatsächlich über das Internet einige sehr gute Freunde gefunden, wir haben zusammen literarische Projekte ausgebrütet, Bücher gemacht, uns manchmal über ein Komma oder eine Stilblüte lange Mailgefechte geliefert, und wenn man sich dann mal auf einem Con oder einem Autorentreffen leibhaftig gegenüberstand, war das einfach toll. Aber das geht nicht mit ein paar hundert Facebook-Freunden, sondern immer nur mit einer Handvoll Leute, mit denen man irgendwie ähnlich tickt.
    Zur Ehrenrettung von Facebook muss ich sagen, dass ich dort ein paar sehr liebe Freunde aus Schule und Uni und einige ehemalige Kollegen wiedergefunden habe, die ich sonst völlig aus den Augen verloren hätte. Die Anmeldung hat sich also für mich gelohnt, auch wenn ich all die Farmer- und Mafiaspielchen ziemlich blöd finde, mit virtuellen Geschenken nichts anfangen kann, keine Herzen sammle, den Sinn des Anstupsens immer noch nicht kapiert habe und den Psychotests misstraue, weil ich Facebook nicht noch mehr Daten über mich zur Verfügung stellen möchte.
    Alles Gute für deine neu gewonnene Schreibzeit – mach was draus. Und vielleicht treffen wir uns irgendwann einmal „in echt“.
    Liebe Grüße
    Petra

  22. Heiko Bernhörster

    Ich muss jetzt erstmal zugeben,dass ich die Vorkommentare jetzt nicht alle genau gelesen habe. Aber auch wenn in den Sozialen Netzwerken gerne mal von Freunden gesprochen wird. Freunde im sozialen Sinne sind es – mit wenigen, sehr wenigen Ausnahmen – sicher nicht.
    Ich nehme an deinem digitalem Leben Teil, da wir uns für mehr als einem Jahrzehnt und zu seligen Krag-Zeiten mal in im Real Life getroffen haben. Und da sind wir schon bei der 2.Klasse der digitalen Kontakte, nämlich jenen, die wir immerhin schonmal getroffen haben. Im dritten Glieder gibt es dann die, die einem durch das Wirken im Digitalen sympatisch sind (dazu gehörst du dann zusätzlich auch) und in der letzten Reihe auch mal die, bei denen man gar nicht mehr weiss, warum die Facebook-, Twitter- oder Xing-Kontakt sein.

    Heiko

  23. Ich benutze das Internet ja eher radikal pragmatisch: die unterschiedlichen medialen Formen darin sind auch nichts anderes als ein Staubsauger – nette, manchmal hilfreiche, manchmal überflüssige Erfindungen, die man benutzen kann, jedoch nie anbeten sollte.

    Und so läuft bei mir noch bis zum nächsten Monat ein ganz privater Langzeittest, was welche Medien tatsächlich an „Bekanntheit“ oder zusätzlichen Buchverkäufen bieten. Ich kann jetzt schon verraten, dass die Medien mit Tiefe (z.B. Blog) weit vor den Illusions-Kontakt-Maschinen liegen und trotzdem gegen herkömmliche Werbemittel absolut nicht ankommen.
    Da machen sich viele selbst etwas vor oder trauen sich nicht, die wahren Ergebnisse zu präsentieren. Und der Hype wird von denen befeuert, die Geld mit solchen Menschen verdienen…

    Umso wichtiger, dass man auch mal Gegenstimmen hört!

  24. Ach Marion, das hast du lieb gesagt und ganz toll geschrieben. Was mir bei Twitter oder Facebook oft auffiel war, dass ich mehr in etwas hineingelegt habe oder auch mehr hinter einer Person gesehen habe, als tatsächlich da war. Im Internet fehlt, so wie du sagst, der Blickkontakt über den ich eine Person sehr schnell und meist richtig einschätze. Im Web jedoch falle ich da eher schon mal auf nettes Gerede rein und fasse tatsächlich viel schneller Vertrauen als im realen Leben. Das ist sehr dumm von mir.
    Und ich glaube, dass es vielen so geht, ansonsten wäre dieser SocialWeb-Boom nicht zu erklären.

