Resteverwertung – Tipp: Die Vanillestange

Vanillestangen - 100% verwertbar

Vanillestangen – 100% verwertbar

Vanille ist ein edles und vielseitiges Gewürz, passend für süße und herzhafte Speisen, zum Kochen, Backen, Braten. Und wer einmal echte Vanille verwendet hat, benutzt nie wieder künstliches Vanillin aus der Tüte. In all den Profibackbüchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, verwendet kein Konditor Vanillinzucker. Das ist vollkommen unnütz, nimmt Platz im Vorratsschrank weg und kostet Geld, das anders besser angelegt wäre.
Eine Vanillestange kostet ungefähr 1,- € pro Stück. Das erscheint erst einmal teuer. Ist es aber nicht. Denn eine Vanillestange ist 100% verwertbar – und das mehrfach.

In den letzten Jahren habe ich diese Resteverwertung für mich optimiert, denn ein Euro ist viel Geld für ein bisschen Mark. Warum die Vanillestange also nicht weiter verwenden?

Vermutlich kennst du längst alle diese kleinen Tipps. Aber falls nicht, freue ich mich, wenn ich dir ein paar meiner Küchen-Vanille-Verwertungsanregungen weitergeben kann. Und wenn du noch mehr Verwendungsmöglichkeit hast – nur her damit!

Wie komme ich an das Mark? Schlitzen war gestern.

Für die meisten Gerichte wird nur das Mark der Vanille benötigt. Dafür soll die Stange längst aufgeschnitten und das Mark herausgekratzt werden.
Es geht aber auch anders: Die Stange ein bisschen kneten und glatt streichen – keine lange Sache, einmal hin, einmal her, streichen – fertig. Nun die Stange in der Mitte durchschneiden.
Du kriegst das Vanillemark sauber portioniert aus der Stange, wenn du das Mark vom spitzen Ende bis zur Öffnung mit einem Messer oder einem Löffel herausschiebst.
Der Vorteil darin ist, du kratzt keine Fasern der Hülle ab und die Hülle sieht nicht so verhutzelt aus, sondern kann noch „hübsch“ weiter verwendet werden.

Was mache ich mit Vanille?

Vanillemark

Vanillemark gibt Kuchen, Plätzchen, Saucen, Gemüse oder Desserts einen besonders feinen Geschmack. Vanille passt zu süßen und herzhaften Gerichte – gekocht, gebacken, geschmort oder eingemacht.

Das Mark darf (fast) überall hinein. Doch was passiert dann mit dem Rest?

Vanillestange ohne Mark – der Rest

Vanillesalz und Vanillesalz mit Pfeffer

Vanillesalz und Vanillesalz mit Pfeffer

Zum Mitkochen

Die entleerte (oder auch ausgekratzte) Vanillestange darf gern in den Kochtopf oder die Pfanne und mitköcheln. Sie unterstreicht das Aroma in der Sauce, dem Gemüse oder dem Eintopf. Auch beim Einkochen von Konfitüre oder dem Kochen des Puddings darf die Vanillestange (ohne Mark) mitgekocht werden. Am Ende des Kochvorgangs entfernen. Dann ist sie allerdings reif für den Müll.

Vanillesalz

Ein kleines Schraubglas oder ein Einmachglas, Meersalz und den Rest der Vanillestange – mehr braucht es für Vanillesalz nicht. Vanillesalz passt ebenfalls wunderbar zu herzhaften oder süßen Speisen. Cynthia Barcomi verwendet in vielen ihrer Rezepte Vanillesalz. Sie hat mich auch darauf gebracht Salz mit Vanille zu versetzen.
Danach habe ich bei meinem Online-Gewürzehändler des Vertrauens Vanillesalz mit Pfeffer entdeckt. Interessanter Geschmack.  Aber auch dieses Salz mische ich demnächst selbst … Pfeffer und Vanille und Salz – mehr braucht es dafür nicht.

Vanillezucker - unentbehrlich in meiner Küche

Vanillezucker – unentbehrlich in meiner Küche

Vanillezucker

Wer nicht mit der Vanille kocht, sondern z.B. das Vanillemark für ein feines Gebäck benötigt hat, der kann mit der leeren Hülle auch Vanillezucker  herstellen.

