Gelesen: »Die geheime Sammlung« von Polly Shulman (Gewinne 1 von 3 Exemplaren!)

Wie ihr eins von drei vom Verlag gestiftete Exemplare gewinnen könnt, erkläre ich am Ende des Textes.

Erster Satz: »Es schneite große, klebrige Flocken, die mir unter den Kragen wehten, weil mein oberster Knopf fehlte.«

Elizabeth ist fünfzehn. Ihre Mutter starb vor einiger Zeit und sie lebt bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter, die zwei Schwestern mit in die Ehe gebracht hat, für die Elizabeth auf vieles verzichten muss. Ein Umzug in eine andere Stadt und das Gefühl in der Schule keine Freunde zu finden, macht sie traurig. Die Erwachsenen jedoch sind bezaubert von der zuverlässigen Elizabeth und einer ihrer Lehrer besorgt ihr einen Job – kein alltäglicher Job, wie sie schnell herausfindet. Was zunächst wie ein Requisitenverleih wirkt, entpuppt sich jedoch als magisches Gebäude mit zahlreichen Geheimnissen und Abteilungen, in denen Geräte aus Büchern, wie z.B. die Zeitmaschine aus H.G. Wells Romanen entliehen werden können. Besonders interessiert sie sich für Grimms Sammelsurium, doch dahin kommt sie erst, wenn sie einige skurrile Tests bestanden hat. Elizabeth findet im Repositorium endlich, die lang ersehnten Freunde, denen sie, trotz so mancher seltsamer Begebenheiten, vertraut, nicht zuletzt weil auch der Basketballspieler Marc dabei ist, den alle Mädchen – auch Elizabeth – anhimmeln. Nur Aaron hält sie für einen sarkastischen Klotz. Als immer mehr Gegenstände aus Grimms Sammelsurium gegen gewöhnliche, nicht magische Dinge getauscht werden, ein seltsamer Vogel hinter ihnen her zu sein scheint und dann noch ihre Freundin Anjali verschwindet, fassen die Freunde einen Entschluss: Sie wollen den Täter finden und Grimms Sammelsurium wieder komplettieren. Doch dafür benötigen sie nicht nur Sieben-Meilen-Stiefel oder den Spiegel von Schneewittchens Stiefmutter, sondern auch richtig viel Glück.

Elizabeth erzählt ihre Erlebnisse in der Ich-Form, so als spräche sie mit ihrer besten Freundin, die sie nicht mehr hat, das bringt sie dem Leser zu Beginn näher und während manche Autoren den Ich-Erzähler oft sehr plakativ lassen, macht Elizabeth ihre Sache ziemlich gut. Manchmal bedient sich die Autorin Polly Shulman einem sehr abrupten Ortswechsel, der bei mir persönlich den Lesefluss gestört hat, so erzählen die Protagonisten, dass sie sich morgen oder in einer Woche an einer bestimmten Stelle treffen wollen. Kleiner Absatz und schon sind sie da. Auch die wörtliche Rede wirkte auf mich ab und an zu gestelzt und einsilbig – ein Nicken als »Okay« oder eine andere Geste, anstelle eines kurzen Satzes hätte ich angenehmer gefunden. Dass die Autorin für den Roman recherchiert hat, ist ihr hoch anzurechnen, leider lässt sie die Protagonisten dieses Wissen in Referatsform erklären, anstatt es im Laufe der Zeit in die Handlung mit einzubauen.

Das sind aber nur subjektive Eindrücke des Stils.

»Die geheime Sammlung« ist nicht nur eine Hommage an Grimms Märchen, sie bringt die alten Märchen auch den jungen Lesern nähern, denn »Die geheime Sammlung« kann durchaus auch schon ab zehn Jahren gelesen werden. Bei mir hat Polly Shulman die Lust geweckt, mal wieder in ein paar alte Märchen einzutauchen.

Trotz der – wie gesagt – rein subjektiven Mängel, hat mir »Die geheime Sammlung« gefallen und ich würde sie, als niedlich bezeichnen. Ein Adjektiv, das ich bisher noch nie bei einer Rezension verwendet habe.

Fazit: Eine süße, märchenhafte Teenagerstory über das erste Mal Verliebtsein, Schule und Freunde, und das alles in einer teils realen, teils magischen Welt mit ein paar sehr hübschen, von denen ich mir noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht hätte, aber das kommt vielleicht beim nächsten Band?! Wer weiß!

Ein Wort zur Ausstattung des Buches:

Das Hardcover wird mit einem sehr schön gestalteten Umschlag geschützt, ein rotes Lesebändchen ersetzt Scheckkarten oder Eselsohren. Die dunkelroten und schwarzen Prägungen, sowie der „verbrannte Rand“ des Covers passen sehr gut zum Inhalt der Geschichte.  Da hat sich der Verlag wirklich Mühe gegeben!