    Ich bin froh, diesen ersten Schritt gegangen zu sein. Eure Resonanz zeigt mir, dass ich richtig gehandelt habe. Twitter ganz verlassen? Nein, das glaube ich noch nicht. Aber wie lange die Fanseite bei Facebook bleibt und ob ich bei XING bleibe – das wird sich in der nächsten Zeit entscheiden.

    Liebe Grüße, Nicole

  25. Liebe Nicole,
    auch mir sprechen Deine Worte aus der Seele und sie treffen genau den Punkt, der mich schon oft beschäftigte. Bei einer Unterhaltung achte ich auf die Mimik, die Gestik meines Gegenübers, damit ich Denjenigen einschätzen kann. Genau das fehlt mir hier. Aus diesem Grund fragte ich mich schon oft, warum ich trotzdem den PC einschalte und was Twitter für mich ist. Um neue Freunde finden? Das kann ich nur mit einem klaren Nein beantworten, denn ich habe schon 2 richtige u. sehr wichtige Freunde und dazu noch unzählige Bekannte. Nutze ich Twitter, um mir gewisse Dinge von der Seele zu schreiben? Hin und wieder ja und wenn, dann nur ganz, ganz vorsichtig, um mich nicht angreifbar zu machen. Denn jedem sollte bewußt sein, das Internet vergisst nichts und Google findet alles Geschriebene wieder. Ich könnte mir damit beruflich sehr schaden. Also cave. Was ist es dann? Ist es eine Parallelwelt als Flucht aus der Realität? Dazu ein Jein. In gewisser Weise ist Twitter für mich eine Art Ablenkung vom Alltag, aber im Positivem. Ich sehe auch den Menschen hinter dem PC, zumindest versuche ich mir ein Bild zu machen. Und da geht es mir, wie im „realen“ Leben. Einige Leute sind mir auf Anhieb sehr sympathisch, andere sind lustig, spannend, liebenswert und nett. Wenn ich Jemanden gerne lese und es plötzlich ruhig um diese Person wird, fällt es mir auf. Und genau da beginnt für mich die Gratwanderung. Frage ich nach, oder nicht? Ist es dieser Person recht, oder nicht? Weil ich es nicht einschätzen kann, lasse ich es oft sein und frage nicht immer nach. Denn jeder hat eine andere Intention bei Twitter zu sein. Ich muß zugeben, bei mir ist es manchmal sogar tagesform- und stimmungsabhängig, wie ich Twitter empfinde. Vielleicht sollte man nicht zuviel über den Sinn und Zweck nachdenken, sondern es wirklich nur positiv sehen. Denn hier sind unglaublich viele, sehr interessante Menschen anzutreffen und das sehe ich als Bereicherung an. Als Fazit all meiner Gedanken, die ich mir bisher über Twitter gemacht habe, kann ich nur sagen: Twitter ist, wie alle anderen Communities im SocialWeb, eine virtuelle Welt. Sie wird nie die Nähe zu Menschen ersetzen können. Ich denke, die gesunde Mischung machts letztendlich aus. Ob ich in einem halben Jahr noch genauso darüber denke, kann ich nicht sagen. Eins weiß ich jedoch sicher, wenn Du Twitter verlassen würdest, würdest Du mir sehr fehlen.
    Liebe Grüße
    Marion

  26. Hallo Johannes,

    die Spielchen haben mich glücklicherweise nicht verführen können. Aber so oder so, es war zu viel. Und ich bin ja auch noch auf Twitter und hier sowieso. 🙂

    Liebe Grüße, Nicole

  27. Johannes Rüster

    Hallo Nicole,

    du hast ja so recht! Und bist weiter als ich: Unser Alltag dürfte sich ziemlich ähneln, mit Immerzuvielarbeit, Kindern, Partner, etc. Da ist natürlich die Versuchung groß, die virtuellen Weiten als irgendetwas zwischen Flucht und Trost zu suchen: Auf Twitter ein wenig herumjammern, auf Facebook in Minispielchen das schnelle Erfolgserlebnis für zwischendurch und im Blog beides nochmal ausführlicher beschreiben 🙂 Deshalb kann man das gar nicht entspannt genug angehen – Gratulation!

    PS: Wenn ich dich auf Twitter zwei Tage nicht sehe, heißt das nicht, dass es mir nicht auffällt – ich freue mich vielmehr kommentarlos, dass du was anderes zu tun hast ;-)))

  28. Liebe Nicole,

    danke für diesen Beitrag, der mir aus der Seele spricht.
    Auch die vorstehenden Kommentare tragen wunderbar Für und Wider zusammen, zeigen, dass viele ähnlich empfinden und jeder dennoch seinen Weg finden muss.

