Elmar Gunsch ist tot – ein Dankeschön

08-Elmar Gunsch liest aus seinem GedichtEs war eine dramatische Katastrophe, ein Erlebnis, das die  Menschen für einige Zeit stiller gemacht hat und die Welt veränderte. Der 11. September 2001 riss Menschen in den Tod, ließ Trauernde zurück und brachte den Wahnsinn nach Amerika. Keiner konnte verstehen, was damals geschah – bis heute nicht. Worte fehlten und doch kreisten unendlich viele Gedanken in unseren Köpfen.
Damals hatte ich viel Kontakt mit Angela Wagner, eine taffe Remscheiderin – Journalistin, Schauspielerin, Altenpflegerin, Frau, Kämpferin -, die ich heute nur noch ab und an auf Trödelmärkten treffe. Wir umarmen uns dann, sprechen über das Vergangene, gehen wieder unserer Wege. Aber sie ist eine von den Menschen, die in meinem Herzen ist, auch wenn wir uns nicht sehen. Nach den Attentaten auf das World Trade Center sprachen wir miteinander, über unsere Fassungslosigkeit – mit Zittern in den Stimmen. Wir mussten unsere Ängste, unsere Gefühle zum Ausdruck bringen.
Angela Wagner mit Nicole Rensmann

„Gedanken im Sturm“ wurde geboren. Ideen gesammelt, so viele Ideen, der Fortgang für alle dokumentiert. Mitte Oktober wurde es offiziell. Autoren gefragt, Menschen bewegt, Lehrer animiert. Es wurde geschrieben: Gedichte, Kurzgeschichten, Gedanken. Erste Artikel im rga und in der Bergischen Morgenpost erschienen.

Auch Prominente sollten nicht fehlen. Jürgen von der Lippe konnte leider nicht, aber Elmar Gunsch sagte seine Unterstützung sofort zu, und sandte das Gedicht „Atavismus“ für die Anthologie „Gedanken im Sturm“ ein. Doch damit nicht genug. 02-Wir warten gespanntFür die gemeinsame Lesung benötigten wir einen Moderator – und wer schien passender als der Mann mit der samtigen und tiefen Stimme: Elmar Gunsch. Gefragt. Zugesagt! Wahnsinn.

Die teilnehmenden Autoren rückten in den Hintergrund. Elmar Gunsch kommt nach Remscheid. Das schien unfassbar. Aber er kam. Die Presse folgte. Die Kameras klickten und hielten nur auf Elmar Gunsch. Es schien, als fühlte er sich geschmeichelt und gleichzeitig genoss er den kleinen „Vorstadtrummel“. Verständlicherweise.
Steve Comes, Achim Friker, Mareen Göbel, Thomas Hundhausen, Betty Schmidt, Matthias von Schramm, Angela Wagner und Nina Winkler gehörten an dem Abend jedoch auch zu den wichtigen Personen, denn ohne sie hätte es nichts gegeben, was Elmar Gunsch hätte moderieren können. Und so passte alles perfekt. Für mich war dieser Abend berauschend – wie viele meiner Lesungen. Doch dazu traf ich auf einen Mann01-Elmar Gunsch moderiert, der einem guten Glas Wein nicht abgeneigt war, seine Stimme tief und stark, die Aussprache klar. Ein Genießer mit Erzählstimme, und ein Mann, den ich – wenn auch nur für einen Abend – kennen lernen durfte und der ein von mir mit-initiiertes Projekt unterstützte.

Für all das bedanke ich mich. 

Elmar Gunsch ist nun im Alter von 81 Jahren nach einem schweren Sturz verstorben. Mein Beileid den Angehörigen und Freunden.

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