C.S. Lewis – Ein Porträt

Narnia von C.S. Lewis  - das komplette Werk

Narnia von C.S. Lewis – das komplette Werk

Ursprünglich stammt dieser Text aus dem Narnia-Special, das im Dezember 2005 in Kooperation mit phantastik-news.de, Mr. Fantastik und Oliver Naujoks entstanden ist. Alle zu Mr. Fantastik führenden Links sind jedoch nicht mehr erreichbar, da das Fantasy-Portal, einst gegründet von Marcel Feige, schon länger geschlossen ist.

»Denke daran, dass jede Welt ein Ende hat«, sagte der am 29. November 1898 in Belfast geborene Clive Staples Lewis, genannt »Jack«, und setzte somit auch seiner eigenen Phantasie einen Grenzstein. Sein Leben ist so umfassend und interessant, dass ein ausführliches Porträt an dieser Stelle den Rahmen zu sprengen droht. Darum finden nur wenige, bedeutende Stationen seiner Biografie Erwähnung.

C.S. Lewis – Der Mensch

C.S. Lewis, bekannt als Schöpfer von »Narnia«, wuchs in Irland auf. Als seine Mutter Florence Augusta Hamilton Lewis starb, war er gerade zehn Jahre alt. Doch dieses Jahr – 1908 – sollte ein schicksalhaftes sein, denn er verlor ebenso seinen Großvater und den Großonkel und wurde von seinem Vater Albert J. Lewis auf das Internat der Wynyard School in Watford Hertfordshire geschickt, das der drei Jahre ältere Bruder Warren schon seit drei Jahren besuchte.
Doch Lewis fiel es schwer, sich mit der Schulform anzufreunden, verächtlich nannte er das Internat auch »Oldie`s School« oder »Belsen«.

Die Wunder von Narnia - Inhaltsverzeichnis

Die Wunder von Narnia – Inhaltsverzeichnis

Gerüchten zufolge soll der Rektor geisteskrank gewesen sein und die Kinder geschlagen haben. 1910 wechselte Lewis darum zum Campbell College in Belfast, das nicht weit vom elterlichen Haus »Little Lea« lag. Doch wegen starken Asthmas verließ er die Schule nach zwei Monaten.
Als er 1911 nach Malvern in England in das Cherbourg House geschickt wurde, einer Vorbereitungsschule für das später von ihm zwei Jahre lang besuchte Malvern College, geneste er. Während dieser Zeit soll er seinen Glauben verloren haben. Erst die Lektüre »Phantastes«* von George MacDonald prägte Anfang 1916 seine religiösen Eindrücke und legte zudem die Grundsteine für seine späteren schriftstellerischen Erfolge.

Lewis galt als Meister der alten Sprachen und diese Fähigkeit verhalf ihm zu einem Stipendium. Er studierte Englisch, alte Sprachen und Philosophie am University College in Oxford, wurde jedoch bei Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahre 1917 einberufen und nur wenige Monate später verwundet. Er erholte sich rasch, wurde versetzt und Ende 1919 aus dem Dienst entlassen und kehrte nach Oxford zurück.

Für ein halbes Jahr arbeitete Lewis ab Oktober 1924 als Philosophielehrer am University College und erhielt 1925 einen Fellowship für englische Sprache am Magdalens College in Oxford, wo er den Autor J.R.R. Tolkien kennen lernte. Tolkien gelang es, mit Hilfe der gemeinsamen Freunde Hugo Dyson und George MacDonald, Lewis zurück auf den Glaubenspfad zu lenken. Vor allem Adam Fox, Theologe und Geistlicher, der ebenfalls am Magdalens College arbeitete, bekehrte Lewis schließlich. Während seiner Zeit am Lehrstuhl der Universität im Jahre 1931, bekannte sich Lewis zum Christentum.

