Gelesen: »Brotaufstriche« von Stefan Wiertz

Brotaufstriche von Stefan Wiertz / Südwest Verlag

Brotaufstriche von Stefan Wiertz / Südwest Verlag

Stefan Wiertz kennen manche vielleicht noch aus der VOX-Kochshow Kochduell, die von 1997 bis 2005 im TV ausgestrahlt wurde.  Fünf Jahre kochte Stefan Wiertz in der Sendung vor der Kamera. Später testete er bei Extra (RTL) und in der Sendung Wissenshunger (VOX) alles, was für Küche und Essen wichtig ist. Heute arbeitet er als Miet- und Eventkoch, organisiert Genuss-Events für Kunden von großen Firmen. Für die Messe „eat’n Style“ leitet er das Kochtheater und natürlich schreibt auch er Kochbücher. Sein neues Buch heißt schlicht »Brotaufstriche« (Südwestverlag 2014).

»Brotaufstriche« kennt jeder. Den Aufstrich für das Butterbrot selbst herzustellen ist aber eine besondere Art des frischen Kochens. Bei der Grillparty, beim Geburtstagsbüffet oder der Silversterfeier – Dips, Cremes oder Chutneys kalt angerührt oder heiß gekocht, gehören dazu. Doch wer verwendet selbst gemachte Brotaufstriche für sein Frühstücksbrot – jeden Tag, abgesehen von Konfitüre?

Habe ich noch nie gesehen, finde ich aber klasse. Doch das Problem: Kalt und frisch angerührte Quarks, herzhafte oder süße Aufstriche müssen zeitnah gegessen werden, sonst schmecken sie nach kurzer Zeit nicht mehr. Das passt in mein Wochen-Ess-Profil nicht rein. Gekochte und somit später in Schraubgläser abgefüllte Aufstriche halten sich jedoch länger, sind zum Verschenken ideal und können auch noch Monate später gegessen werden.

Ob der schlichte Titel »Brotaufstriche« Vielfalt und kreative Würze fürs Brot bringen würde? Ich war gespannt.

Zum Buch

90 Rezepte sorgen für abwechslungsreiche Brotaufstriche, die in unterschiedlicher Herstellungsweise kreiert werden – gerührt, gemixt und manchmal gekocht oder im Ofen geschmort. Süße und herzhafte Vielfalt mit Ölen und Knoblauch, mit frischen Kräutern, mit Mango oder Pflaumen, mit Käse oder Butter, aber auch mit Fisch und Fleisch. Es finden sich vegane und vegetarische »Brotaufstriche«, aber auch Rezepte, für alle, die gerne süß essen oder Fleisch und Fisch auf dem Brot mögen. Es muss nicht immer eine Scheibe Brot drunter sein, viele der Aufstriche sind als Dip zu Rohkost geeignet und passen auch sehr gut zum Grillen – egal ob mit Steak oder Gemüse.
Häufig findet sich Arganöl in den Rezepten, ein aus der Arganmandel gewonnenes Öl, dem Stefan Wiertz ein komplettes Buch gewidmet hat. Mir war es leider nicht möglich das Arganöl in den Läden vor Ort zu besorgen. Beim nächsten Kräuter-Online-Einkauf wird es mit im Warenkorb landen.

Doch zurück zum Buchinhalt: Nicht zu jedem Rezept gibt es ein Foto. Nun ist es auch nicht nötig, jede Buttervariante bildlich festzuhalten. Trotzdem werten Fotos ein Kochbuch noch einmal mehr auf und bei ca. 90 Rezepten, aber nur ca. 50 Abbildungen fehlt fast die Hälfte an passenden Rezeptabbildungen.
Die Vita von Stefan Wiertz hätte ich auch gerne im Buch vorne oder hinten gelesen.

Erdnussbutter nach einem Rezept aus dem Buch "Brotaufstriche" von Stefan Wiertz

Erdnussbutter nach einem Rezept aus dem Buch „Brotaufstriche“ von Stefan Wiertz. Das Rezept reicht für ein Glas.

Was habe ich ausprobiert?

Das Buch bietet tatsächlich viele interessante Brotaufstriche, die schnell und mit wenig Aufwand und vor allem wenigen Zutaten hergestellt werden können. Das find ich super. Ich habe zuerst die Erdnussbutter (S. 97) zubereitet. Erdnüsse, Erdnussöl, Meersalz, Puderzucker – mehr Zutaten sind nicht nötig. Auch der Zeitaufwand ist gering, wenn da nicht die Erdnüsse wären, die zuerst einmal geknackt und aus ihrer dünnen braunen Haut geschoben werden müssten. Nun weiß ich auf jeden Fall, dass eine Erdnuss zwischen 1 und 2 g wiegt. 250g gehören davon in die Erdnussbutter á la Wiertz. Die Erdnüsse werden in der Pfanne ausgedünstet, später mit den Gewürzen vermengt und mit dem Pürierstab zermalmt. Diese Erdnussbutter ist nicht so fettig wie gekaufte und schmeckt sogar mir. Die Zutaten in dem Rezept reichen für ein Glas (siehe Foto) plus Probierstreich auf einem Brötchen – Belohnung muss ja sein! 😉

Tipp: Im Buch steht, der Aufstrich sollte in Twist-Off-Gläsern aufbewahrt werden. Neu müssen die aber nicht sein. Ich bin der Meinung, gebrauchte Schraubgläser funktionieren auch. Die sind überall vorhanden und landen normalerweise im Müll. Einfach Familie und Freunde fragen, Senf- und Marmeladengläser zu spülen und zu sammeln. Das spart Geld.

