R.I.P. Unser Lilly

Lilly / Mai 2005 - 07.07.2017

Lilly / Mai 2005 – 07.07.2017

Lilly. Du warst die verrückteste, problemstärkste, liebesbedürftigste und quirligste Katze, die ich kenne. Als wir dich aus dem Tierheim holten – 2005 – warst du nur wenige Wochen alt. Jemand hatte dich auf den Müll geworfen.
Im Tierheim hast du alle anderen Katzen kräftig aufgemischt, darum hatten dich die Mitarbeiter in einen Papageienkäfig gesteckt, der nur mit Papier ausgelegt war. Wir mussten dich befreien und mit nach Hause nehmen. Es ging nicht anders.
Doch diese Erlebnisse hatten dich geprägt, du warst ängstlich. Wenn Besuch kam, hast du dich immer versteckt. Nur die Omas hast du geliebt und dich in ihren Haaren verschmust. Menschenhaar hast du sehr gemocht und jede Frisur zerstört.
Papier, das war dein Katzenstreu. Du hast die Gelegenheit genutzt und uns zum Aufräumen erzogen. Ob Bücher, Zeitschriften oder Briefe – lag etwas auf dem Tisch, musstest du darauf pinkeln.
Du bist die Wände hochgegangen und das im wahrsten Sinne. Wir wunderten uns, wer Nachts das Licht angeschaltet hatte, bis wir sahen, dass du es warst, der den Lichtschalter betätigte, indem du die Wand hinaufsprangst.

Lilly, die Katze mit der Cappuccinopfote – drei Farben – , gehst als kleinste Katze der Welt in unsere Geschichte ein. Beim Spielen bist du in den ersten Wochen in unserem Bett eingeschlafen.
Zum Ende hin wurdest du wunderlich und schwieriger – beinahe menschlich. Die anderen Katzen, die Machos, haben dich geärgert, wenn wir nicht hingesehen haben. Erst am letzten Tag ließen sie dich in Ruhe. Das ist immer so.

Du hast dich selbst geheilt. Einmal hast du dich mit einem der Kater gezofft und wurdest dabei verletzt. Ich habe dich nicht aus deinem Versteck herausbekommen. Drei Tage bist du drin geblieben, Futter und Wasser haben wir dir hingestellt. Dann kamst du wieder zum Vorschein – alles gut. Selbstheilung.

Zum Tierarzt konnten wir dich nur bringen, wenn es dir wirklich schlecht ging. Ansonsten war es nicht möglich, dich, ohne blutige Schrammen zu erhalten, in den Korb zu schieben. Das Herrchen wurde einmal zuerst vom Tierarzt versorgt werden, bevor er sich dir widmen konnte. Du warst eine Kämpfernatur, selbst dann, wenn wir dir helfen wollten. 

Lilly, du hast auf deinen Namen gehört, wie keine andere. Hast uns geantwortet, wenn wir dich gerufen haben und mit uns gesprochen, wenn wir uns mit dir unterhalten wollten. Du hast deine Streicheleinheiten selbst eingefordert, dann musste es wild zugehen, stundenlang.
Lilly, du bist die Namensgeberin der ABK Lilly aus NIEMAND und wirst darum ewig leben.

Wir werden dich vermissen, unser Lilly. Grüß die anderen von uns. Eines Tages, sagte der Tierarzt, werden wir uns alle wiedersehen. Er hat recht.

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5 Kommentare:

  1. Pingback: Abi 2017 – Zwei Events. Ein Hoch auf Schüler und Lehrer. – Nicole Rensmann

  2. Ohhh nein … manno … liebgewonnene Lebensgefährten gehen zu lassen ist echt hart … Eure Lilly hat ja mal nun den schönsten ‚Katzennachruf ever‘ bekommen … sowas kannst nur Du ♡ und bei NIEMAND ist sie gut aufgehoben ☆☆☆ Drück Dich feste!

  3. toller tierarzt, mit der aussage <3
    ansonsten ohne worte =(
    kathrin mit bob & jack

    • Ja, der Tierarzt ist super. Wir haben schon einige Tiere bei ihm gehen lassen müssen. Er ist da sehr sehr einfühlsam. Das ganze Team. Er kommt auch nach Hause, aber das wollten wir diesmal nicht.

      Danke für deinen Kommentar.

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