    Hin und wieder beschleicht mich beim Aufenthalt im Internet das Gefühl, mich zu verzetteln oder – schlimmer noch – meine Zeit zu vertrödeln, trotz allem Schönen, Interessanten, Wichtigen, was man aus dieser Quelle schöpfen kann. Deshalb konnte ich mich bisher auch nicht entschließen, mehr als meinen Twitteraccount zu betreiben und das wird wohl auch so bleiben. Obgleich es mich immer mal wieder in den Fingern juckt, ein Blog zu schreiben. Aber es ist wie im richtigen Leben: Ich muss mich entscheiden, kann und will nicht alles machen.

    Und ich möchte nicht noch mehr Zeit am Rechner verbringen. Es ist schön, was man mit dieser Technik alles anstellen kann, wie sie vieles leichter und schneller macht. Doch mittlerweile empfinde ich es so, dass der Segen durchaus zum Fluch werden kann, um bei dem von dir beschriebenen Bild zu bleiben. Jeder zieht diese Grenze an anderer Stelle, wie jeder auch andere Erwartung an Leben und Freunde hat. Mir sind bei Beidem die realen am liebsten.

    Wenn es gelingt, die virtuellen Bekanntschaften zu realen Freunden zu machen, dann haben die sozialen Medien ihre Aufgabe hervorragend erfüllt. ;o)

    Liebe Grüße – Uta

  29. Liebe Gabriele,

    es ist nur ein kleiner Teil meines virtuellen Lebens, dass ich nun beende. Und ich hoffe doch sehr, dass wir uns wieder begegnen! Hier oder auf einer anderen Plattform, denn manche Menschen möchte auch ich nicht gerne ziehen lassen – mit ein Grund, warum das „Gehen“ schwer fiel.

    Liebe Grüße, Nicole

  30. Liebe Jutta,

    das hast du sehr schön ergänzt. Mit dem Zwang und dem Muss, kommt die Angst etwas zu verpassen oder unbekannt zu bleiben. Aber dennoch, gehen wir ganz genau in uns, werden wir feststellen, dass es auch mit weniger geht – vermutlich besser. So hast du einen Schritt gemacht … und ich jetzt einen. Ich gehe davon aus, bei mir werden weitere folgen.

    Danke dir für deine Antwort, sie hat mir viel gegeben und mich bestätigt.

    Liebe Grüße, Nicole

  31. Liebe Nicole, mit diesem Beitrag hast du mich wirklich berührt. Ich bin nicht ganz so aktiv in den Weiten des weltweiten Webs, aber eben doch aktiv genug, um sehr viel Zeit darauf zu „verschwenden“ Auch ich verdanke eigentlich alle meine beruflichen Kontakte den Plattformen XING und Facebook. Aber – und hier gebe ich dir Recht: Erst mit dem realen Kontakt kam dann auch die Tiefe dazu. Mir war es immer wichtig, die Menschen, die sich hinter den Nicks und Profilen verbergen, auch persönlich kennenzulernen. Sei es bei einem Treffen oder wenigstens bei einem Kaffee auf der Messe. Erst dann sind diese Kontakte wirkliche Kontakte für mich, ein Händedruck, ein Gespräch, bei dem man sich in die Augen schauen kann ist etwas komplett anderes als oberflächliches Pinnwandgekritzel. Und ab einer gewissen Menge von „Freunden“ virtueller Art ist dieser persönliche Austausch nicht mehr möglich. Das war für mich z.B. der Grund, mich von Twitter wieder zu verabschieden. Man muss nicht jeden kennen, nicht mit jedem „befreundet“ sein, solange man die richtigen Freunde hat. Ich glaube, hinter dem ganzen www-Boom steckt einfach eine unglaubliche Angst (und ich nehme mich da gar nicht aus). Die Angst, etwas zu verpassen, den wirklich wichtigen Kontakt vielleicht nicht zu knüpfen, die Chance, die zum Erfolg verhelfen könnte, vielleicht zu überlesen, den Tipp, der aus meinem Roman einen Bestseller macht, nicht mitzubekommen. Und ich glaube, wirklich frei werden wir erst sein, wenn wir uns davon frei machen. Wenn wir uns nicht mehr ständig fragen, was kann mir die Welt geben, sondern vielmehr überlegen, was können wir der Welt geben. Wenn die Menschen unsere Bücher kaufen, nicht weil sie unseren Namen schon in unzähligen Netz-Variationen gelesen haben, sondern weil sie unsere Geschichten berühren. Das ist der Weg, den ich eigentlich gehen möchte. Aber es ist schwer, sich von dieser Angst, etwas Entscheidendes verpassen zu können, frei zu machen.