Verlosung

Der Knaur/PanVerlag hat mir drei Exemplare des Romans für eine Verlosung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür an Patricia Keßler!

Wenn du zusammen mit Elizabeth auf dem fliegenden Teppich reisen und ein Exemplar von »Die geheime Sammlung« gewinnen möchtest, dann gebe bitte bis 22. Mai 2010 24 h einen Kommentar ab und teile mir dein Lieblingsmärchen mit. Es muss nicht unbedingt von den Gebrüder Grimm sein. Toll wäre, wenn du noch dazu schreibst, warum dir das Märchen so gut gefällt. Die Bücher werden unter allen Teilnehmern verlost. Viel Glück!

Polly Shulman
Die geheime Sammlung
Originaltitel: The Grimm Legacy
Übersetzer: Momo Evers und Falk Behr
Pan Verlag, Mai 2010
Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN 9783426283318
14,95 €
Nachtrag 2014: Der Roman ist nur noch als eBook erhältlich. 
 

© Text: Nicole Rensmann

© Cover: Pan Verlag

28 Kommentare:

  1. Die Gewinner sind bereits gezogen, benachrichtigt und haben ihre Bücher bereits erhalten. Sorry, mehr Information ist aktuell nicht möglich. Danke.

  2. Wann werden denn die Gewinner bekannt gegeben ?

  3. Mein Lieblingsmärchen war immer Tischlein deck dich, denn ich wollte auch immer so einen Tisch haben, hat nie geklappt, aber vielleicht klappts ja dafür jetzt hier mit dem Buch!

  4. Hans im Glück – der mir hoffentlich Glück bringt. 😉

  5. Mein Lieblingsmärchen ist Schneewittchen. Ich finde die Geschichte einfach nur schön und habe den Disney Film früher so geliebt 🙂

  6. Die 7 Geißlein..Das ist mein Lieblingsmärchen..Warum?
    Ich fand die Geschichte lustig und später wie sie den Wolf ausgetrickst haben..

  7. Fledermausblume

    Mein Lieblingsmärchen ist „Die Bremer Stadtmusikanten“, weil ich damals schon absolut tierverrückt war 🙂

  8. Meine zwei Lieblingsmärchen sind „Die kluge Else“ und „Der singende Knochen!“ =)

  9. Moin,

    „Mein Vöglein mit dem Ringlein rot singt
    Leide, Leide, Leide:
    es singt dem Täubelein seinen Tod,
    singt Leide, Lei – zicküth, zicküth, zicküth.“

    Mein Lieblingamärchen ist „Jorinde und Joringel. Es ist düster und handelt von Liebe, Treue und Freiheit. Als Kind habe ich es oft gelesen und mich gegruselt. Immer wenn ich dieses Märchen lese erinnere ich mich an meine Kinheit und den unschuldigen Geist, den man/ich als Kind noch hatte.
    „Jorinde und Joringel“ ist ein Stück Kindheit für mich auf dem Weg zum Erwachsensein.

  10. Heiko Bernhörster

    Hallo Nicole,
    ich wusste es bisher gar nicht, da ich das Märchen als Kind einfach nur mochte, aber es ist auch von den Gebrüdern Grimm: „Vom Fischer und seiner Frau“

    Heiko

  11. Mein Lieblingsmädchen ist „Die Gänsemagd“, weil mich schon früher wahnsinnig fasziniert hat, wie die Prinzessin den Wind beherrscht.

  12. Mein Lieblingsmärchen ist auf jeden Fall Dornröschen. Dieses Märchen habe ich als Kind immer von meiner Mutter vorgelesen bekommen, ich habe es geliebt, meine Mutter konnte es dann bald auswendig, weil ich es jeden Abend hören wollte. Damit verbinde ich auch heute noch ein bißchen Kindheitserinnerung, gerade weil meine Mutter schon jung verstorben ist. Natürlich lese ich auch meinen beiden Kindern die Märchen vor.

  13. Mein Lieblingsmärchen ist „Rapunzel oder der Zauber der Tränen“. Es gibt dazu eine wunderschöne Verfilmung die ich mir immer bei meinen Großeltern angeschaut habe …

  14. Mein Lieblingsmärchen ist „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen.

  15. »Heinrich, der Wagen bricht.«
    »Nein, Herr, der Wagen nicht,
    Es ist ein Band von meinem Herzen,
    Das da lag in großen Schmerzen,
    Als Ihr in dem Brunnen saßt,
    Als Ihr eine Fretsche wast.«

    Richtig, mein Lieblingsmärchen war und ist Der Froschkönig
    (oder Der eiserne Heinrich). Dieses Märchen gefällt mir sehr in seiner Bedeutung und Poesie. Schön ist auch das es von diesem Märchen so verschiedene Erzählweisen und Verfilmungen gibt. Besonders gefallen mir die Version der DEFA und eine amerikanische Version mit Aileen Quinn und Helen Hunt.