In dieser Zeit gründete er mit seinen Freunden die Literaturgruppe »The Inklings«. Mitglieder waren Lewis` Bruder Warren, der Priester und Dichter Adam Fox. Charles Williams, J.R.R Tolkien, Dr. Robert Harvars, Owen Barfield, Weville Coghill, Warnie und Hugy Dyson. Auch weitere Autoren und Autorinnen sollen im Laufe der Zeit dazu gehört haben. Jeden Donnerstagabend trafen sie sich im College und dienstagmittags in einem Pub. 16 Jahre lang – bis 1949 – trafen sich die Freunde, philosophierten über Literatur und besprachen die eigenen Erzählungen. In diesem Rahmen entfernten sich Tolkien und Lewis schließlich voneinander, denn Tolkien kritisierte das Land hinter dem Kleiderschrank »Narnia« negativ. Außerdem nahm es Tolkien, ein gläubiger Katholik, seinem Freund übel, dass er nicht zum Katholizismus übergetreten war.

1946 erhielt C.S. Lewis den Ehrendoktor in Theologie an der Universität St. Andrew und wird Ende 1948 Mitglied der Royal Society of Literature. Vier Jahre später – 1952 – wird er mit dem Ehrendoktor für Literatur ausgezeichnet, die ihm die Laval Universität in Quebec verlieh. Weitere Auszeichnungen und Ehrentitel folgen.
In diesem Jahr trifft er sich das erste Mal mit der Schriftstellerin Joy Davidman, mit der er sich bereits zwei Jahre Briefe schrieb. Sie heiraten am 23. April 1955 standesamtlich, um sie vor der Abschiebung zu retten und vollziehen die kirchliche Trauung an – wie alle glauben – Joys Sterbebett. Unerwartet kam der Krebs, an dem sie litt, vorübergehend zum Stillstand und sie verbrachten noch zwei glückliche Jahre zusammen, bis Joy schließlich, kurz nach einem langen Griechenlandurlaub, am 13. Juli 1960 im Alter von nur 45 Jahren starb.
Auch C.S. Lewis erkrankte kurz darauf an Krebs, und er folgte ihr am 22. November 1963 ins Grab. Sein Tod fand in den Medien jedoch kaum Erwähnung, denn am selbem Tag verstarb auch Aldouos Huxley, und Präsident Kennedy wurde erschossen.

Die Liebesbeziehung zwischen C.S. Lewis und Joy Davidman verfilmte 1993 Sir Richard Attenborough. Anthony Hopkins und Debra Winger spielen in »Shadowlands« die Hauptrollen.

C.S. Lewis – Sein Schaffen

C.S. Lewis - Die sieben Bände

C.S. Lewis – Die sieben Bände

Schon in jungen Jahren hatte Lewis Gefallen an Märchen gefunden. Zu schreiben begann er, während er als Professor an der Universität Cambridge lehrte. Nach diversen Veröffentlichungen in Schülerzeitungen, publizierte im Februar 1919 das Magazin »Rebeille« seine Kurzgeschichte »Death in Battle«. 1921 gewann Lewis den Chancellor`s English Essay Preis für sein Werk OPTIMISM, das aber als verschollen gilt.
Er veröffentlichte seine lyrischen Werke schon früh – 1919 »Spirits in Bondage« und 1926 »Dymer« – unter dem Pseudonym Clive Hamilton. Auch für seine Christliche Apologie »über die Trauer« verwandte er ein Pseudonym, diesmal N.W. Clerk. Erst 1961 erschien der Band erneut unter seinem richtigen Namen.
»Flucht aus Purtianien« zählt zu seiner ersten Christlichen Apologie und erschien 1933, danach folgten elf weitere Apologien, die letzte wurde noch nach seinem Tod veröffentlicht. Ebenso begann er 1936, literaturwissenschaftliche Abhandlungen zu verfassen. Lediglich zwei von diesen 7 Büchern wurden jedoch ins Deutsche übersetzt.
Sein manifestierter christlicher Glaube schlägt sich in vielen seiner Erzählungen nieder. Parallelen zu biblischen Geschichten finden sich vor allem in seinem größten Erfolg »Die Chroniken von Narnia«. Die Perelandra-Trilogie, bestehend aus »Jenseits des Schweigenden Sterns«, »Perelandra« und »Die böse Macht«, wird in verschiedenen Quellen als christliche Science Fiction bezeichnet.

