Die Müngstener Brücke bleibt gesperrt! Gut so!

Webseitenlogo www.nicole-rensmann.deSie ist das Wahrzeichen im Bergischen Land, sie verbindet Städte untereinander und wurde als Revolution im Jahre 1897 gefeiert. Die Verbindung zwischen Solingen und Remscheid über die höchste Brücke Deutschlands wurde zum Segen für die Wirtschaft. Legenden und wahre Geschichten ranken sich um ihre Stahlgitter wie Efeu. Nicht selten stürzt sich ein Lebensmüder hinunter. Die Städte protzten, bauten einen Brückenpark, inszenierten Lasershows, um sie ins blinkende Licht zu setzen. All das ist nun vorbei. Vergangenheit. Für immer?

Die Müngstener Brücke!

Schon als die Brücke vor einigen Monaten gesperrt und dem Anschein nach nur eine notdürftige Reparatur durchgeführt wurde, der Zugverkehr dann wieder stattfinden durfte, blieb fraglich, ob die kurze Aktion ausreichend gewesen war, um die Brücke vor einem drohenden Verfall zu schützen. Geschah die vorzeitige Öffnung auf Drängen der Städte, oder blieb es eine Entscheidung der Bahn, um zusätzliche Kosten zu sparen?

Zum Schutz aller Bahnfahrer blieb zu hoffen, dass die Öffnung schnell wieder rückgängig gemacht werden würde. Die Gefahr blieb hoch! Das Szenario, die Brücke könne einstürzen, während ein Zug darüber rattert, sollte allen erspart bleiben!

Wer hatte nun den Mut, einmal Verantwortung zu tragen und die einzige Zugverbindung nach Remscheid erneut zu sperren?

Eine Schnellentscheidung über Nacht ohne Voranmeldung bei Bürgermeistern oder anderen Entscheidungsträgern. Die Bahn machte die Brücke dicht! Herzlichen Glückwunsch! Bei einem möglichen Einsturz und hunderten Toten hätte sich der Verantwortliche, der die Freigabe unterzeichnet hat, nicht einmal mehr von der Müngstener Brücke stürzen können – wie die Bergischen scherzhaft sagen.

Die Sperrung ist die einzige richtige Konsequenz. Zum Schutz der Bürger! Nun weiß niemand, wann die Brücke wieder freigegeben wird, wann die Bahn über die notwendigen Mittel verfügt bzw. die vorhandenen entsprechend einsetzt, um nicht nur die einzige Zugverbindung nach Remscheid instand zu setzen, sondern auch das Wahrzeichen des Bergischen Landes.

Welch Glück, dass die Bahn nicht auch für andere Wahrzeichen des Landes verantwortlich ist, sonst hieße es in der Presse demnächst:

Der Kölner Dom bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Das Brandenburger Tor muss weiträumig umfahren werden, es droht Einsturzgefahr!

Die Frauenkirche in München bleibt für Besucher unbetretbar.

Die baufällige Porta Nigra in Trier zieht keine Touristen mehr an.

Politiker ziehen um. Das Reichstagsgebäude bleibt zu.


Die Sperrung halte ich aus sicherheitstechnischen Gründen für unerlässlich. Mehr Information ist jedoch vonnöten.

Kann ich noch unbesorgt unter der Brücke mit meinem Hund spazieren gehen? Sollte ich zukünftig das Brückenparkfest nicht mehr besuchen, um nicht Teil einer Katastrophe zu werden?

Und: Die Müngstener Brücke ist die einzige Zugverbindung und – wichtiger –  das Wahrzeichen für das Bergische Land. Warum habt ihr es – durch Geiz und Oberflächlichkeit – so verkommen lassen?

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