Gelesen: »Der Ozean am Ende der Straße« von Neil Gaiman / Eichborn Verlag

© Cover: »Der Ozean am Ende der Straße« von Neil Gaiman / Eichborn Verlag

© Cover: »Der Ozean am Ende der Straße« von Neil Gaiman / Eichborn Verlag

Neil Gaiman ist bekannt für seine außergewöhnlichen Geschichten – allesamt voller Phantasie mit einem gaimanistischen Mehr an Skurrilität. 

Das ist der Grund, warum ich seine Bücher lese, obwohl mir die Charaktere beinahe immer fremd bleiben.
Anders als Stephen King, der seine Leser so nah an die Hauptcharaktere zerrt, dass es schmerzt, hält Neil Gaiman die Leser gerne eine Armlänge auf Distanz.

»Der Ozean am Ende der Straße« (Eichborn Verlag, 2017)  macht da keine Ausnahme. Doch Gaiman ist es mit dieser Geschichte gelungen, meine eigenen Kindheitserinnerungen zu wecken. Wer hätte das gedacht? Und so habe ich begonnen, meine Geschichte aufzuschreiben.

Ähnlich wie der namenlose Ich-Erzähler aus »Der Ozean am Ende der Straße« die Geschichte seiner Kindheit erzählt.

Um was geht es?

Der Ich-Erzähler ohne Name kehrt in seine Heimatstadt zurück. Wir erfahren nicht viel über ihn: Er ist Künstler, ein Mann, er fährt Auto, er hat eine Schwester. Er hat die Rede auf der Beerdigung gehalten – der Grund seines Besuchs. So erscheint es zunächst. 

Nach der Beerdigung besucht er einen Ort, der seine Erinnerung an ein Kindheitserlebnis weckt. Und er erzählt uns seine Geschichte, aus der Zeit als er sieben Jahre alt war:

Seine Kindheit war nicht sehr glücklich, er flüchtete sich in Bücher, hatte keine Freunde und auch seine Schwester war nicht besonders nett zu ihm. In ihrem Haus beherbergen ihre Eltern Gäste, was ihm nicht besonders gut gefällt. Als einer dieser Gäste Selbstmord begeht, lernt der Ich-Erzähler das Mädchen Lettie kennen. Lettie nimmt ihn mit auf ihren Hof, auf dem sie mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter lebt.  Dort zeigt ihm Lettie ihren Ozean. Und nicht nur das.
Gemeinsam mit Lettie wird der Ich-Erzähler von seltsamen Wesen bedroht, die auch über seine Familie herfallen. 

Was sagt das Buch aus? 

Wir erinnern uns an die Vergangenheit, wenn wir an den Ort des Geschehens oder in unserer Heimat zurückkehren. 
Unsere kindlichen Erinnerungen sind möglicherweise bunter oder grauer, gruseliger oder trauriger. Aber sie sind da. 

Bleiben Fragen offen?

Wer – oder besser, was – ist Lettie? Was genau soll der Ozean sein, und woher kommen die Wesen – was sind die Wesen, die Ungeziefer als Überbegriff haben?
Ich habe eine Theorie, aber das ist meine… und wer sagt, dass Bücher immer analysiert werden müssen?

Fazit

»Der Ozean am Ende der Straße« ist eine kleine Geschichte aus der Kindheit für Menschen mit viel Phantasie, die einem Protagonisten ihren eigenen Namen geben können und sich darauf einlassen möchten, Wahrheit mit Fiktion zu vermischen. 
Mir hat es gefallen!

 

Neil Gaiman
»Der Ozean am Ende der Straße«
Eichborn Verlag, Oktober 2014
Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten
ISBN 978-3847905790
18,00 €

Das Buch ist auch als Taschenbuch, ebook und Hörbuch erhältlich. 

 

Webtipps

 

© Cover: »Der Ozean am Ende der Straße« von Neil Gaiman / Eichborn Verlag

Buch ist aus meinem eigenen Bestand. 

Mach es wie die Gebrüder Grimm: Erzähl es weiter.

3 Kommentare:

  1. Pingback: Gelesen: »Coraline« von Neil Gaiman – Nicole Rensmann / Alltagskrümel

  2. Ich fand es toll. Für mich macht ein Roman sehr viel Atmosphäre aus, das hat dieser hier, auch wenn einige Dinge offen bleiben.

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