    Liebe Grüße
    Jutta

  32. Liebe Nicole,
    ich kann Dich gut verstehen, denn auch ich habe immer wieder Phasen wo meine virtuelle Präsenz ganz bewusst sehr eingeschränkt ist.
    Das reale Leben geht eben einfach vor und es gibt für alles eines Zeit.
    Hin und wieder muss man seine Prioritäten überdenken und neu setzen. Das finde ich ganz natürlich.
    Ebensowenig wie mein Handy ständig auf Emnpfang steht, bin ich ständig im Internet präsent. Wer mich wirklich erreichen will, der weiß wo und wie er das kann.
    Und so nett und wichtig das www ist oder sein kann, so viel Zeit nimmt es auch in Anspruch.
    Und nichts geht eben über reale Kontakte und richtig gewachsene Freundschaften. Die können durchaus im Netz entstanden sein, doch die reale Pflege macht den Unterschied.
    Wir haben ja erfahren, dass sich unsere Wege im Laufe der Jahre im Web bereits mehrfach kreuzten und es ist schön, auf alte Bekannte zu treffen und sich ein wenig auszutauschen.

    Das Privatleben und somit das reale Leben hat aber immer Vorrang und oberste Prioritäte – zumindest bei mir.
    Ich freue mich, dass ich ich viel Neues von Dir erfahren durfte und ich kann Dir versichern, dass ich immer wieder mal hier herein schauen werde.

    Dir wünsche ich alles erdenklich Gute und habe großen Respekt vor Deiner Entscheidung, Dich aus der virtuellen Welt verstärkt zurück zu ziehen.

    In diesem Sinne …
    Wie sagte es unser gemeinsamer Bekannter, „DerKobold“ immer so trefflich? „Mögen Deine Wege eben und die Götter Dir gewogen sein. Gehab Dich wohl.“

    Herzliche Grüße
    Gabriele

  33. Liebe Manuela, wenn du der Fanseite folgen möchtest, liest du quasi die gleichen Einträge und ja, du weißt, wo du mich finden kannst. Mach das auch ruhig! 🙂

    @Petra – ich danke dir für deine Worte.

    Ich gebe zu, so ein Schritt ist auch mit Bauchschmerzen verbunden – ist das nicht unglaublich!? 🙂

  34. Manuela Eberius

    Hallo Nicole,
    Dich täglich in facebook zu sehen, gab mir irgendwie ein gutes, wohl in unserem Fall ein nostaglisch gutes Gefühl…..
    Ich unterstützte aber Deine Gedanken und bin da ganz bei Dir. Sich von zeitfressenden Gewohnheiten zu verabschieden fällt schwer, ist aber gesund. Es gibt ja auch so etwas wie innere Reinigung, die Raum für andere, neuere oder besser vielleicht intensivere Dinge schafft; fester Bestandteil anderer Kulturen.
    …hier trifft auch mein Facebookspruch, der ja direkt unter dem Profilfoto erscheint:
    „Das wahre Glück des Lebens ist, sich dafür einzusetzen, was man als wertvoll und wichtig erkannt hat.“
    Alles Gute Nicole – ich weiß ja wo ich Dich finden kann…
    Manu

  35. Sehr weise!
    Auch ich probiere gern alles aus und teste es dann auf seine tatsächliche Tauglichkeit (da verlor Facebook sehr schnell).
    Das Internet ist eine fantastische Kontaktbörse, aber Kontakte – beruflich wie privat – tragen nur, wenn man sie schnell in die Tiefe und ins echte Leben geleitet.
    Gelingt das nicht oder wird es zu viel, kann das Social Web ganz schön unsocial machen.
    Wünsche eine fruchtbare Frei-Zeit!

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