Dafür brauchst du ein Einmachglas oder ein Schraubglas, Zucker und die Vanillestange. Vanillestange in das Glas geben, Zucker darüber  streuen, Deckel drauf, 1-2 Wochen warten. Fertig.
Ich gebe in mein Vanillezucker-Glas weitere Vanillestangen, wenn ich sie nicht anderweitig benötige, und fülle mit Zucker immer wieder auf. Alle paar Wochen siebe ich die Vanillestangen aus dem Zucker, den ich in ein neues Glas schütte, mit neuem Zucker und frischen Stangen ergänze. So habe ich immer eine ausreichende Menge an Vanillezucker.
Die älteren, gezuckerten Stangen werfe ich nicht weg, sie habe immer noch ein tolles Vanillearoma. Manche verwende ich beim Kochen – Eintopf, Gemüse, Sauce. Andere trockne ich und verwende sie später in der Mühle.

Merke: Vanillezucker aus der Tüte ist künstlich und vollkommen unnütz. Du kannst es weglassen. Stattdessen einen Teil des Zuckers beim Backen durch selbst hergestellten Vanillezucker ergänzen. Dann wird das Gebäck großartig.

Vanille aus der Mühle ...

Vanille aus der Mühle …

Vanille für die Mühle

Vanille in der Mühle gibt es zwischenzeitlich zu kaufen. Das „Abfallprodukt“ lässt sich aber günstiger selber herstellen.
Die Stangen ohne Mark müssen getrocknet sein. Das funktioniert im Ofen bei kleiner Temperatur. Da mir das aber zu teuer wird – Strom – lasse ich die Vanillestangen (fast) an der Luft trocknen.

Zuerst schneide ich die Stangen in kleine Stücke, damit sie später auch in die Mühle passen, dann lege ich sie in ein sauberes und trockenes Glas – nur der Boden darf bedeckt sein und spanne eine Lage Backpapier darüber, mit einem Gummi fixieren. Den Rest regelt die Zeit.
Auch ein Glas mit Schraubverschluss, der nicht festgedreht wird, funktioniert.

Wenn die Vanillestangenstücke hart geworden sind, dürfen sie in die Mühle und können anstelle von Mark – falls mal keine frische Vanillestange vorhanden ist – oder zur Deko darübergemühlt werden.

Vanilleextrakt

Die Herstellung von Vanillextrakt ist simpel. Auch dieser Tipp stammt von Cynthia Barcomi und wurde von mir sofort in die Tat umgesetzt.
ca. 250 ml Wodka, Rum oder Whisky – in jedem Fall muss der Alkohol 40% betragen – in ein Schraubglas füllen. Zwei Vanillestangen aufschlitzen und samt Samen in den Alkohol geben. Glas verschließen. Alle paar Tage das Glas schütteln und abwarten. Nach ein paar Wochen entsteht köstliches Vanillextrakt – wunderbar für Kuchen und Kekse.

Probleme mit der Vanille?

Hatte ich noch nicht. Kürzlich habe ich in Rezensionen auf amazon gelesen, dass bei einem Hersteller die Vanillestangen geschimmelt seien. Ich kaufe Vanille seit etlichen Jahren und mir ist noch nie eine Stange geschimmelt, auch nicht die weiterverarbeiteten.
Meine Vanillestangen kaufe ich manchmal auf dem Wochenmarkt bei einem Kräuterladen. Meist bestelle ich sie jedoch online bei Bremer`s Gewürzhandel. Da bin ich super zufrieden.

Kleine Vanillegalerie

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9 Kommentare:

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  5. Lissy aus der Anfängerfamilie

    Vanillesalz ist ja interessant! Danke für diesen Tipp! Wird probiert!

  6. Pingback: geekchicks.de » geekchicks am 04.01.2016 - wir aggregieren die weibliche seite der blogosphäre

  7. Immer wieder was gelernt … Vanillezucker mach ich auch immer und gemahlen hab ich auch schon … tja nun wird Vanillesalz getestet – das kannte ich bisher noch nicht!!! DANKE ♡

    • Ach wie schön, dass du auch so mahlst und machst wie ich – wundert mich fast nicht. 🙂 Viel Sapß mit dem Vanillesalz, ich verwende es auch viel beim Backen, aber auch sehr gerne beim Kochen, anstelle des normalen Meersalzes.

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