Schreibworkshop: Wie finde ich einen Namen?

Dieser Eintrag ist schon von 2010, aus aktuellem Anlass krame ich ihn aber noch einmal hervor und ergänze die Aufzählung zum Thema.

Regelmäßige Blogleser (gibt es die noch?) erinnern sich vielleicht, dass ich schon einmal über Charakterstudien & Namensfindungen und über die praktische Verwendung von Namen aus SPAM philosophiert habe.

Am Ende der letzten Schreibworkshop-Stunde erzählte mir Jana, dass ihr kein passender, fantasievoller Name für ihren Charakter einfiele, denn sie wolle keinen benutzen, den es schon einmal irgendwo gab. Jana fragte, wo sie Namen finden könne. Namen liegen nicht auf der Straße, wie die Geschichten, sie sind ein bisschen versteckt, aber du kannst sie finden, wenn du die Augen offen hältst:

  • Natürlich gibt es Bücher zu kaufen, in denen du nach einem schönen Namen suchen kannst. Der Vorteil: Du hast das Buch immer zur Hand und kannst auch die Bedeutung des Namens nachschlagen, falls diese wichtig für deinen Charakter sein sollte. Der Nachteil: ungewöhnliche, phantasievolle Namen wirst du eher nicht finden. Außerdem kosten Namensbücher natürlich Geld, günstiger geht es so:
  • Spezial-Tipp: SPAM ist nervig, aber er hat einen besonderen Vorteil: Der Versender heißt selten Stefan, Maria oder Klaus, sondern hat einen exotischen Namen. Mach dir eine Liste und schreibe die Namen auf, mit der Zeit wirst du über eine interessante Namensliste verfügen. Die Bedeutung dieser Namen – falls sie wichtig ist – kannst du im Internet finden.
  • Nimm dir das Telefonbuch zur Hand. Namen über Namen, Vornamen, langweilige Namen, ungewöhnliche Namen, Nachnamen, seltene Namen …
  • Studiere die Geburt- und (auch wenn es makaber klingt) die Todesanzeigen deiner Tageszeitung und schreibe dir die Namen raus.
  • Wenn du einen Namen suchst, der sehr ungewöhnlich sein soll, kannst du auch einen gewöhnlichen Namen rückwärts lesen. Jana hieße z.B. Anaj. Was doch schon recht phantasievoll klingt.
  • Über welche Eigenschaften verfügt dein Charakter? Ist er lieb, bösartig, teuflisch oder hinterhältig? Du kannst seine Eigenschaft als Namen verwenden, indem du sie in eine andere Sprache übersetzt. Übersetzung für Englisch, Chinesisch, Französisch, Russisch und Spanisch findest du z.B. bei leo.org.
  • Wähle den Namen nach deiner Zielgruppe. Wie alt sind die Protagonisten? 17 Jahre? 30 Jahre? Errechne das Geburtsjahr deines Protagonisten und betrachte die Namenslisten, die es im Internet gibt. Dort kannst du dir dann einen, aus dem Geburtsjahr besonders beliebten Vornamen für deinen Charakter auswählen.
  • Aus den Kommentaren (siehe unten) ergänze ich noch gerne diese Liste mit nach folgenden Links:  realnamecreator.alexjonas.de und echtenamen.de

Und wie findest du Namen für deine Protagonisten und Charaktere in deiner Geschichte? Weitere Vorschläge werden gerne in der Kommentarfunktion entgegen genommen.

7 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    ich bin ja auch da, auch wenn mich keiner sieht – das ist ja das Schöne am Internet 🙂
    Ich denke auch: Blogs sind irgendwie die Mütter der virtuellen Kommunikation. Mein erstes Tagebuch hatte ich jedenfalls schon lange bevor ich irgendein Forum von innen gesehen habe oder jemand an solche SMS-Dienste gedacht hat.
    Nicht nur das Lesen ist angenehmer, auch das Schreiben. Man kann sich so lange oder kurz halten, wie man gerade will, ohne dass irgendeiner sagt: „Noch 3 Zeichen“
    Wenn man es genau nimmt, gleicht das einem Beschneiden der Kreativität, oder? 🙂