  16. Eindeutig: Frau Holle. Das Maerchen hat mich als Kind so fasziniert, da ich Schnee schon immer geliebt habe. Und ich wollte immer so gerne mal diese Frau Holle kennenlernen, die dafuer sorgt, dass diese weiße Pracht bei uns faellt. 🙂

  17. Mein Lieblingsmärchen: Rumpelstilzchen

  18. Mein Lieblingsmärchen ist Dornröschen…lieben auch meine Töchter heute noch 🙂

  19. Huhu,

    meine Lieblingsmärchen ist Andersens „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“, weil ich da jedesmal Rotz und Wasser heulen kann…

  20. Mein Lieblingsmärchen ist auf jeden Fall „3 Haselnüsse für Ascehnbrödel“. Schon bei der Musik gerate ich jedesmal ins träumen *schwärm*

  21. Hm, ein Märchen zu bestimmen, dass das liebste ist – unmöglich für mich. Ich habe als Jugendliche alle Märchen verschlungen, die ich in die Finger bekam. Egal ob deutsche, russische oder aus sonst einem Land. 🙂

    Meine ersten waren übrigens die von den Gebrüder Grimm. Da hatten wir einen sehr alten Band, der in der Familie immer weitergereicht wurde und auch heute noch wird. 🙂

  22. Mein Lieblingsmärchen ist Schneeweißchen und Rosenrot von den Gebrüder Grimm. Mir gefiel es das die Schwestern sich so gut verstanden haben und am Schluß Schneeweisschen den Königssohn geheiratet hat und Rosenrot noch den Bruder abbekommen hat.

  23. Meine Mädchen und ich lesen zur Zeit sehr gerne die Geschichten im Struwelpeter. In diesen Geschichten liegt viel lehrreiches undn wahres und die Kinder lernen spielerisch, das man zum Beispiel nicht am Tisch kippeln sollte oder mit Feuer spielt.
    Neben diesen Buch sind natürlich alle Geschichten mit Prinzessinen hoch im Kurs 🙂

  24. Lars das kann gar nicht sein,denn Frau Holle war immer schon MEIN lieblingsmärchen 😉

  25. Ich mein am liebsten „Frau Holle“. Ist schon als Kind so gewesen.

  26. hallo nicole!

    mein lieblingsmärchen heisst „Die wunderschöne Wassilissa“ und stammt aus dem russischen Sprachraum. Es ist eine Art Aschenpuutelmärchen, auch Wassilissa bekommt Stiefschwestern und Stiefmutter verpasst und muß schwer arbeiten. Natürlich hat sie auch magische Hilfe in Form einer alten Puppe, die sie von ihrer leiblichen Mutter geerbt hat. Und im Gegensatz zur doch recht harmlosen Grimm-Geschichte wird es jetzt richtig hart: Aus Wut darüber, daß Wassilissa alle Arbeiten bewältigt, schickt die Stiefmutter sie zur Baba Jaga um Feuer zu holen, wohl wissend, daß dies einem Todesurteil gleichkommt. Die Baba Jaga rangiert ganz oben auf der Skala der bösen Hexen, obwohl Baba „Großmütterchen“ bedeutet. Ich habe mich als Kind vor ihr zu Tode gefürchtet! Natürlich geht es am Ende gut aus, das ist ja das Schöne an Märchen. Und sicher ist das mit ein Grund, warum ich heute noch so gerne Märchen lese, alte und moderne 🙂

  27. Hallo,

    also mein Lieblingsmärchen heißt „Die sechs Schwäne“ und ist von den Gebrüdern Grimm. Ich finde es so toll, weil Schwäne an sich für mich sehr fanszinierden Tiere sind. Zudem werden die 6 Brüder eines Mädchens in Schwäne verwandelt und sie kann sie nur erlösen, indem sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt. Das fand ich schon als Kind so wahnsinnig tapfer und mutig. Zudem beruht die Story meines Lieblingsbuches „Die Tochter der Wälder“ ebenfalls auf diesem Märchen – ich kann es also einfach nur lieben 🙂

  28. Eine wirklich schwere Frage-wann hat man sich das letzte Mal mit Märchen befasst? als erstes fiel mir ein: Die feuerrote Blume (ein russisches Märchen). Ich habe mir als Kind immer wieder die Kassette aus der Bibliothek ausgeliehen und angehört, und fand es immer wieder spannend, daher ist es mir sehr ans Herz gewachsen. Das wäre dann wohl also meine Nummer Eins.
    Ansonsten ähnlich geliebt habe ich das Märchen(so es denn eines ist) vom Mungo Rikki-Tikki-Tavi (von Rudyard Kipling) und (auch hier bin ich nicht sicher, ob das als „Märchen“ gilt) die Geschichten von Astrig Lidgren- am liebsten die traurigen, vor allem „Klinget meine Linde“.

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