Wie wirst du eine Stern-STIMME? Die Voraussetzung ein PR-Blogger zu werden.

NR-LogoJa. Wie eigentlich? Wie werde ich eine Stern-STIMME? Oder du? Oder Sie dort hinten? Ich habe mich das schon ein paar Mal gefragt, welche Voraussetzung die Menschen hinter den Stern-STIMMEN – all die Blogger beim Onlineportal Stern – haben müssen. Nicht, weil ich auch möchte. Das heißt, ich möchte schon, aber ich würde niemals werden, weil ich nicht gut genug bin, weil ich nicht ausreichend reflektiere, weil ich nicht beliebt und nicht verhasst genug bin, weil ich zu launisch und manchmal traurig bin, weil ich motzig, zu diszipliniert, zu organisiert und oftmals viel zu nett bin, weil ich eine Heldin sein möchte und nie eine sein werde, weil ich zu perfekt wirke und meinungsstark, weil ich oft unsicher bin und Angst davor habe, mich richtig zu verhalten und dann alles falsch mache, weil ich so bunt bin und mich nicht auf ein Thema beschränken lasse, weil es völlig egal ist wie ich bin, weil das genau keinen interessiert. Und vor allem, weil ich kein Stern sondern eher ein Niemand, im höchsten Maß ein Mond-Laberbäcken und in jedem Fall frei bin.

Trotzdem habe ich mir diese Frage gestellt, denn ich lese die Stern-Blogs gerne – nicht alle, aber ein paar. Sie sind ein bisschen mehr aus dem Leben gegriffen, als die  S.P.O.N.  – Kolumnisten beim Spiegel oder die Blogs bei Welt.de. Ja die Onlinepresse steht auf Blogger.

„Wie wirst du also eine Stern-STIMME?“ Ich habe – dreist, wie ich gerne bin, denn nur wer nicht fragt, bleibt dumm – die Redaktion gefragt.
Doch die wusste auch keine Antwort, zumindest hat sie mir keine gegeben. Die Redaktion hat also auch keine Stimme und ist somit kein Sternchen. Ich fühle mich verbunden. Nützt mir aber nichts, denn nun weiß ich immer noch nicht, welche Voraussetzung ein Blogger-Stern braucht, um eine Stimme haben zu dürfen.

Gut, dachte ich, dann suche ich eben selbst danach. Über dreißig Stimmen gibt es aktuell bei den Stern-STIMMEN. Sie reden viel, manchmal wirr, nicht immer für jeden interessant, nie täglich. Unzählige Querbeet-Blogs für jedermann und jedefrau. Thematisch sortiert. Von jedem Mann und jeder Frau? Es scheint so.

Da schreiben die Väter Daddylicious alias Mark Bourichter und Kai Bösel über ihren Alltag mit Kindern. Und auch das Rabenmuttertier bloggt an anderer Stelle über ihr Mutterdasein. Ein großes Thema scheint das heute zu sein – diese Selbstverständlichkeit Kind. Auch Frau Weh! – Oh Je! verwendet die Kids als Gesprächsnotiz. Irgendwann werden diese Kinder zu Die Enkelin, die über ihre Großeltern bloggt, was wiederum nicht selbstverständlich und sehr sensibel zu lesen ist. 

Silke Müller bezeichnet sich als Das Deutschlandgerät. Ein fragwürdiger Titel, dabei geht es um Kunst, um Berlin, um Politik. Hochintelligente Frau. Reporterin.

Das Mond-Laberbäckchen

Das Mond-Laberbäckchen

Carsten Heidböhner spricht bei Bier gewinnt nicht über seine Problemzonen, die bei Konsum von Bier entstehen dürften, im Laufe der Zeit. Doch dann darf er sich an Meike Rensch-Bergner wenden, sie schreibt für die Abschaffung der Problemzone. Ein Cross-Blog Posting ist in naher  Zukunft sicherlich sinnvoll: Bierbauch grüßt Problemzone. Wäre doch auch mal lustig.

Psychologisches Dreiviertelwissen erhalten die Damen und Herren dann bei der selbsternannten Dreiviertelpsychologin Sinje Lübbke. Dort kann auch dasgegenteilvontraurig alias Tobi Katze in Behandlung gehen. Er macht in Sachen Literatur mit und ohne Humor und bezeichnet sich als depressiv. Künstler, vor allem die Schreibenden, haben gern einen Hang zu Depression. Das ist nichts besonderes.  Besonders ist aber, dass er den Mut hat, so offen damit umzugehen und damit sich und auch anderen Betroffenen eine große Hilfe ist. Respekt!

Besondere Zusatzqualitäten, abgesehen davon sich schriftlich mehr oder weniger verständlich auszudrücken, muss die Stern-STIMME nicht haben.
Mama, Papa, ein bisschen depressiv, Student, Reporterin, Biertrinker, Gewichtskämpfer und -stemmer, Serienjunkie, Medien-Freak, ein bisschen Sex und Society, dazu Den geheimen Code der Liebe – das geht immer gut, Kräuterhexe, Küchenfee, Wurstblog, Sport, Medien & Mehr .
Es wird gebloggt über Gott und die Welt, über sich selbst, über Nichtigkeiten und Wichtigkeiten. Jeder hat sein Thema. EIN Thema. Normale Leute wie du und ich, die sich auf EIN Thema spezialisiert oder reduziert haben (lassen). In der Menge betrachtet interessant, im Einzelnen oft ein bisschen langweilig.

Mich haben die Spielplatz- und Krabbelgruppengespräche, in denen es NUR um die Kinder ging, schon immer gelangweilt. Am Kaffeetisch NUR vom Urlaub erzählen? Auf der Fete NUR vom Job berichten?

