Wie war das noch? Autoren zahlen? Autoren zahlen nicht?

Im heutigen Schreibkurs musste ich feststellen, dass die Meinung auch bei Deutschlehrern und Eltern verbreitet ist, Autoren müssten für ihre Veröffentlichungen und für die Werbung, die damit zusammenhängt, bezahlen.

Nö!!!! Wir zahlen nicht! Auch bei kleinen Verlagen, wenn sie seriös sind, wird nicht bezahlt!

Ein Lehrer geht auch nicht nach seinem 6-Stunden-Tag zum Rektor und bezahlt dafür, dass er unterrichten durfte. Schreiben, Autor sein – das ist ein Job! Ein Job, für den Verlage – quasi der „Arbeitgeber des Autors“ – bezahlen.

Wir üben das jetzt einmal. Also bitte alle: AUTOREN ZAHLEN NICHT! Und noch mal: AUTOREN ZAHLEN NICHT!

Na bitte, geht doch! 😉

3 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    da sieht man es mal wieder. Für den bürgerlichen Leser, der nur die Ergebnisse sieht, für den Zuschauer, der nur die Bühne und die Scheinwerfer sieht, sind die Künstler schon „etabliert“ auch wenn sie täglich noch „kämpfen“ müssen 😉

    Das kommt davon, wenn man nur mal so über den Zaun schaut. Das wird auch der Grund bei den kritischen Eltern sein, die selbst nicht viel erreicht und gemerkt haben, dass ihre Kinder nicht mal so eben Eisprinzessin, Popstar, Tennisprofi oder Nationalspieler werden können, dass sie sogar für jede Klavierstunde bezahlen müssen. Dann sollen auch die Autoren nichts „geschenkt“ bekommen – so sind die lieben Menschen eben.

    Aber ich will Sie nicht mit solchen „Diskussionen“ aufhalten. Sie sollen schreiben – schreiben und uns damit beglücken!

    Gruß Heinrich

    … auch wenn Sie nicht etabliert sind, sind Sie engagiert, erfolgreich und sehr gut!

  2. Lieber Heinrich, ich danke Ihnen natürlich für Ihre Meinung, aber ich muss diese leider etwas hinunterschrauben, denn ich bin keine etablierte Autorin. Ich suche für jedes Buch immer wieder einen neuen Verlag, ich veröffentliche bei kleinen Verlagen und natürlich muss ich ebenfalls klappern, um auf mich aufmerksam zu machen – auch wenn ich das nicht gerne mache. Diese Selbstvermarktung gehört übrigens aus meiner Erfahrung bei allen Autoren dazu, egal ob der Verlag groß oder klein ist, bei dem das Buch veröffentlicht wurde. Nur wer schon einen großen-dicken-fetten Namen hat, der darf sich so gut wie vollständig aufs Schreiben konzentrieren.
    Aber, obwohl meine Verzweiflung groß war und ist, wenn kein Verlag an die Tür klopft: Ich habe nie für eine Veröffentlichung bezahlt. Selbstverlag ist da wieder was anderes. Aber den Verlag – der das Risiko tragen muss – zu bezahlen, sodass er gar kein Risiko hat? Nein!

    Beste Grüße, Nicole

  3. Liebe Nicole,
    als etablierte Autorin sehen Sie das wohl völlig richtig. Aber was machen die AutorInnen, die (zunächst) keinen Verlag finden, der sie fördert?
    Die veröffentlichen dann vielleicht ihr erstes Buch selbst und müssen dann auch selbst dafür werben.
    Ich kenne inzwischen sehr viele Autorinnen und Autoren, die die Werbung selbst organisieren (und bezahlen) müssen.

    z.B. eine unserer „Blogbekanntschaften“ hat nun ihr Buch „selbst gedruckt“ und ist nun darauf angewiesen, dass wir alle etwas Werbung dafür machen.

    Oder der großartige Richard. K. Breuer http://1668cc.wordpress.com/ schreibt, verlegt und wirbt ganz alleine.

    Vermutlich haben die Lehrer, die Ihnen begegnet sind, noch die Zeiten miterlebt, in denen Lehrer keine „Planstellen“ bekommen haben und Taxi gefahren sind.

    Ich habe keine Statistiken, aber ich vermute, es gibt tausend Mal mehr unveröffentlichte AutorInnen als es je arbeitslose Lehrer gegeben hat. Vielleicht entsteht so eine einseitige Sicht „über den Zaun“ auf die Gegebenheiten im Literaturmarkt.

    Gruß Heinrich

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