    Nun denn: Ich bin dann mal mich häuten

  2. Liebe Sabine,
    wie schön von dir zu lesen. Du hast natürlich vollkommen recht … ich lese auch oft mit (auch bei dir, jaja… und ich verstehe deinen Häutungswunsch (Insider) nur zu gut. Danke für deinen Link.
    Ich finde das Blog lesen übrigens viel schöner, ruhiger, angenehmer, intensiver als Kurznachrichten auf irgendeinem Bla-Dienst. Ja, so hat wohl alles seine Zeit. 🙂

    Liebe Grüße an dich, Nicole

  3. Lieber Herr Schreibtäter,
    waren Sie auf meiner Homepage? 😉
    Einen netten Link hätte ich da noch, nämlich den hier:
    http://www.anagrammgenerator.de
    Den habe ich schon benutzt, um neue Namen zu erfinden. Man gebe ein beliebiges Wort ein und lasse sich neue Buchstabenkreationen vorschlagen. Bei Eingabe meines Namens kommt da z.B. BRADY EISERNE raus, und damit lässt sich doch wieder neu basteln.

    Nicole:
    Meinerseits muss ich gestehen, regelmäßig gehe ich zur Zeit nur mit den Hunden 🙂
    Aber das muss gar nichts heißen. Ich habe heute seit langem auch mal wieder meine Counterstatistiken aufgerufen und stelle fest (erfreut, wohlgemerkt), dass da täglich viele Leser in die BuchStaben kommen, auch wenn ich nichts schreiben und die nichts sagen.

    Lieber Heinrich,
    für uns Blogger ist die Themenwahl doch eigentlich ganz einfach: Wir schreiben, was, wie viel und wann wir wollen. Ich denke nicht, dass ich noch bloggen würde, wenn ich über das nachdächte, was die Leser wohl erwarten oder sie aufmuntern könnte, einen Kratzfuß zu hinterlassen. Das wäre mir zu anstrengend und über Politik blogge ich nicht gerne 😉

  4. Hallo Heinrich,
    dann doch lieber nur Applaus, ist dieser doch das Brot des Künstlers, obwohl Applaus alleine auch nicht satt macht. Dann vielleicht anstatt der Buhrufe ein paar Tomaten und Eier, nur das Auffangen muss dann geübt werden und schon ist das Abendessen fertig!:-)

    Danke für Ihren Kommentar… er fehlte. 🙂
    Herzliche Grüße, Nicole Rensmann

  5. Liebe Nicole Rensmann,
    ich schreibe ja keine Geschichten und habe mir noch nie Gedanken gemacht, wie ich Namen finden könnte. Neulich habe ich in einem Blog einen Link gesehen http://www.schreibwerkstatt.de/namensgeneratoren-von-bis-t6660.html wo es um Namensgeneratoren ging. Wie gut oder nützlich diese Generatoren sind, kann ich nicht beurteilen.

    Zu Ihrer Frage: „Regelmäßige Blogleser (gibt es die noch?)“ kann ich nur sagen, dass es mit Sicherheit immer sehr viel mehr Leser gibt, als Menschen, die sich dann auch „melden“ und sich zu einem Kommentar aufraffen. 😉

    Ich grübele oft sehr lange, was ich in meinem Blog schreiben könnte, was nicht nur die Leser interessiert, sondern auch veranlasst, etwas dazu zu antworten oder zu kommentieren. Das ist gar nicht so einfach. Je nach Thema sind Null bis max. fünf Prozent der Leser auch „schreibwillig“.

    Wenn ich im nächsten Leben Künstler werde, suche ich mir etwas aus, was auf der Bühne stattfindet – Applaus und Buhrufe in Echtzeit – das isses. 😉

    Gruß Heinrich

  6. Matthias Brömmelhaus

    Im Netz gibt es auch einige Hilfe:
    Sehr schön ist der „Real Name Creator“, mit dem man Zufallsnamen kreieren kann: http://realnamecreator.alexjonas.de/
    Alle, die historische Romane schreiben, finden hier die beliebtesten Vornamen in verschiedenen Jahrhunderten und – bezogen auf das 20. Jh. – Jahren:
    http://www.beliebte-vornamen.de/

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