Nein, ich möchte nicht!

In letzter Zeit häufen sich die Anfragen, ob ich das Debüt eines jungen Autors lesen und vorab besprechen möchte. Auch Anfragen zu Rezensionen und Interviews erhalte ich sehr viele. Der Autor selbst setzt das Vertrauen in mich, ein Interview mit ihm zu führen und eine Rezension über das soeben neu oder demnächst erscheinende Buch zu schreiben. Auch werde ich nicht selten gefragt, ob ich Fremdbeiträge in meinem Blog veröffentlichen würde – sogar Geld wurde mir dafür schon angeboten. Das ehrt mich sehr.

Ich habe viele Jahre für das Magazin phantastischInterviews mit Größen der Literaturszene geführt. Diese Arbeit wurde bezahlt. Exklusive Interviews in meinem Blog gibt es, aber nur mit Personen, die ich mir selbst ausgewählt habe und zu dem Zeitpunkt besonders interessant fand. Ich finde auch heute noch viele Menschen sehr interessant – und natürlich können dazu auch die Autoren oder Verlage gehören, die mit ihren Anfragen an mich herantreten, aber aus Zeitgründen führe ich keine Interviews mehr – weder exklusiv, noch gegen Honorar und schon gar nicht aus Gefälligkeit.

Rezensionen schreibe ich auch nur dann, wenn mir danach ist und nie auf Anfrage, denn ich bin unabhängig. Entweder lese ich das Buch zufällig selbst oder ich habe es mir vom Verlag als Rezensionsexemplar angefordert – dann kann die Besprechung auch schon mal negativ ausfallen, denn nur Ehrlichkeit bringt Verlag und Autor weiter.

Ich habe auch schon als Korrektorin und Lektorin gearbeitet – gegen Honorar. Vermutlich schnelle ich in der Beliebtheitsskala weit nach oben, wenn ich mit einem Lächeln alle Buch-/Autoren-/Manuskript-Angebote kostenlos durchführe und natürlich positiv bespreche, aber dann würde es an Objektivität fehlen und satt werde ich von Manuskripten und Buchseiten leider auch nicht.

Sicher, in der Vergangenheit habe ich schon einmal die ein oder andere Geschichte gelesen und ein Urteil abgegeben. Meist handelte es sich um Personen, die ich durch einen flüchtigen Kontakt „kannte“. In der Regel gab es nach meinem Urteil keinen Kontakt mehr. Denn meine Tipps und Anmerkungen sind freundlich, aber nicht immer so wie der Autor das gerne wünscht. Sorry, aber wer um ein Urteil bittet, muss auch mit Kritik umgehen können. Nur mit Kritik ist ein Vorankommen möglich. Eine Kritik mit Tipps zur Verbesserung des Textes ist jedoch in den meisten Fällen nicht erwünscht. Doch nett gemeinten, aber zielfernen Seelenbalsam kann ich leider nicht bieten.

In erster Linie bin ich Schriftstellerin, ich gebe gerne selbst Interviews und freue mich natürlich über Rezensionen meiner Bücher. Hierzu sage ich gern: Ja, bitte!
Ich schreibe über Bücher, die ich gelesen habe, wenn ich Lust dazu habe, berichte über meine Arbeit und alles was mich irgendwie beschäftigt. Mein Blog ist mein Blog, mein Thema, meine Texte. Ich bin nicht käuflich. Hier, in meinem Blog, möge die Themenauswahl noch so unterschiedlich sein,  ist alles echt und ehrlich und von mir.

Danke für Ihre und deine Anfrage und das in mich gesetzte Vertrauen, aber „Nein, ich möchte nicht und bitte um Verständnis!“ 🙂

Ein Kommentar:

  1. Pingback: Nicole Rensmann – Schriftstellerin. Bloggerin. » Von Vetternwirtschaft und Nichtengewerbe

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