Neben seinem schriftstellerischen und apologetischen Schaffen, arbeitete er bis 1954 auch als Literaturwissenschaftler am Magdalens College in Oxford. Danach ging er nach Cambridge, wo er Literatur des Mittelalters und der Renaissance unterrichtete. Auch seine mittelalterlichen Werke sind heute noch bekannt. Allen voran »The Allegory of Love«, für das er den Golamncz Memorial Preis für Literatur erhielt.
Walter Hopper brachte lange nach Lewis` Tod einen lyrischen Band »Poems« raus, sowie »Der dunkle Turm« – ein Buch, das Kurzgeschichten des Autors enthält.
Über mehrere Jahre entstand die siebenbändige Reihe seiner mit der Carnegie Medaille ausgezeichneten »Chronik von Narnia«, deren Weltauflage mit 85 Millionen Exemplaren angegeben wird. Hier steht der Löwe Aslan für Christus – in Narnia behandelt Lewis typisch biblische Themen wie Die Schöpfung, Sündenfall, Tod und die Auferstehung.
Obwohl seine Bibliographie ein breites Spektrum abdeckt, sind es vor allem die »Narnia«-Geschichten, die ihn unsterblich werden ließen.

Wer sich für »Die Inklings« interessiert, dem sei das »Jahrbuch für Literatur und Ästhetik« empfohlen, erschienen 1993 als Taschenbuch mit 160 Seiten bei J. Brendow. Dieses Buch enthält Besprechungen und Hintergrundinformationen zu den bei den Inklings anwesenden Autoren und deren Werken, darunter u.a: Christian Rendel, Gisbert Kranz, George MacDonald, Elmar Schenk, J.R.R.Tolkien, C.S.Lewis, Charles Williams und Owen Barfield, sowie von nahestehenden Autoren wie Dorothy Sayers oder Gilbert K.Chesterton. 

Narnia - Merchandising zum Film

Narnia – Merchandising zum Film

 
Anhang – die sieben Bände:
 
Band 1: Der König von Narnia
Band. 2: Prinz Kaspian von Narnia
Band. 3: Die Reise auf der Morgenröte
Band. 4: Der silberne Sessel
Band. 5: Der Ritt nach Narnia
Band. 6: Das Wunder von Narnia
Band. 7: Der letzte Kampf


Webtipps:

© Text/Fotos: Nicole Rensmann

6 Kommentare:

  1. Ohja, das ist ein Luxusproblem, das ich jedoch sehr gut kenne. 🙂

  2. Mein Bruder hat eine Ausgabe, muss ihn mal fragen, welche. Das Problem ist nur (immer wieder das gleiche): Es gibt so verdammt viele Bücher, die ich lesen möchte, und der SUB (real und virtuell) nimmt schneller zu, als ich mit dem Lesen nachkomme. Wobei das natürlich ein Luxusproblem ist. 😀

  3. Danke Christian!

    Das lohnt sich durchaus, wie ich finde. Ich würde dann aber keine neue Übersetzung wählen. Leider habe ich von C.S.Lewis kein antiquarisches Werk. Hier lohnt sich bestimmt der Vergleich zwischen dem Original-Text und den aktuellen Ausgaben. Die Unterschiede sind bei anderen Klassiker zumindest immens. Das wird hier sicherlich nicht anders sein.

    Beste Grüße

    Nicole

  4. Schöner Artikel! Hm, bisher kenne ich nur die Narnia-Verfilmungen – so langsam reizt es mich doch, auch mal die Geschichten zu lesen.

  5. Pingback: geekchicks.de » geekchicks am 31.01.2014 - wir aggregieren die weibliche seite der blogosphäre

  6. Pingback: Nicole Rensmann – Schriftstellerin. Bloggerin. » Gesehen: Der König von Narnia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.