Vom Kochen: Pommes mit oder ohne Schranke

Pommes selbst geschnibbel, in Pflanzenfett gebrutzelt und schön gewürzt.

Pommes selbst geschnibbelt, in Pflanzenfett gebrutzelt und schön gewürzt.

Okay. Ich gebe es zu, der Titel klingt ein bisschen nach tiefstem Ruhrgebiet. Aber Pommes mag doch irgendwie jeder. Früher habe ich auch die Tüte aufgerissen und Backofenpommes in den Ofen geschoben. Das ging natürlich schnell. Aber ob Pommes, Kartoffelspalten, Reibekuchen, Herzoginkartoffeln oder was auch immer aus Kartoffeln hergestellt werden kann – heute mache ich das alles selbst. Es schmeckt besser! Außerdem sind die Zutaten variabel, mit Kräutern, Gewürzen, Zwiebel, Knoblauch lässt sich beim nächstsen Mal ein fast neues Rezept kreieren. Kartoffel-Fertigprodukte schmecken alle ähnlich und oftmals enthalten sie nicht einmal richtige Kartoffeln. Manchmal ist es nur Kartoffelmehl, gern auch mit Maismehl gemischt, dazu Geschmacksverstärker und irgendwelche Verdickungsmittel.

Dabei ist selber machen wirklich einfach, es braucht eben nur ein bisschen mehr Zeit.

Kartoffeln schälen und in Spalten schneiden

Kartoffeln schälen und in Spalten schneiden

Pommes selbst gemacht … schnell und lecker

Kartoffeln – mehr braucht es nicht

Die Kartoffeln sollten nicht mehlig und auch nicht festkochend sein, sondern – so steht es immer bei unseren Markt-Kartoffelmännern – halbfestkochend. Halbfeste Kartoffeln passen eigentlich immer und sind somit sehr vielfältig verwendbar.

Eine Mengenangabe ist etwas schwierig, da es darauf ankommt, ob du für zwei oder fünf kochst und ob die Pommes Beilage sind oder zum Hauptgericht werden.
Umso mehr Pommes, desto länger braucht der Garprozess, denn eine Menge aus z.B. 1,5 kg Kartoffeln kann nicht auf einmal im Fett gebrutzelt werden.

Wir schälen ca. 1 kg Kartoffeln, das reicht für 3 Personen. Dazu gibt es aber auch nicht mehr als einen Salat.

Die Kartoffeln schälen. Evtl. noch mal säubern. Dann in Spalten bzw. Streifen schneiden. Bitte nicht zu dünn, denn sie schrumpfen im heißen Öl ein bisschen.

Pommes im Öl ausbacken lassen

Pommes im Öl ausbacken lassen

Der Handel bietet auch spezielle Pommesschneidemaschinen an, die sind sicherlich praktisch, aber dafür muss auch wieder Platz im Schrank sein. Mit einem guten und scharfen Messer geht es auch.

Wichtig: Die nun rohen Pommes unbedingt auf einem Tuch oder Küchenkrepp etwas trocknen lassen, damit es später nicht im Fett spritzt.

Jetzt wirds heiß – Pommes und Öl

Wer eine Fritteuse in der Küche hat – prima. Ich habe keine, darum brauche ich einen großen Topf und einen Frittierkorb mit Henkeln an den Seiten. Den Korb habe ich damals bei tchibo.de für sehr wenig Geld bekommen. Auch hier gibt es spezielle Töpfe, die sind bestimmt besser und sicherer. Deswegen: Vorsichtig, wenn jetzt das Fett in den Topf kommt und erhitzt werden muss.

Pommes aus frischen Kartoffeln - vor dem Würzen lasse ich die Pommes noch kurz auf einem Küchenkrepp zum "Entfetten" liegen.

Pommes aus frischen Kartoffeln – vor dem Würzen lasse ich die Pommes noch kurz auf einem Küchenkrepp zum „Entfetten“ liegen.

Ca. 1,5 bis 2 kg Reines Pflanzenfett, z.B. Biskin (in diesem Fall eignet sich auch das günstigere Discounter-Fett). Das sind keine Flaschen, sondern Packungen, in denen das Fett kastenförmig gepresst ist. Die Fettklötze in den Topf legen und schmelzen lassen. Mit einem langen Holzlöffel die Hitze prüfen. Wenn sich Bläschen um den Holzstiel bilden, ist das Fett heiß genug.
Nicht alle Pommes in den Korb geben, sondern nur so viele, dass sie im Fett ausreichend Platz zum Schwimmen haben.

Ca. 4 Minuten brutzeln lassen. In der Zeit Küchenkrepp vorbereiten (oder ein sauberes Küchenhandtuch).
Frittierkorb hochnehmen, abtropfen lassen. Die noch hellen Pommes auf das Küchenkrepp geben, möglichst so, dass sie nicht alle übereinanderpappen. Mit den nächsten Portionen weiter so verfahren.

Curry, Paprika edelsüß und scharf, Salz

Curry, Paprika edelsüß und scharf, Salz

Erst im nächsten Arbeitsgang werden die Pommes so lange im Fett ausgebacken, bis sie braun und knusprig sind. Dafür sollten sie auch wieder portionsweise in den Korb und dann ins Fett gegeben werden. Hier wird auch klar: Bei zu vielen Kartoffeln, dauert es zu lange und die ersten Pommes sind schon kalt, wenn die letzten aus dem Fett kommen.

Eventuell lassen sich die Pommes auch nach dem ersten Arbeitsgang im Ofen knusprig backen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Falls du das machst, sag doch hinterher mal Bescheid wie sie geworden sind.

Abtropfen, Würzen, Knuspern

Bevor die Pommes nun gewürzt werden, lasse ich sie kurz auf einem Küchenkrepp liegen, dann verlieren sie noch ein bisschen Fett. Nicht zu lange, denn sie werden schnell kalt. Zum Würzen ist alles erlaubt, was schmeckt. Pur. Nur mit Salz oder mit einer Mischung. Ich habe Paprika – süßes und scharfes – , Salz und Curry verwendet.

Dazu gibt es selbstgemachten Ketchup. Und damit es auch eine „Schranke“ wird, darf Mayonnaise nicht fehlen. Da ich aber keine SEHR frischen Eier mehr hatte, habe ich hierbei auf das Selbstmachen verzichtet.

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9 Kommentare:

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  5. Überredet! Das mit dem Ketchup fand ich letztens schon ne tolle Idee und nun das… ich brauch so ein Fritierdingskörbchen 😉
    und das mit der Majo beruhigt mich jetzt… ein bisserl was muss mein Supermarkt ja auch noch verdienen 😉

    • Eben. Majo find ich schwierig, weil sie ja wirklich nicht lange hält, wenn du sie selbst machst. Darum: Gekaufte Majo erlaubt! 😉
      Nein. Quatsch. Auch Ketchup ist ja lecker, aber der hat eben auch viel Zucker, den spare ich mir natürlich bzw. reduziere das sehr.

      So ein Fritierdingenskörbchen gibt es bestimmt irgendwo. Ich habe damals 4,95 € bei tchibo.de bezahlt. Der Preis hat sich bis jetzt wirklich bezahlt gemacht.

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  7. Dirk Rensmann

    War lecker! Wir haben statt „Schranke“ übrigens damals im Vermessungs-Studium immer „Pommes Fluchtstab“ gesagt. 🙂

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