Von: Das „Ich-bin-doof“-Gefühl

Doof_ShirtKennst du dieses Gefühl? Du lässt den Tag Revue passieren, stehst irgendwo an einer Ampel oder sitzt in einem Café und fühlst dich doof. Es war ein Satz, den du in einer Unterhaltung gesagt hast, ein Pickel am Hals, eine Begegnung, das Lächeln eines Menschen oder das teilnahmslose Gesicht eines Unbekannten, ab und an ist es auch das große Nichts – irgendein Auslöser drängt dir dieses Gefühl auf, dich doof zu fühlen. Nicht doof im Sinne von fehlender Intelligenz. Intelligenter sind eh immer alle – während dieser „Ich-bin-doof“-Gefühlsphase. Und außerhalb der Phase meist auch, machen wir uns nichts vor, aber wer will schon intelligenter als alle anderen sein? Das ist sicherlich sehr anstrengend und eine schwere Verantwortung. Dann lieber ein bisschen unintelligenter sein, wenn da nicht dieses „Ich-bin-so-doof“-Gefühl wäre.
Es kommt einfach über dich, du kannst auch gar nichts daran ändern oder es verhindern. Mit einem Mal fühlst du dich doof, möchtest in einem Loch verschwinden, dich ins Bett zurückziehen und erst wieder aufstehen, wenn die Welt zum zweiten Mal geboren wurde. Alle anderen Menschen sind toll, nur du – du bist doof. Es grummelt in deinem Bauch, es zieht deine Lippen nach unten und lässt das Herz etwas schwerer werden – dieses „Ich-bin-doof“-Gefühl.
Dieser Zustand hält nicht ewig an, aber er kommt wieder, irgendwann, wenn du etwas sagst, das du hinterher bereust, du etwas trägst, das gar nicht so richtig passen mag, du ins Fettnäpfchen trittst, das nach deiner Meinung nur für dich hingestellt worden ist oder du feststellst, eine Erklärung nicht richtig verstanden zu haben. Dann kommt es wieder, dieses „Ich-bin-doof“-Gefühl.

Manchmal bleibt es den gesamten Tag lang, legt sich mit dir schlafen und steht auch am Morgen mit dir auf. An manchen Tagen verschwindet es schnell wieder – selten nur so. Eine Stimme, ein Wort, eine Geste, eine Antwort, ein Posting, ein Klick – irgendwas oder irgendwer lässt das „Ich-bin-doof“-Gefühl verschwinden und zeigt dir: andere sind auch doof. Dann nimmt das „Ich-bin-doof“-Gefühl deutlich ab und verschwindet nicht selten vollends. Bis es dich das nächste Mal überschwemmt, dieses „Ich-bin-doof“ – Gefühl, weil du den Mund nicht halten konntest, beim Gehen nicht aufgepasst hast, deinem inneren Schweinehund gefolgt bist oder nicht auf dein Bauchgefühl gehört hast.

Kennst du das auch? Dieses „Ich-bin-doof“-Gefühl?

4 Kommentare:

  1. Pingback: geekchicks.de » geekchicks am 12.06.2014 - wir aggregieren die weibliche seite der blogosphäre

  2. Jap, kenn ich auch. Ist ein selten dämliches Gefühl und oftmals so total unnötig…na ja, dann heißt es: „Augen zu und durch“ und „Morgen ist ein neuer Tag“! 🙂

  3. Jau, kenn‘ ich auch. Und ich glaub, jeder der sagt, er kenne es nicht, ist ein Lügner. 🙂

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