Dafür ist das Leben zu vielseitig, die Welt zu schnell.  Ich probiere mich im Querschnitt der Stern-Stimmen.

Nicole - 2014

Nicole – 2014

Gut. Ich bin noch nicht bereit, so offen über meine depressiven Phasen zu reden. Kinder habe ich, zwei sogar. Ich bin kein Rabenmuttertier, sondern eher eine Glucke, ich trinke kein Bier, sondern Wein, ich stehe nicht auf Berlin, sondern suche noch nach der perfekten Stadt für mich. Über Sex spreche ich nicht, und auch nicht über Geld. Die Vaterfreuden kann ich leider nicht teilen und mit dem Bierbauch habe ich so mein Problem. Politik ist eher sozial-emotional für mich. Dafür bin ich eine Hobbypsychologin mit 93% Trefferquote. Finanzielle Engpässe, Scheidung, Familienprobleme, Krankheiten – könnte ich, lasse ich aber weg. Ich mag Politik, rede aber nicht oft darüber. Ich koche, kräuterle, backe, ich liebe auch und lebe noch dazu. Testen find ich lustig. Schreiben, Bücher, Literatur und das Wort an sich.  Alles meine Themen.

Bei mir gibt es mehr. Gratis ohne Stern mit lauter Stimme. Nur eins bin ich sicher nicht: Thematisch sortiert. Denn das ist nicht nur langweilig, sondern weit entfernt vom Leben! Einseitigkeit? Will ich nicht, hab ich nie gehabt.

Deswegen scheitere ich daran, eine  Stern-STIMME zu sein. Ich bin ein Mond-Laberbäcken mit Silberstreifen im Haar. Hier ist mein Platz – und ich danke dir, dass du mich ab und an besuchst.

  

Mach es wie die Gebrüder Grimm: Erzähl es weiter.

5 Kommentare:

  1. … und genau dieser Post macht dich charmant und bringt mich dazu, bei dir zu bleiben. Wundervoll ehrlich und nett. Und ich mag deine Schreibstil. Danke das du da bist 🙂
    LG Cörnchen

  2. Hey Nicole,

    ich freue mich, dass du mein Stern-Blog „dasgegenteilvontraurig“ erwähnst. Allerdings muss ich mal ganz kurz dagegen angehen, wie du das Wort „depressiv“ verwendest.
    Du pauschalisierst, indem du schreibst, Künstler hätten immer einen Hang zur Depression. Oder dass ich mich als „depressiv bezeichnen“ würde.
    Ich habe Depressionen. Das ist eine Krankheit, die wenig mit der von dir vielleicht eher gemeinten „Melancholie“ oder Lebensschwere gemein hat. Es geht nicht darum, dunkel zu sein, oder melancholisch durch die Welt zu gleiten, sondern vielmehr darum, eine Krankheit zu haben, die allen Antrieb lähmt. Ich weiß nicht, ob dir das so bewusst ist. Falls dem so sein sollte – verzeih bitte.
    Falls nicht – Menschen mit Depressionen (bzw zumindest ich) lassen sich und ihre Krankheit nicht gerne trivialisieren, da sie für Außenstehende kaum nachvollziehbar ist.

    Liebe Grüße,
    Tobi

    • Hallo Tobi!

      Ich danke dir für deine Rückmeldung. Es lag mir fern Depression zu pauschalisieren, dich womöglich zu verletzen oder deine Krankheit herunterzuspielen. Sollte das so verstanden worden sein, möchte ich mich in aller Form entschuldigen. Aber schön, dass du das noch einmal klar stellst und mir so auf die Finger haust.
      Leider ist es aber heutzutage auch oft so, dass sich die Menschen hinter diesem Wort verstecken und daraus ihren Nutzen ziehen. Wie immer es auch ist, wichtig ist doch, dass DU in der Lage bist öffentlich darüber zu sprechen und dies eine Art Hilfestellung zu sein scheint, sonst hättest du hier nicht geschrieben, sonst hättest du den Blog gar nicht erst. Und das ist doch super! Somit hilfst du nicht nur dir selbst, sondern jedem anderen Menschen auch, egal ob er an einer krankhaften oder „kleinen“ Depression leidet.
      Und was Künstler und ihre „Depressionen“ betrifft … sie sind da. Viele haben das. Sensible Seelen, die von allen Seiten zu schnell verletzt werden können. Ob das nun eine diagnostizierte Depression wäre oder eine vorübergehende Melancholie ist vermutlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich glaube, die Kunst ist es, die sie dann oft davor bewahrt, am Morgen nicht mehr aufzustehen.

      Ich wünsch dir alles Gute!

      Beste Grüße

      Nicole

  3. Haa – siehste und genau deswegen bin ich immer wieder hier bei Dir.
    Weil Du genau so bist wie du bist!!! Ich find Dein Querbeet und auch die Tiefe super! Werde aufgeschlaut und zum Nachdenken angeregt… sehe alles mal von der anderen Seite und bekomme nichts übergestülpt als die einzig wahre Ansicht.
    Weitermachen …
    und ich geh jetzt mal einige Deiner Links checken 😉
    Saphira

    • Und dass du immer wieder hier bist, darüber bin ich sehr froh. Wenn ich jetzt einen Eintrag schreibe – nicht bei allen, aber bei manchen – denke ich an dich und erzähl dir einfach davon.

      Und? Hat der Link funktioniert?

      Ich wünsch dir superschöne Ostern!

      Liebe Grüße, Nicole

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