Betrachtet: „Kunst mit HÜHNERaugen“ von Peter Gaymann

GaymannIch mag Kunst. Ich verstehe nichts davon, aber sie gefällt mir, sofern es sich nicht um Fettecken oder schmutzige Badewannen von Künstlern handelt, deren Ambitionen ich nicht nachvollziehen kann und möchte. Auch das Verpacken des Eiffelturms ist sicherlich eine komplizierte Kiste, aus meiner Sicht aber vollkommen sinnlos. Viel lieber erfreue ich mich an einer schönen Skulptur, an Gemälden, Bildern, Zeichnungen. Nun gefällt mir nicht jedes künstlerische Erzeugnis – denn Kunst muss mir zusagen, mich ansprechen. Ich muss sie schön finden. Es ist also Geschmacksache, ob mir ein Bild, ein Gemälde, eine Zeichnung, eine Skulptur gefällt.  So ist das auch bei Büchern, unabhängig davon, ob sich darin Bilder oder Buchstaben befinden.

In „Kunst mit Hühneraugen“ von Peter Gaymann befindet sich beides. Wobei das Bild  an sich und ein Hahn im Einzelnen dominieren. Peter Gaymann hat sich bekannte Gemälde von weltberühmten Malern vorgenommen und sie neu arrangiert. So reiht sich seit Gaymann zwischen Carl Spitzwegs „Sonntagsspaziergang“ ein Hahn mit fliegenpilzfarbenem Schirm in die Spaziergänger ein. Aus Edgar Degas „2 Studien für Tänzerinnen“ werden drei und in Alfred Sisleys „Landschaft mit Haus“ hat Peter Gaymann zwei Federball spielende Hühnchen eingesetzt.

Was sich als Fauxpas an den hochkarätigen Malern dieser Welt hätte entwickeln können, wird zu einer netten Vorstellung der Altmeister. Mit sensiblem Fingerspitzengefühl setzt Peter Gaymann sein allerliebstes Kreativ-Huhn ein. Hier wird nicht verhöhnt, sondern dezent verhähnt. Dabei passt sich Peter Gaymann der Kunst des jeweiligen Malers und der Epoche an. So könnte der ein oder andere Betrachter tatsächlich glauben, dass bei Edouard Manets „Schwarzes Boot bei Berck“  auch ein Hahn im SOS-Ring auf hoher See treibt. Doch in diesem – und auch in anderen Fällen – wird zudem das Original abgebildet und somit ein unmittelbarer Vergleich möglich. Das bringt die Kunst auch denjenigen näher, die noch nie etwas von Edward Hopper, Gustave Caillebotte, Vincent van Gogh oder Max Liebermann gehört oder gesehen haben.

Fazit: Peter Gaymanns verhähnte Kunst – lustig und durchaus lehrreich!

Peter Gaymann
Kunst mit Hühneraugen
Belser Verlagsgesellschaft, 2013
Hardcover
ISBN 9783763026524
16,95 €
Mit einem erklärenden Vorwort von Frau Dr. Simone Leistner.
 
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© Cover: Belser Verlag

Vielen Dank an buchcontact.de!

 

Ein Kommentar:

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