Gelesen: »Das vegane Kochbuch« von Sandra Forster

Das vegane Kochbuch von Sandra Forster © Cover: Irisiana Verlag

Das vegane Kochbuch von Sandra Forster © Cover: Irisiana Verlag

Vegan ist Trend und sollte doch ein Lebensgefühl sein, das findet auch Sandra Forster. Doch muss es noch ein neues veganes Kochbuch sein? Vielleicht – und warum auch nicht? Zumal »Das vegane Kochbuch« von Sandra Forster nicht auf den Trendzug aufspringt, sondern sich mit einer Neuauflage nach vorne kämpft. Das Buch erschien bereits 2009 und wird vom Verlag als „Mutter aller veganen Kochbücher“ bezeichnet. Ob das stimmt? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, kommt jetzt:

Wer ist Sandra Forster?

1974 in München geboren, studierte Sandra Forster zunächst Biologie, brach das Studium jedoch ab und machte sich mit achtzehn Jahren mit einem Piercingstudio selbstständig. Fleisch zu durchlöchern reizte sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr. Sie widmete sich der Gastronomie, genannt werden in ihrem Lebenslauf z.B. die Bar Hit the Sky (2000-2003) oder das Cafe King. Richtungsweisend wurde das 2005 eröffnete Restaurant Zerwik, das als erstes veganes Restaurant gefeiert wurde, dessen Türen sich jedoch nach drei Jahren wieder schlossen.
Sandra Forsters Ausflug in die Gastronomie endete damit nicht. Es blieb noch die Bar Zapperforster – bis 2012.
Mit einem befreundeten Kollegen eröffnete sie das vietnamesische Lokal CHARLIE (2007 bis jetzt) und den Club KONG.  In ihrem Ausbildungs-Restaurant Roecklplatz hilft sie Jugendlichen, eine neue Perspektive zu finden. Außerdem betreibt sie eine Yogaschule und eröffnete 2015 das orientalische Restaurant KISMET in München. 

Zum Buch

192 Seiten, 70 Farbfotos, zahlreiche Grafiken von Martin Fengels, 80 Rezepte. Außerdem Beiträge und Rezepte von den Gastköchinnen Gisela Getty und Jutta Winkelmann. Dazu: Textbeiträge von Rainer Erlinger, Hilal Sezgin, Michi Kern und Sharon Gannon.

Veganer Brownie - schmeckt!

Veganer Brownie – schmeckt!

Sortiert sind die Rezepte nach einer Menüfolge: Suppen, Vorspeisen, Salate, Pasta, Hauptspeisen und Dessert. Außerdem Salsa & Chutneys. Anschließend kochen Gisela Getty und Jutta Winkelmann. Zum Schluss stellt Sandra Forster ein paar Gerichte vor, die in ihrem Restaurant Roecklplatz kredenzt werden.  Eine grüne Linie findet sich bei der Rezeptwahl nicht, vielmehr ein Stil-Mix von Brownies über Erbsensuppe mit Minze bis hin zu Indischen Gerichten. Dieser kulinarisch vegane Querschnitt passt jedoch zu Sandra Forsters Lebenslauf.

Interessant: Das Register mit wichtigen Begriffen. Hier werden Gewürze wie z.B. Kurkuma erklärt, was Ablöschen bedeutet und wer Donald Watson ist. Mit einer kleinen Händlerliste für vegane Produkte  endet das Buch.

In einem deutlich schärferen Ton als z.B. von Sarah Wiener in ihrem »Zukunftsmenü«, teilen die Gastautoren ihr Wissen über Massentierhaltung, Veganismus oder Ernährung der Zukunft mit.

Nicht so meins: Grafiken in ein Kochbuch einzubauen finde ich sehr gut, leider sprechen mich Martin Fengels tierisch-stilisierte Kunstwerke nicht an. Und auf Seite 64 wird nicht eindeutig, ob die Katze isst oder eine Portion Trockenfutter erbrochen hat.

Negativ: Das Farbzusammenspiel im Buch ist nicht immer perfekt gewählt. Die Seite 9 ist braun und hat eine graue Überschrift bekommen, den Text zu entziffern ist kaum möglich. Beim Inhaltsverzeichnis, vorne im Buch, ist es ähnlich: Braun-orange-gold auf Ökoblau-grau geht leider gar nicht – nicht für Brillenträger. Hier hat der Verlag  gepennt. Auf diese beiden Seiten kann aber verzichtet werden.

Brownie nach einem Rezept aus "Das vegane Kochbuch" von Sandra Forster.

Brownie nach einem Rezept aus „Das vegane Kochbuch“ von Sandra Forster.

Was habe ich daraus gekocht?

Ich habe gebacken. Vegan kochen – das ist für mich nicht neu. Doch mit dem Backen habe ich so meine Schwierigkeiten. Das wird sich auch nach dem Buch nicht ändern, aber ab und zu auf Eier und Butter verzichten – warum nicht?

Brownies (S.83) Die Rezeptangabe gilt für ein Backblech. Das war mir jedoch zu viel, darum habe ich die Angaben halbiert und die Brownies in einer entsprechend kleineren Brownie-Backform zubereitet. Der Teig wird sehr schnell angerührt und besteht u.a. aus Rapsöl, Natron, Backpulver, Mehl, Soja-Vanillemilch, Kakao und Rohrohrzucker. Ein simples Rezept, das schnell zubereitet werden kann. Das Ergebnis ist ein anderes als bei Brownies, die mit Ei gebacken werden. Klar. Der Teig ist fluffig. Es schmeckt. Beim nächsten Mal würde ich jedoch auch noch flüssige Schokolade in den Teig einrühren, anstatt nur Kakao, damit die Brownies ein bisschen fudgig werden.

Fazit:  Die unterschiedlichen, teils aus wenigen Zutaten bestehenden Rezepte haben mich positiv überrascht. Die Fotos machen Lust auf mehr und beweisen, dass veganes Essen nicht aus einem Salatblatt und einer Gurke besteht. »Das vegane Kochbuch« von Sandra Forster gefällt!

 

Zu mir: Ich lebe seit 15 Jahren als Pescetarierin, d.h. ich esse vegan, vegetarisch und ab und an Fisch. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung aus frischen, bevorzugt regionalen, Zutaten halte ich für das Optimum. Jeglichen übertriebenen Essenskult mit Glaubenskampfcharakter lehne ich ab.

 

Sandra Forster
Das vegane Kochbuch
Das Original
Irisiana Verlag, 23.März 2015
Originaltitel: Das vegane Kochbuch
Originalverlag: Blumenbar
Paperback, Klappenbroschur, 192 Seiten
70 Farbfotos
ISBN 978-3-424-15276-0
€ 17,99

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Webtipps:

 

 

© Cover: Irisiana Verlag

Vielen Dank an den Irisiana Verlag!

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