Perfekte Tomate nach einem Rezept aus dem Buch "Brotaufstriche" von Stefan Wiertz. Rechts: All die Zutaten, die du brauchst. Links im Glas das Ergebnis. Das Rezept reicht für zwei Gläser.

Perfekte Tomaten nach einem Rezept aus dem Buch „Brotaufstriche“ von Stefan Wiertz. Rechts: All die Zutaten, die du brauchst. Links im Glas das Ergebnis. Das Rezept reicht für zwei Gläser.

Nach der Erdnussbutter musste es herzhafter sein. Ich nahm die Perfekten Tomaten  (S. 29). Viele Tomaten, rote Zwiebeln, Knoblauch, Agavendicksaft, Himbeeressig, grüne Pfefferkörner  und Salz müssen hier zusammengefügt werden. Dafür sollen Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch klein geschnitten, der Rest dazugegeben und in einer Auflaufform in den Ofen geschoben werden. Bei 165 Grad (ungefähr) zieht für 1 Stunde ein toller Zwiebel-Knobi-Geruch durch die Wohnung. Danach muss der Pürierstab wieder ran – ohne den geht es nicht. Alles kleinmixen und – wie bei Marmelade – in Gläser abfüllen. So halten sich diese Perfekten Tomaten einige Monate bis zu einem Jahr. Da nur zwei Gläser dabei herausgekommen sind, fürchte ich – das Jahr wird kurz.

 

Fazit: Das Buch enthält viele Inspirationen – süß und herzhaft, bekannte und neue Kombinationen. Alle, die Käse und Salami auf dem Brötchen leid sind, die beim nächsten Grillabend mit selbstgemachter Curry-Ananas-Butter (S.54) oder Matjescreme (S. 83) glänzen oder den Frühstücksgästen einen besonderen Brotstreich kredenzen möchten, finden in »Brotaufstriche« von Stefan Wiertz auf jeden Fall schmackhafte Ideen und tolle Anregungen, die meist schnell umzusetzen sind. Lecker! Gut!

 

 

Stefan Wiertz
BROTAUFSTRICHE – herzhaft, süß, mit Fleisch, mit Fisch, vegetarisch, vegan – mit vielen laktose- und glutenfreien Rezepten
Südwest Verlag, September 2014
Gebundenes Buch, Pappband
128 Seiten, ca. 50 Abb.
ISBN 978-3-517-08954-6
14,99 €

 

Webtipps:

 

Vielen Dank an den Südwest Verlag!

© Cover: Südwest Verlag

6 Kommentare:

  1. Pingback: Nicole Rensmann bloggt! » Gelesen: »Das Kochgesetzbuch: Die Grundregeln erfolgreichen Kochens« von Christian Rach

  2. Hallo Nicole,
    schickes Review, ich habe das Buch grade vor 1,5 Wochen zum Geburtstag verschenkt und konnte kurz reinblicken: es ist wirklich empfehlenswert und cool beschrieben!

    Zum Arganöl: vielleicht ist es ja erlaubt eine kleine Empfehlung auszusprechen, falls nicht, bitte löschen 🙂

    Ich betreibe einen kleinen Blog mit Shop rund um dass Thema Arganöl, von allgemeinen Informationen, bis hin zu Anwendungstipps und letztendlich auch im Shop zum Kauf.

    Wer sich dafür interessiert kann ja mal vorbei gucken:
    Zum Blog: http://www.arganoel-zauber.de
    Zum Shop: http://www.arganoel-zauber.de/arganoel-kaufen/

    Liebe Grüße,
    André

    • Hallo André!
      Aber natürlich ist es erlaubt eine Empfehlung auszusprechen. Dafür sind Blogs doch da. Ich danke dir und werde gleich mal auf deiner Seite vorbeischauen.
      Beste Grüße,
      Nicole

      • Nicht immer sehen Blogbetreiber soetwas gerne, aber ich danke Dir 🙂

        • Du hast freundlich gefragt. Und ohne Werbung kommen wir alle nicht weiter, von daher bin ich sogar dankbar über Tipps und Anregungen und wenn sie mit einem Shop verbunden sind, dann ist das so. Wie gesagt, was wären wir ohne „klappern“? Ob du das Buch nun wirklich verschenkt hast, oder nur nach „Arganöl“- Werbemöglichkeiten gesucht hast… keine Ahnung. Ist mir auch egal, es bleibt dabei: Wir müssen alle von irgendetwas leben.! 🙂
          Und ob dein Angebot gut ist, kann ich auch nicht sagen. Aber ich gehe davon aus, dass jeder das selbst herausfinden kann, wenn er oder sie möchte. 🙂
          Auf jeden Fall: Viel Erfolg!

  3. Pingback: Nicole Rensmann bloggt! » Vom Kochen: Ravioli mit Tomaten-Ricotta-Füllung

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